Christlicher Gewerkschaftsbund Deutschlands – CGB

Der am 27. Juni 1959 in Mainz gegründete CGB ist die gewerkschaftliche Spitzenorganisation der christlichen Gewerkschaften in der Bundesrepublik Deutschland. Diese Neugründung war der organisatorische Abschluss einer Entwicklung, die mit der Wiedergründung christlicher Angestelltenverbände in den Jahren 1949/50 begann, sich über die 1955 erfolgte Gründung der Christlichen Gewerkschaftsbewegung fortsetzte und durch den Anschluss des Saarlandes an die Bundesrepublik mit den dort seit 1947 bestehenden christlichen Gewerkschaften einen starken Impuls bekam. Die besonders unter weltanschaulichen Aspekten erfolgte Gründung der Christlichen Gewerkschaftsbewegung im Jahre 1955 - vornehmlich durch Persönlichkeiten aus den katholischen und evangelischen Standesverbänden - machte die Gewerkschaftsfrage auch in der Öffentlichkeit zu einem bis heute anhaltenden Problem. Das belegt besonders deutlich die Diskussion über die Verfilzung zwischen DGB und SPD und über den Druck auf nicht in den DGB-Gewerkschaften organisierte Arbeitnehmer in den Betrieben und Verwaltungen.
Selbstverständnis und Ordnungsprinzipien des CGB:
Die im CGB vereinigten Gewerkschaften verstehen sich als freiwillige Zusammenschlüsse von Arbeitnehmern und Beamten in eigenständigen Berufsverbänden und Gewerkschaften, in der Überzeugung, dass die gewerkschaftliche Vertretung christlich-sozialer Ordnungsvorstellungen nur in selbständigen und unabhängigen christlichen Gewerkschaften möglich ist. Sie verfolgen diese Ordnungsvorstellungen aus dem gesellschaftlichen Grundverständnis der christlichen Soziallehre. „Christlich“ bedeutet dabei nicht, dass sich ihre Mitglieder religiös oder konfessio- nell bekennen oder gebunden sein müssen. Es handelt sich vielmehr ausschließlich um ein weltanschauliches Bekenntnis. Allerdings darf nicht verkannt werden, dass viele der handelnden Personen innerhalb der christlichen Gewerkschaft aus dem christlichen Gebot der Nächstenliebe heraus handeln.
Die christlichen Gewerkschaften bejahen die sachliche Zusammenarbeit mit allen Gliedern der Gesellschaft auf der Grundlage der bestehenden demokratischen Ordnung und lehnen den Klassenkampf ab. Keine Organisation darf mit dem Anspruch auf das Recht der Alleinvertretung von gesellschaftlichen Interessen auftreten. Der gewerkschaftliche Auftrag beschränkt sich andererseits nicht nur auf die materiellen Existenzfragen. Das Ziel unserer Gewerkschaftsarbeit ist es, neben den materiellen und sozialen Ansprüchen die beruflichen und kulturellen Belange der Arbeitnehmer nach dem christlich-sozialen Ordnungsbild zu vertreten.
Die christlichen Gewerkschaften bejahen die Soziale Marktwirtschaft als gesell- schaftliches und wirtschaftliches Ordnungsprinzip, das sowohl die persönliche Freiheit und Initiative als auch das soziale Gleichgewicht innerhalb unserer Gesellschaft gewährleistet. Die Wettbewerbswirtschaft bedarf auch weiterhin einer sozialen Dimension, um gesellschaftliche und soziale Interessen mit den ökono- mischen Notwendigkeiten zum Ausgleich zu bringen.
Die christlichen Gewerkschaften sehen in Solidarität, Selbstverantwortung und Eigenvorsorge die Grundprinzipien für ihre sozialpolitische Zielsetzung.
Sie erstreben eine gesellschaftliche und soziale Ordnung, in der persönliche Verantwortung und subsidiäre Solidargemeinschaften ein hohes Maß an sozialer Sicherheit gewährleisten. Der Staat soll die Rahmenbedingungen setzen und deren Einhaltung überwachen.
Die christlichen Gewerkschaften ordnen die Aufgaben der Bildung, Ausbildung und Weiterbildung einem geistigen Leitbild unter, das die Freiheit des einzelnen und das Elternrecht respektiert und die Begabung und Tüchtigkeit fördert. Die Gesell- schaft muss allen ihren Mitgliedern gerechte Chancen einräumen sich persönlich zu entfalten und weiterzuentwickeln. Dies gilt auch für die Berufswelt. Die Nutzung dieser Chancen ist dann von der Fähigkeit und dem Willen des einzelnen abhängig.
| Bundesvorsitzender des CGB ist seit Oktober 2004 | Matthäus Strebl (CGM) |
| Seine drei Stellvertreter sind | Jörg Hebsacker (DHV) Reinhard Schiller (CGM) Raymund Kandler (GöD) |
| Generalsekretär | Christian Hertzog (DHV) |
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Christlicher Gewerkschaftsbund Deutschlands (CGB)
Obentrautstr. 57
10963 Berlin
Tel: 030 / 21 02 17-30
Fax: 030 / 21 02 17-40
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Internet: www.cgb.info