Tarifinformation der Bundesfachgruppe Private Kliniken

18. Dezember 2005

Kliniken Harthausen: Bisher kein positiver Tarifabschluss

Der Arbeitgeber war – wie derzeit überall in der aktuellen Tarifpolitik an der Tagesordnung – mit einem Forderungskatalog in unsere als Lohn- und Gehalts-runde betrachtete Tarifverhandlung gekommen. Er hatte dabei die Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit auf über 40 Std. im Blick.

Von der auslaufenden Regelung der erhöhten Arbeitszeit und der Rückkehr zur 38,5-Std-Woche ab dem 01.01.2006 ist als Verhandlungsgrundlage durch den DHV-Deutscher Handels- und Industrieangestelltenverband im CGB zunächst ausgegangen worden. Annäherungen bei einer gemischten Alternative zwischen Beibehaltung der 39,75-Std-Woche und einer damit einhergehenden Gehalts-erhöhung fanden statt. Eine Mehrheit in der Tarifkommission des DHV konnte zunächst für eine Arbeitszeiterhöhung gefunden werden.

Zwischen der 2. Verhandlungsrunde und dem 07. Dezember hat der Arbeitgeber sein Angebot zur Einmalzahlung nachgebessert. Er wusste das unter einem genannten Betrag von unserer Seite kein Verhandlungsspielraum bestand. Sein neues Angebot blieb unter diesem Wert. Trotzdem wurde dies wegen der Kürze der Zeit bis zum 15.12.2005 intensiv in der Tarifkommission vorgestellt. Jedoch liegen die Positionen weiterhin auseinander. Es konnte sich keine Mehrheit finden. Die Ablehnung war eindeutig.

Die DHV-Tarifkommission will die weiteren Angriffe auf die gesicherten Tarifpositionen zurückweisen und kann sich folgendes Verhandlungsergebnis vorstellen:
  • 39,75 Std-Woche und dafür abschließend 1% Gehaltserhöhung ab 01.01.2006, sowie Einmalzahlung ab 500,- EUR am Jahresanfang.
  • 38,5 Std-Woche und eine Erhöhung der Gehälter und Ausbildungsvergütungen ab dem 01.01.2006 um mindestens 2,5%.

Der Arbeitgeber bleibt bei seiner Position: "Wenn es keine Arbeitszeiterhöhung gibt, dann gibt es auch keine Gehaltserhöhung".


Es fehlen weiterhin Reaktionen des Arbeitgebers auf die Konzepte der DHV-Tarifkommission zu

  • der zugesagten Betrieblichen Altersvorsorge
  • Alterteilzeitabkommen


So ein Stand der Tarifverhandlungen spiegelt nicht die wirtschaftliche Lage des Unternehmens wider. Ein schwaches Bild für ein Ergebnis, dass auch die Mitglieder schmerzt.


Spätestens jetzt ist der Arbeitgeber gefordert!


Angesichts der Ausgangslage bewertet die DHV-Tarifkommission die weitere Verhandlungsphase als schwierig. Erst im Januar kann über die reine Lohnrunde weiter gesprochen werden.


V.i.S.d.P.: Wolfgang Frank, Bundesfachgruppe Gesundheitswesen und soziale Dienste

 

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