Tarifinformation Bundesfachgruppe Privates Versicherungsgewerbe

4. Dezember 2003

Tarifabschluss in der 3. Verhandlungsrunde!

Nach einem Verhandlungsmarathon konnte in der Nacht vom 03. auf den 04. Dezember ein Abschluss erzielt werden. Die wichtigsten Inhalte:

      l Laufzeit bis zum 30. September 2005.
  l Erhöhung der Gehälter einschließlich der Tätigkeitszulagen und der Verantwortungszulagen ab 01. Januar 2004 um 1,8 % und ab 01. Januar 2005 um 1,3 %.
  l Verlängerung des Altersteilzeitabkommens bis zum 01. Januar 2006.

Dieser Abschluss ist zwar nicht berauschend, aber vertretbar. Trotz einer absehbaren leichten Erholung ist die wirtschaftliche Lage der Versicherungswirtschaft nach wie vor nicht günstig. Vor allem die jüngsten Beschlüsse der Bundesregierung zur Besteuerung der Kapitallebensversicherungen ab 2005 und die Diskussion um die Einführung der Bürgerversicherung lassen keine Zuversicht aufkommen. Für den DHV hatte angesichts dieser ungünstigen Rahmenbedingungen ein Abschluss mit dem Ziel der Beschäftigungssicherung Priorität. Dieses Kriterium erfüllt der vorliegende moderate Abschluss.

Als Erfolg ist die Verlängerung des Altersteilzeitabkommens bis zum 01. Januar 2006 zu bewerten. Nach harten Verhandlungen hatten die Arbeitgeber einer Verlängerung des Altersteilzeitabkom-mens zugestimmt. Die Arbeitgeber wollten den Rechtsanspruch auf Altersteilzeit beseitigen. Das hätte bedeutet: Volle Entscheidungsfreiheit für die Arbeitgeber bei der Gewährung von Altersteilzeit, aber keine Mitsprache der Arbeitnehmer. Das hätte der DHV nicht zugelassen!

Gleichwohl wäre gerade bei den Gehaltserhöhungen mehr zu erreichen gewesen. Der DHV hat zum umfangreichen Forderungskatalog der Arbeitgeber Gesprächsbereitschaft insbesondere über flexiblere Regelungen für übertariflich bezahlte Mitarbeiter und für Mitarbeiter in Call-Centern bzw. beim IT-Service signalisiert. Hier wären nach Ansicht des DHV Regelungen möglich gewesen, die nicht den Interessen der Betroffenen zuwider gelaufen wären. Im Gegenzug hätte durchaus mehr Spielraum bei der Erhöhung der Gehälter bestanden. Die ungenügende Kompromissbereitschaft von verdi hat sinnvolle Kompromisse vertagt.

V.i.S.d.P Henning Röders

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