Tarifinformation Bundesfachgruppe Privates Versicherungsgewerbe
14. September 2005
Tarifrunde 2005: DHV fordert 4 % Gehaltserhöhung

| 1) | Erhöhung der Gehälter um 4,0 % ab dem 01. Oktober 2005. |
| Alternative: Erhöhung der Gehälter um 4,0 % ab dem 01. Januar 2006 und Einmalzahlungen für den Zeitraum vom 01.10.-31.12.2005 in Höhe von: |
| 300 € | für die Gehaltsgruppen I - III |
| 400 € | für die Gehaltsgruppen IV – VI |
| 500 € | ab Gehaltsgruppe VII |
| 2) | Fortsetzung der Vereinbarung zur Altersteilzeit bis zum 31.12.2008 |
| 3) | Festschreibung einer Ausbildungsquote, je nach Betriebsgröße, von mindestens 1-2 % pro Ausbildungsjahr und Verpflichtung zur Übernahme der Auszubildenden nach erfolgreich abgelegter Handelskammerprüfung. |
| 4) | Förderung der betrieblichen Altersversorgung durch betriebliche Zuschüsse bzw. Anschubfinanzierungen (Deferred Compensation) |
Die DHV-Tarifkommission hält eine Gehaltserhöhung um 4,0 % für angemessen. Die Inflation der Jahre 2004 und 2005 wird insgesamt bei über 3 % liegen. Sie wird wahrscheinlich infolge des hohen Ölpreises sogar noch weiter steigen. Die Arbeitgeber können sich einem angemessenem Inflationsausgleich nicht mit dem Wehklagen über eine angeblich schwierige wirtschaftliche Situation verschließen. Denn das erfolgreiche Jahr 2004, bei dem die Unternehmen der privaten Versicherungswirtschaft hohe Gewinne eingefahren hatten, spricht eine deutliche Sprache. Auch das Jahr 2005 läuft trotz des Wegfalls des Steuerprivilegs auf Lebensversicherungen besser als erwartet.
Die Fortsetzung der Vereinbarung zur Altersteilzeit bis zum 31.12.2008 entspricht dem Wunsch vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Altersteilzeitregelung hat sich in den letzten Jahren bewährt und sollte fortgeführt werden, so lange dies gesetzlich möglich ist.
Die Jugend ist die Zukunft eines Unternehmens. Nur die richtige Mischung zwischen Jung und Alt sichert dessen Überleben. Viele Unternehmen handeln kurzsichtig, wenn sie die Ausbildung vernachlässigen. In ein paar Jahren werden aufgrund des demographischen Wandels junge fachlich versierte Arbeitskräfte rar sein. Dann ist ein Umsteuern bei der Personalpolitik schwierig oder sogar unmöglich. Deshalb ist die Ausbildung und Beschäftigung von jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern nicht nur ein bloßes gesellschaftspolitisches Interesse, um die Jugendlichen von der Straße wegzuholen. Sie ist vielmehr Bestandteil der Überlebensstrategie im Interesse des Unternehmens.
Die gesetzliche Rente wird in Zukunft nicht mehr zur Absicherung eines angemessenen Lebensabends ausreichen. Deshalb wird eine private Altersvorsorge immer wichtiger. Es müssen finanzielle Anreize geschaffen werden, damit möglichst viele Arbeitnehmer eine private Altersvorsorge finanzieren können. Deshalb fordert der DHV eine Wiederauflage der vom Arbeitgeber mitfinanzierten Deferred Compensation. Die finanzielle Belastung der Arbeitgeber hält sich hier in Grenzen, da sie von den Abschlüssen ihrer Arbeitnehmer profitieren.
Die Arbeitgeber haben einen umfangreichen Forderungskatalog als Verhandlungsgrundlage vorgelegt. Dieser sieht u.a. Änderungen zur Regelung der Samstagsarbeit, die Verlängerung der Wochenarbeitszeit, die Veränderung des Mehrarbeitszuschlags, die Einschränkung von Nachtarbeitszuschlägen und die Einführung von Niedriglohngruppen vor. Die DHV-Tarifkommission hält den Forderungskatalog in diesem Umfang für nicht hinnehmbar.
Wir brauchen nicht mit platten Kampagnen von unseren wahren politischen Absichten abzulenken. Wir sagen NEIN zur Bürgerversicherung und nehmen nicht die Gefährdung von tausenden von Arbeitsplätzen billigend in Kauf!
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