Tarifinformation Bundesfachgruppe Privates Versicherungsgewerbe

8. November 2005

2. Verhandlungsrunde: Arbeitgeber beharren auf ihren Forderungen

In der zweiten Verhandlungsrunde beharrten die Arbeitgeber auf ihren Forderungen. Sie machten deutlich, dass es ohne Kompromissbereitschaft bei ihrem Katalog keine signifikanten Zugeständnisse bei unseren Forderungen geben würde.

Die Verhandlungen fuhren sich vor allem bei der Verlängerung der Wochenarbeitszeit und bei der von den Arbeitgebern geforderten Streichung der Mehrarbeitszuschläge fest. Die Verhandlungsgemeinschaft DHV und DBV beharrte auf ihrer Ablehnung dieser Arbeitgeberforderungen. Die Mehrarbeitszuschläge sind Errungenschaften, die nicht so einfach über Bord geworfen werden dürfen! Mehrarbeit muss auch in Zukunft mit den vereinbarten tariflichen Zuschlägen vergütet werden!

Der DHV sieht in der jetzigen wirtschaftlichen Situation keine Veranlassung zur Verlängerung der Arbeitszeit! Es ist widersprüchlich, wenn die Arbeitgeber einerseits die schlechte wirtschaftliche Situation (und damit die zurückgehende Arbeit) beklagen, andererseits aber mit ihrer Forderung nach Mehrarbeit so tun, als ob mit der jetzigen Arbeitszeitregelung die Arbeit nicht zu schaffen ist!

DHV und DBV wiesen die Arbeitgeberforderung nach Abschaffung des Rechtsanspruchs auf Altersteilzeit zurück und zeigten sich in diesem Punkt kompromisslos. Das Instrument des Rechtsanspruchs auf Altersteilzeit hat sich in der Praxis bewährt! Die von den Arbeitgebern thematisierten angeblichen Kostenprobleme lassen sich nicht mit den Erfahrungen der Unternehmen belegen!

DHV und DBV beharrten weiter auf Ihrer Gehaltsforderung von 4,0 %. Diese Gehaltserhöhung ist angesichts des moderaten letzten Gehaltsabschlusses, der signifikanten Preissteigerungsrate und der guten Unternehmensgewinne in 2004 mehr als gerechtfertigt!

Trotz der nach wie vor großen Differenzen lobten die Verhandlungsführer von Arbeitgeber, DHV und DBV die dennoch gute Verhandlungsatmosphäre. Die DHV-Verhandlungskommission ist zuversichtlich, dass ein Abschluss am 28.11. durchaus im Bereich des Möglichen liegt.

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