Tarifinformation Bundesfachgruppe Privates Versicherungsgewerbe
24. Oktober 2007
2. Verhandlungsrunde Privates Versicherungsgewerbe:
Arbeitgeber weigern sich, über die DHV-Forderungen zu sprechen!

Die Arbeitgeberseite verweigerte jegliche eingehende Stellungnahme zu unseren Forderungen. Ein Gehaltsangebot kommt erst auf den Tisch, wenn über deren Forderungskatalog beraten ist.
Unser Kommentar:
Diese starre Arbeitgeberhaltung trägt nicht zu einem guten Kompromiss bei. Wir befinden uns in Gehaltstarifverhandlungen! Der Manteltarifvertrag steht nicht zur Disposition!
Die Arbeitgeber ließen sich nur zu folgenden Hinweisen zu unseren Gehaltsforderungen hinreißen:
Anschubfinanzierung für Krankenversicherungsbeiträge: Die Haltung im Arbeitgeberlager zu unserer Forderung ist sehr differenziert. Unsere Forderung ist anscheinend bei vielen Unternehmen auf positive Resonanz gestoßen.
Demographiewandel gestalten – attraktivere Bedingungen für jüngere Beschäftigte schaffen: Im Arbeitgeberlager ist die Botschaft des drohenden Fachkräftemangels durch den demographischen Wandel in der Gesellschaft noch nicht angekommen. Für sie stehen Umstrukturierungsmaßnahmen im Vordergrund. Ist den Arbeitgebern etwa die Optimierung der Unternehmensbilanzen zum Zwecke der Befriedigung der Aktionäre wichtiger als heute die Voraussetzungen für ein langfristiges Unternehmensüberleben zu schaffen?
Kontrovers wurde die Diskussion über die Arbeitgeberforderungen geführt. Wir machten dabei u.a. deutlich:
| ! | Mit uns wird es keine Niedriglohngruppen im Flächentarifvertrag geben! |
| ! | Eine Herausnahme aller übertariflich bezahlten Angestellten aus dem Tarifvertrag wird es mit uns nicht geben! |
Äußerst kritisch sehen wir auch die Arbeitgeberforderung nach Variabilisierung der Sonderzahlungen. Die Arbeitgeber wollen eine Öffnungsklausel für freiwillige Betriebsvereinbarungen durchsetzen. Wir sehen die Gefahr, dass damit ein Einfallstor für eine Herabsetzung des Tarifniveaus geschaffen wird.
Am 23.11.2007 werden die Verhandlungen in Hamburg fortgesetzt. Wir erwarten von den Arbeitgebern Bewegung in der Gehaltserhöhungsfrage!
Henning Röders