Informationen Bundesfachgruppe Banken

18. Mai 2010

Zweite Verhandlungsrunde Privatbanken und öffentliche Banken:
Erneut kein Angebot der Arbeitgeber

Am 17.05.2010 fand in Frankfurt die zweite Verhandlungsrunde statt.

Die Arbeitgeber legten wiederum kein Angebot für Gehaltssteigerungen vor und wiesen die DHV-Forderung nach 3,5 % Gehaltserhöhung und Einführung eines freien Tages für individuelle Gesundheitsvorsorgemaßnahmen zurück!

Stattdessen machten die Arbeitgeber eine Einigung in der Gehaltsfrage, eine Verlängerung der Altersteilzeitregelungen sowie die erneute Aufnahme der Vorruhestandsregelung von der Verlängerung der Öffnungsklausel zur Samstagsarbeit abhängig.

Der Verlauf der zweiten Verhandlungsrunde war enttäuschend. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Forderung nach einer Gehaltserhöhung von 3,5 % als unrealistisch zurückgewiesen wird, während gleichzeitig in der Bankenbranche Bestrebungen zur Erhöhung von Vorstandsbezügen zu beobachten sind. So will z.B. der Commerzbank-Vorstand auf der Hauptversammlung am 19.05.2010 die Erhöhung seiner Bezüge von 500.000 € auf 750.000 € absegnen lassen. Die Gehälter der Beschäftigten der Privatbanken und öffentlichen Banken sind in den vergangenen zwei Jahren im Vergleich zur gesamtwirtschaftlichen Gehaltsentwicklung zurückgefallen. Es besteht ein Nachholbedarf, der mit einem akzeptablen Gehaltstarifabschluss zumindest zu einem großen Teil befriedigt werden muss!

Ihre Ablehnung der Forderung nach einem freien Tag für individuelle Gesundheitsvorsorgemaßnahmen
begründet die Arbeitgeberseite vor allem damit, dass es genügend gesetzliche Regelungen zum Gesundheitsschutz gebe und diesbezüglich in den Betrieben genügend getan werde. Mit ihrer Argumentation verkennt die Arbeitgeberseite die Auswirkungen der demographischen Entwicklung. Es geht um die Frage, wie in Zukunft eine immer älter werdende Belegschaft die steigenden Anforderungen in der Arbeitswelt meistern kann. Da reicht es nicht aus, sich auf dem heutigen Status quo auszuruhen, sondern es sind kreativere Lösungsansätze gefragt. Vor allem die Gesundheitsprävention ist dabei ein wichtiger Aspekt. Es kommt die Unternehmen billiger, Gesundheitspräventionsmaßnahmen gezielt zu fördern als erst zu handeln, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist und der Arbeitnehmer wegen Krankheit ausfällt.

Die Verhandlungen werden am 09. Juni 2010 in Frankfurt fortgesetzt. Die DHV-Tarifkommission erwartet zur nächsten Verhandlungsrunde endlich ein deutliches Signal der Arbeitgeberseite!

V.i.S.d.P.: Peter Schellenberg

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