Informationen Bundesfachgruppe Privates Versicherungsgewerbe

22. November 2006

Resolution des 18. Verbandstages zum Stellenabbau im Privaten Versicherungsgewerbe

Mit größter Sorge beobachtet der DHV die immer weiter zunehmende Geschwindigkeit des Stellenabbaus in der deutschen privaten Versicherungswirtschaft.

Trotz hervorragender Ergebnisse und anhaltend gutem Neugeschäft, hören wir von den Konzernlenkern beinahe täglich neue Horrormeldungen. Tausende von Arbeitsplätzen sollen in den kommenden Jahren dem Rotstift zum Opfer fallen; und das obwohl, laut Statistik des Arbeitgeberverbandes, bereits in den letzten beiden Berichtsjahren 15.000 Stellen gestrichen worden sind.

Wo soll das hinführen? 

  • Massenarbeitslosigkeit in einer Branche, die nach allen anderen Seiten glänzt?
  • Eine Branche, die durch die Innovation, den Einsatzwillen und den Fleiß seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Spitzenposition in der Welt errungen hat.
  • Eine Branche, die ihre Ergebnisprognosen laufend nach oben anpasst und Millliardengewinne verkündet.
  • Eine Branche, für die eine Kapitalverzinsung von 15 % als noch zu niedrig eingeschätzt wird und deren Vorstände sich ihre Millionenbezüge noch jährlich um zweistellige Prozentsätze erhöhen.
  • Eine Branche, die mit staatlichen Mitteln immer wieder eine Förderung ihrer Produkte erfährt und zusätzlich von der beispiellosen Senkung der Unternehmenssteuern profitiert.

Zum Dank dafür stellt sie nun die angeblich nicht mehr benötigten Arbeitskräfte der Allgemeinheit zum weiteren Unterhalt hin. Nicht etwa, wie in Vorstandskreisen üblich, mit dem so genannten „goldenen Handschlag“ sondern mit Ausgleichszahlungen nach dem Rationalisierungsschutzabkommen, die zum Sterben zuviel, zum Leben aber zu wenig sind, und voll der Einkommensteuer unterliegen.

Der DHV fordert die Arbeitgeber der privaten Versicherungswirtschaft auf, sich auf ihre volkswirtschaftliche und sozialpolitische Verantwortung zu besinnen und den „zur Mode“ gewordenen Stellenabbau zu beenden.
Es wird gerade für diese Branche zum Bumerang werden, wenn in Deutschland die Zahl der Arbeitslosen weiterhin wächst.

Der DHV hat bis jetzt Protestmaßnahmen vermieden. Sollte jedoch in absehbarer Zeit kein Umdenken in den Reihen der Geschäftsleitungen von Allianz, ERGO, Talanx, AXA, Generali usw. erkennbar werden, so werden wir Arbeitskampfmaßnahmen der Angestellten im privaten Versicherungsgewerbe ins Auge fassen.

Diese Resolution wurde an folgende Politiker versandt:

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel
Bundesarbeitsminister Franz Müntefering
Ministerpräsident Bayern Dr. Edmund Stoiber
Ministerpräsident NRW Dr. Jürgen Rüttgers
Ministerpräsident Niedersachsen Christian Wulff
Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland

Zurück zur Übersicht