Informationen Landesverband Mitteldeutschland

27. Februar 2004

DRK Haustarife

An alle Betriebsräte

des Deutschen Roten Kreuzes

in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen


Liebe Kolleginnen und Kollegen,


meine sehr geehrte Damen und Herren,

seit 1999 schließt der DHV in den fünf neuen Ländern mit dem Deutschen Roten Kreuz Landes- bzw. Haustarifverträge ab.

Aufgrund der abgeschlossenen Landestarifverträge mit dem DRK Thüringen und Sachsen macht Ver.di und einige Betriebsräte bei den Beschäftigten erheblich Stimmung gegen den Deutschen Handels- und Industrieangestellten-Verband und dessen abgeschlossene Tarifverträge.

Mit Halbwahrheiten und Lügen versuchen Funktionäre von Ver.di den Beschäftigen des DRK einzureden, der DHV habe keinen Gewerkschaftsstatus, deswegen seien die Tarifverträge nicht rechtmäßig zustande gekommen.

Bezüglich der Gewerkschaftseigenschaft des DHV haben die Gerichte, wenn ein Statusverfahren von den DGB-Gewerkschaften eingeleitet wurde, zu unseren Gunsten entschieden. Insofern sehen wir der Ankündigung von Ver.di ein solches Verfahren gegen den DHV einzuleiten, sehr gelassen entgegen.

Die Tarifverträge werden bewusst falsch interpretiert und oft wird behauptet, es wären Dumping-Tarifverträge. Dass diese Behauptung jeglicher Grundlage entbehrt, beweist, dass es in Sachsen sowie auch in Thüringen DRK-Kreisverbände gibt, die den Landestarifverbänden nicht beitreten, wegen einer tariflich zu hohen Belastung.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf den Landestarifvertrag des DRK Sachsen-Anhalt, abgeschlossen mit der Gewerkschaft Ver.di, hinweisen, der nach unseren Informationen für nur vier Kreisverbände gilt. Wer sich diesen Tarifvertrag genau ansieht, wird feststellen, dass viele Elemente von unseren abgeschlossenen DRK-Tarifverträgen übernommen wurden, die in früheren Kampagnen von Ver.di dem DHV als „Lohn-Dumping“ vorgehalten wurden.

Es wäre sinnvoll, wenn Ver.di sich die Frage stellt, warum Betriebsräte, Beschäftigte und auch Arbeitgeber an den DHV herantreten, mit der Bitte, eine Tarifbindung herzustellen, oftmals nachdem sich die Kreisverbände jahrelang im tariflosen Zustandes oder in der Nachwirkung des alten BAT-Ost befanden.

Wirir wollen nicht, dass die Tarifflucht von Arbeitgebern in den fünf neuen Ländern weiter zunimmt und dadurch noch mehr Menschen, ohne eine tarifliche Absicherung arbeiten müssen. Der DHV möchte diese Entwicklung wieder ins Gegenteil verkehren, mit vernünftigen Tarifabschlüssen, die der jeweiligen Realität angepasst sind.Wir möchten, dass so viel wie möglich, Menschen, die sich im Arbeitsprozess befinden, unter vernünftigen Tarifverträgen arbeiten.

Somit nimmt der DHV seine sozial- und tarifpolitische Verantwortung als Gewerkschaft in einer pluralistischen Gesellschaft wahr, indem er auch in den fünf neuen Ländern eine Tarifpolitik gestaltet, von der alle Beteiligten profitieren, Betriebsräte, Mitglieder und Arbeitgeber.

Für unsere Tarifpolitik stehtin den fünf neuen Ländern die Arbeitsplatzsicherung im Mittelpunkt, ohne die materiellen Bedingungen aus dem Auge zu verlieren. Dies haben wir den Arbeitgebern oftmals sehr deutlich bei den Tarifverhandlungen sagen müssen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

lassen Sie sich bitte nicht von einzelnen Funktionären von Ver.di beeinflussen und in die Irre führen und stehen Sie zu den jetzt mit den Landestarifgemeinschaften abgeschlossenen Tarifverträgen.

Auf dem Hintergrund eines erheblichen Mitgliederzuwachses im Gesundheitswesen hat der Hauptvorstand des DHV im letzten Jahr für die Bundesfachgruppe „Gesundheit und soziale Dienste“ einen zusätzlichen hauptamtlichen Mitarbeiter, Wolfgang Frank, eingestellt, der mich in der Tarif- und Betreuungsarbeit vor Ort aktiv unterstützt. Wir beide, der Kollege Wolfgang Frank und ich, stehen den Betriebsräten jederzeit, allerdings nach Rücksprache, zur Verfügung.

In diesem Sinne möchten wir noch einmal auf unser Büro in Leipzig hinweisen:

DHV, Landesbezirk Mitteldeutschland, Müllerring 20, 04158 Leipzig, Tel. 0341-4685082, Fax 0341-4685084, Handy 0171/2452687.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Manfred Werske                                                                                            11. Februar 2004

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