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REWE Deutscher Supermarkt AG & Co KGaA: DHV steigert Ergebnis auf 72,5 % der Delegiertenstimmen bei der Wahl zum Aufsichtsrat

Hamburg, den 07.06.2016

Die DHV hat bei der Aufsichtsratswahl der REWE Deutscher Supermarkt AG & Co KGaA, eines der führenden deutschen Handelsunternehmen mit über 120.000 Beschäftigten, ein sensationelles Ergebnis erzielt: Die DHV-Gewerkschaftsliste erreichte starke 72,5 % der Stimmen bei der Delegiertenwahl am 31. Mai 2016 im Hotel „Sauerlandstern“ in Willingen. Die Delegierten, welche die DHV-Liste wählten, repräsentieren über 87.000 Stimmen!

Die DHV-Liste Die Beschäftigten aus der REWE- Group im Aufsichtsrat - DHV erzielte 970 von 1338 gültigen Stimmen. Als 1. Mitglied wurde Michael Adlhoch, BR- Vorsitzender REWE Mitte 2 aus Breuna in Nordhessen, gewählt. Ersatzmitglied ist der DHV-Kollege Andre Kunza. Erfreulich ist auch, dass mit Josef Czok, BR-Vorsitzender REWE West 2 aus Hürth-Efferen bei Köln, ein weiteres DHV-Mitglied über die Gewerkschaftsliste in den Aufsichtsrat gewählt wurde. Ersatzmitglied ist das DHV-Mitglied Markus Nellen.

Der Ausgang der Wahl verdeutlicht, dass die Strategie der DHV, ausschließlich Beschäftigte als Kandidatinnen und Kandidaten für ihre Gewerkschaftsliste aufzustellen, nach wie vor richtig und wichtig ist. Denn für die DHV ist Mitbe-stimmung die Selbstbestimmung der Arbeitnehmer und nicht die Fremdbestimmung durch eine anonyme Gewerkschaftszentrale!

Wir beglückwünschen die gewählten Mitglieder zu ihrer Wahl und wünschen ihnen für die neue Amtsperiode viel Glück und Erfolg bei ihrer Arbeit für die Interessen der Beschäftigten!

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Michael Adlhoch                     Josef Czok

V.i.S.d.P.: Hans-Joachim Bondzio

Gesamtbetriebsratskonferrenz Metro C & C GmbH Köln

Vom 23. bis 25. Mai 2016 kamen über 300 Betriebsräte der Metro Cash & Carry Deutschland GmbH in Köln zusammen.
Die neue Marschrichtung der Metro wurde vom neuen Vorsitzende der Geschäftsführung, Herrn Storck, gleich zu Beginn dargestellt. Mit zunehmender Dauer der Veranstaltung mehrten sich die Stimmen unter den Betriebsräten, man habe vieles von dem Gesagten und in Aussicht gestellten bereits vom scheidenden Geschäftsleiter gehört. Denn: Im Rahmen der Optimierungsmaßnahmen baute die Geschäftsführung bereits 1500 Arbeitsplätze ab. Diesen Verlust müssen die verbleibenden Mitarbeiter durch Mehrarbeit kompensieren, nicht zuletzt in den Märkten.
Als Vertreter der DHV sprach Michael Vittet zu den Anwesenden. Er wies darauf hin, dass die geplanten, baulichen Veränderungen in den Märkten, einen höheren Personalaufwand erforderlich machen. Der Kunde will hierbei an die Hand genommen werden und ist auf die Hilfe der Mitarbeiter vor Ort angewiesen. Ein guter Service gehört gerade im Bereich der Geschäftskunden in den Märkten für eine Zukunft der Metro C & C dazu. Hierbei lebt ein guter Service von den geschulten Mitarbeitern und deren zahlenmäßige Verfügbarkeit.     
Bei  der anschließenden Aussprache behielten die Betriebsräte Ihre Meinung nicht für sich. Die Geschäftsführung wurde gerade dafür kritisiert, dass die Umsetzung der neuen Ausrichtung der Metro in vielen Punkten Fehler in der Planung aufzeige. Ebenfalls kritisiert wurde der geplante Stellenabbau im Bereich des Einkaufs/Verwaltung. Diese Streichung führt direkt zu Schwierigkeiten in der gepalten Neuausrichtung im Bereich der Premium- und Lokalprodukte.
Der Vorsitzende der Geschäftsführung versicherte zum Abschluss, dass die Konzernleitung an die Metro C & C glaube und die bereit gestellten finanziellen Mittel für die Neuausrichtung, als Beweis für den Arbeitsplatzerhalt verstanden werden sollte.  Die DHV wird diese Zusage überwachen!

Kurzmitteilung: Metro Properties

Am 6. Mai 2016 traf sich eine kleine Runde der Mitglieder der Tarifkommission unter Beteiligung von Michael Vittet (DHV), um Änderung im Manteltarifvertrag zu besprechen.
Aufgrund der sehr guten Vorarbeiten der Arbeitsgruppe Metro PP MTV, können bereits nach dem nächsten Treffen der Kommission, die Forderungen aufgestellt und formuliert werden. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten.

Metro C+C: „back to attack“ wie schon seit Jahren - Attacke Personalabbau

Die Metro-Geschäftsführung hat das gigantischste Mitarbeiterabbauprogramm in der Geschichte dieses Unternehmens angestoßen. Unter dem Deckmäntelchen Geschäftsoptimierung und Produktivitätssteigerung und hinter immer wieder veröffentlichten Beschäftigten (FTE)-Zahlen (die stets deutlich geringer sind) versteckt sie einen tatsächlichen Mitarbeiterabbau von circa 1500 Menschen – in Worten: Eintausendfünfhundert!
Offensichtlich schert sich die Geschäftsführung nicht darum, wer in den Märkten überhaupt noch das Geschäft am Laufen hält. Bei einer Teilzeitquote von über 40Prozent und viel zu vielen Überstunden der Beschäftigten, funktioniert eine ordentliche Warenversorgung schon heute nicht immer. Dass das neue Konzept der Geschäftsführung nun auch noch Umsatz – und damit Gewinne – steigern soll, wirkt dagegen schon fast grotesk.
Hier findet ein völliger Umbau statt, aber offensichtlich soll das Geschäft danach ohne Menschen funktionieren. Die Gewerkschaften und der Gesamtbetriebsrat haben dieses Vorgehen und Konzept ganz entschieden verurteilt. Doch unsere Argumente dringen nicht durch. Die Gegenseite zieht unverändert ihre Planung durch.
Wir stellen nach dem ganzen Personalabbau der letzten Jahre die Frage:
Was hat die Geschäftsführung wirklich mit den Cash & Carry-Märkten vor?
Rechnen Sie uns vor, wie viele Mitarbeiter/innen tatsächlich mindestens gebraucht werden, um einen C&C Markt zu führen. Wenn Sie auf die Sekunde genau sagen können, wie viel Zeit (und damit Arbeitsplätze) angeblich durch die Veränderung von Arbeitsprozessen gespart wird, muss diese Rechnung ja wohl möglich sein…!

Weitere Auswirkungen von „back to attack“:
Durch die Bildung von Regionalbetrieben und Belieferungsdepots, die jeweils eigenständige Gesellschaften auf Marktebene sein sollen, könnten hier auch eigenständige Betriebsräte entstehen. Das würde bedeuten, dass in einem Markt bis zu drei Betriebsratsgremien tätig würden (Markt, Depot und Regiobetrieb). Eine effektive Betriebsratsarbeit wäre so nicht möglich. Die Gewerkschaften und der GBR von MCCD wollen, dass es weiter bei einem Betriebsrat pro Markt bleibt und alle Beschäftigten – ob Marktmitarbeiter, Depot oder Regiobetrieb – ihn gemeinsam wählen. Die Tarifkommission wird versuchen, genau das mit dem Arbeitgeber zu vereinbaren.
Wir empfehlen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die von Kündigung betroffen sind, diese unbedingt in Form einer Kündigungsschutzklage überprüfen zu lassen.
Für DHV-Mitglieder ist diese Klage kostenlos und die DHV stellt die Prozessvertretung.

Stellungnahme der Bundesfachgruppe Handel und Warenlogistik zum Thema „DHV als Gewerkschaft“

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

wir, die Bundesfachgruppe Handel und Warenlogistik der Gewerkschaft DHV, wollen und werden nicht länger schweigen zu den Vorkommnissen und Angriffen, mit denen ver.di und Genossen uns verunglimpfen und - ja, man muss sagen - vernichten wollen.

Wir sagen:
Nicht mit uns!
Bis hierher und nicht weiter!
Wir lassen uns nicht kleinmachen!

Viele von Euch wissen um die Prozesse und Klagen, mit denen uns ver.di und Co. – und wir als Handelsleute beziehen uns in erster Linie auf ver.di. – die Daseinsberechtigung absprechen wollen.

Und weil man mit allen anderen Versuchen in der Vergangenheit gescheitert ist, greifen die ver.di-Funktionäre aus Berlin zur schärfsten Waffe: dem Tariffähigkeitsverfahren.

Hat von den klagenden Parteien eigentlich noch keine begriffen, dass ihre Probleme im Handel nicht gelöst sind, nur weil sie versuchen eine Monopolstellung zu erstreiten?

Zu juristischen Mitteln zu greifen, nur weil man mit sachlichen Argumenten nicht mehr weiterkommt, offenbart lediglich ihre eigene Hilf- und Ideenlosigkeit.
Allein die Geschichte beweist, dass juristische Trickserei eine lebendige und wahrhaftige Arbeit vor Ort nicht ersetzt.

Warum treten denn immer mehr Arbeitnehmerkolleginnen und -kollegen – oft bei nicht mehr tarifgebundenen Arbeitgebern – an unsere hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen, insbesondere unsere Betriebsräte heran?
Bestimmt nicht, weil sie bei ver.di die Hilfe erhielten, die sie brauchten!

Tarife abzuschließen ist kein Selbstzweck.

Nur weil man groß und mächtig ist und bestimmen will, wo es langgeht, darf man nicht die Arbeitnehmerinteressen aus dem Blick verlieren.

Tarifverträge abschließen und wie wir es sehen, danach zu handeln – pragmatisch, praxisnah, ideenreich und an Wünschen der Arbeitnehmer orientiert – ist unser Dogma!

Warum wirft ver.di uns - als DHV - dies nun als arbeitgebernah vor?
Ganz einfach: weil wir den Kolleginnen und Kollegen vor Ort zuhören und nicht einfach nur in Berlin, oder für uns in Hamburg, gesetzte Doktrinen umsetzen. Wir halten ver.di den Spiegel vor das Gesicht und das wollen sie sich nicht gefallen lassen. Wer lässt sich schon gerne demaskieren?

Wir sind Mitarbeiter verschiedenster deutscher Handelsunternehmen, -betriebe und Firmen und können mit reinem Gewissen sagen, dass wir und unsere hauptamtlichen Kolleginnen und Kollegen sich täglich und immer wieder für die Belange unserer Kolleginnen und Kollegen in unseren Betrieben in ganz Deutschland einsetzen. Wahrhaftig, uneigennützig, dem Gemeinwohl orientiert!

Unsere Beobachtungen zeigen, dass Frühstücksfunktionäre die täglichen Probleme vor Ort selten kennen, denn diese werden nicht an „grünen Tischen“ gelöst, sondern dort wo sie entstehen.

Unsere Betriebsgruppen hingegen arbeiten eigenständig zum Wohle der Beschäftigten und sind nicht fremdbestimmt durch eine Zentrale bzw. durch zentrale Anweisungen.

Wir sind – mit Hilfe unserer Betreuungssekretäre – tagtäglich an der Basis, kennen die Abläufe und bekommen die damit verbundenen Probleme als Betriebsräte oder auch nur als engagierte DHV‘ler mit, setzen uns damit auseinander und finden Lösungen im Interesse aller Mitarbeiter.

In den Betrieben und Filialen arbeiten wir vor Ort aktiv in allen (BR-) Gremien mit allen Kolleginnen und Kollegen aller „Fraktionen“ erfolgreich zusammen, um uns jetzt sagen lassen zu müssen, dass dies nicht sein darf?

Erfolgreiche Wahlen – sei es für die BR-Gremien, aber auch für die verschiedensten Aufsichtsratsgremien, wo die DHV mittlerweile mehrfach mehr als einen Sitz errungen hat, obwohl sie ja angeblich keine Basis hat und zu klein ist? - zeigen unsere aktive, erfolgreiche Arbeit vor Ort!

Nichtsdestotrotz – und das ist (für uns) das Schlimmste, ist es eine Tatsache, dass man (und dies immer wieder vor jeder Wahl) Kolleginnen und Kollegen persönlich angreift und nicht die Wahrheit verbreitet, sondern wahllos „um sich schlägt“.

Wahlkampf – Ja!,
aber in der heutigen Zeit kann es nicht sein, dass Menschen, egal ob sie einen anderen Glauben haben, eine andere Hautfarbe oder gewerkschaftlich woanders betreut werden, am Ende persönlich angegriffen und beschädigt werden, denn die Zeitzeugnisse der Vergangenheit müssten doch eines Besseren belehren.
Jeder mündige Mensch hat die Freiheit – und diese Koalitionsfreiheit ist im Grundgesetz verbrieft – und kann selbst entscheiden, welchen Dienstleister (Gewerkschaft) er für richtig hält, denn dieser wird am Ende von uns und euch bezahlt!

Wir wollen die Wahl haben und wir haben uns freiwillig für die DHV entschieden und deshalb fragen wir:

Leben wir eigentlich noch in einer Demokratie, die auch Minderheiten zulässt oder gibt es nur noch Wunschkonzerte für die sogenannten Großen wie den DGB, in unserem Fall vertreten durch ver.di, die nur durch eigene – nicht prüfbare Aussagen – sich selbst dazu bevollmächtigt, den Takt zu bestimmen und sich Gesetze wie das DGB-Ermächtigungsgesetz (Tarifeinheitsgesetz) auf den Leib schneidern lässt?

Wir wollen keinen von Berlin – und damit ist sowohl die Politik wie auch die Zentrale der ver.di gemeint – gekochten Einheitsbrei, geschweige denn deren angestrebte Einheitsgewerkschaft, sondern wir wollen als mündige Bürger selbst mitbestimmen, wo es langgeht.

Allen Angriffen zum Trotz werden und wollen wir uns weiter politisch offen, tolerant und sachorientiert für die Belange, Fragen und Probleme der Kolleginnen und Kollegen in den Unternehmen stark machen!

Von all dem abgesehen, stellt sich uns die Frage, warum ver.di u.a. soviel Zeit, vor allem aber Geld für Anwälte, Gutachten u.a. ausgibt, welches damit den eigenen Mitgliedern vorenthalten wird.

Gebt euer Geld für eure Mitglieder aus, denn sie bezahlen eure Existenz!

DHV – das ist für uns gelebte Basisdemokratie und als Demokraten verlangen wir die Erhaltung der im Grundgesetz festgeschriebenen Koalitions- und Wahlfreiheit der Gewerkschaftszugehörigkeit sowie der Tariffreiheit, die nicht mehr gegeben ist, wenn die DHV – als neben ver.di einzige tariffähige Gewerkschaft im Handel – „kaputt gemacht wird“.

 
Mit kollegialen Grüßen für die Mitglieder des Bundesfachgruppenvorstandes


Sabine Bondzio
Vorsitzende Bundesfachgruppe Handel

METRO Properties: Manteltarifvertrag gekündigt

Die Unternehmervereinigung für Arbeitsbedingungen im Handel und Dienstleistungsgewerbe e.V. (AHD), vertreten durch Herr Dr. Lessner-Sturm, hat zum 31. März 2016 folgende Verträge gekündigt:

1. Manteltarifvertrag
2. Tarifvertrag zum Urlaubsgeld

Das weitere Vorgehen, sowie die Zusammensetzungen der Verhandlungskommissionen wird zeitnah festgelegt.
Zunächst gilt es die Verhandlungen zum Entgelttarifvertrag erfolgreich abzuschließen. Die nächste Verhandlungsrunde wird diesbezüglich am 28. Januar 2016 stattfinden. Für diese ist die DHV gut gerüstet. Den Begründungen der Arbeitgeberseite für das sehr bescheidene Angebot in Höhe von 2,0 % Lohnerhöhung für eine Laufzeit von 12 Monaten, wird die Tarifkommission in der kommenden Verhandlungsrunde entschieden entgegentraten.

METRO Properties: Erste Verhandlungsrunde Entgelt-Tarifvertrag

Nach der fristgerechten Kündigung des Haustarif-Entgeltvertrages zum 31.Dezember 2015 hat am 10. Dezember 2015 eine erste Verhandlungsrunde der Tarifkommission mit dem Arbeitgeber stattgefunden. Gefordert wurde von Arbeitnehmerseite eine Entgelterhöhung von 4,8% bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

Angeboten wurde eine Erhöhung von 1,0% von Seiten des Arbeitgebers. Am Ende der Verhandlungen bot die Arbeitgeberseite eine Entgelterhöhung von 2,0% mit einer Laufzeit von 12 Monaten. Die Vertreter der Verhandlungskommisson schlugen dieses Angebot mit sehr guter Begründung - im Rahmen der internen Beratungen - aus.

Seitens Eurer Berufsgewerkschaft wurden demnach die Verhandlungen vorerst unterbrochen. Das Hauptvorstandsmitglied Hans-Rudolf Folz, Hans-Joachim Bonzio, Bundesfachgruppenleiter Handel und Michael Vittet, Regionalbetreuer Landesverband Rheinland-Pfalz/Saar erklärten, die Verhandlungen im Interesse der Arbeitnehmer am 28. Januar 2016 erneut aufzunehmen.

V.i.S.d.P. Michael Vittet

METRO C+C und Schaper: Die Silvester-Öffnung oder wird der Tarifbruch zum Modell der Geschäftsführung von METRO C+C???

Erstmals seit Einführung der Mitbestimmung bei Metro Cash & Carry werden die Betriebsräte offen und dreist aufgefordert, Tarifvertragsbruch zu betreiben. Die Geschäftsführung hat die Betriebsräte der Märkte dazu aufgefordert, gegen bestehende Manteltarifverträge zu verstoßen, indem diese die Ausdehnung der Öffnungszeiten der Märkte und damit der Arbeitszeiten der Kolleginnen und Kollegen an Silvester bis 18:00 Uhr sowie die Sonntagsöffnung am 27.12.2015 genehmigen sollen.

Gestern wurde eine turbulente GBR Sitzung auf unbefristete Zeit unterbrochen.

Der Grund: „Die Zeichen stehen auf Auseinandersetzung“. Wir, Gewerkschaften und Arbeitnehmer, befinden uns in einer dramatischen Konfrontation mit dem Arbeitgeber zu den oben genannten Themen!

Ich fordere die örtlichen Betriebsräte hiermit auf, hierfür keine Zustimmungen zu erteilen!

Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Tarifverträge auf diese Art und Weise Stück für Stück auseinander genommen werden.

Wir können dies nur als versuchte Aufkündigung der Sozialpartnerschaft verstehen!

Wieso?

Ihr seid als Betriebsräte nach Betriebsverfassungsgesetz verpflichtet, für die Einhaltung der Tarifverträge gegenüber Euren Beschäftigten zu sorgen!

Das weiß auch die Geschäftsführung. Dass Sie trotzdem auf diese Weise auf Euch zukommt und Euch offen auffordert, Gesetzesbruch zu begehen, werte ich als Angriff auf die Sozialpartnerschaft und auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit, die über lange Jahre im Unternehmen gepflegt wurde.

Während das Management auf der einen Seite den Abbau von Arbeitsplätzen und damit die mögliche Entlassung von aktuell bis zu 800 Kolleginnen und Kollegen plant, wird zugleich versucht, die Arbeitszeiten unserer Kolleginnen und Kollegen, entgegen den bestehenden Tarifverträgen, auszuweiten, notfalls die Märkte durch den Einsatz von Fremdarbeitskräften länger zu öffnen.

Dabei hofft das Management darauf, dass sich ausreichend Mitarbeiter in den Märkten finden, die freiwillig, außerhalb der im Tarifertrag festgelegten Arbeitszeiten, arbeiten möchten.

Wir können und wollen dieses Vorhaben nicht unterstützen!

Angesichts des allein für 2016 geplanten Abbaus muss jedem klar sein, dass durch den Verstoß gegen die tariflichen Arbeitszeiten bzw. solche Mehrarbeiten keine Arbeitsplätze gesichert werden, sondern genau das Gegenteil erreicht wird. Immer weniger Menschen müssen immer länger bzw. mehr arbeiten. Dass bereits jetzt nicht mehr genug Personal in den Märkten vorhanden ist, um die Waren rechtzeitig an den Kunden zu bringen, wird letztlich nahezu aus allen Betrieben berichtet.

Wir, die Berufsgewerkschaft DHV, empfehlen den Betriebsräten in den Märkten, die Anträge auf Zustimmung zur Verlängerung der Arbeitszeiten zu Silvester sowie zur Sonntagsarbeit am 27.12.2015 abzulehnen!

Sogenannte „Freiwilligkeit“ hat Grenzen! Lasst Euch Eure Rechte nicht abkaufen!

Silvester wird ab 18:00 Uhr gefeiert und nicht erst nach Hause gegangen!

Auf die Versagung Eurer Zustimmung kommt es mithin entscheidend an.

Also lasst Euch nicht vor den „Karren spannen“, sondern setzt als örtlicher BR ein deutliches Zeichen!

Hans-Joachim Bondzio

Tarifabschluss beim Großhandel Nordrhein-Westfalen

2,7 Prozent mehr ab 1.7.2015!
2,0 Prozent mehr ab 1.5.2016!

Gute Arbeit hat ihren Preis! Der Tarifabschluss für die Beschäftigten im Bereich Großhandel, Außenhandel und gewerbliche Verbundgruppen Großhandel Nordrhein-Westfalen bringt deutlich mehr in den Geldbeutel der Beschäftigten. Mit  2,7% im Jahr 2015 liegt der Abschluss gut über der prognostizierten Preissteigerungsrate. Dies sichert den Beschäftigten der Branche wieder eine, wenn auch kleine Reallohnsteigerung. Die Tarifgemeinschaft Großhandel – Außenhandel – Dienstleistungen Nordrhein-Westfalen hat zusammen mit den Gewerkschaften mit Datum vom 25. Juni 2015 den Abschluss von Baden-Württemberg weitgehend übernommen.

Hier die ausführlichen Tarifergebnisse:

  • Die Tariflöhne und -gehälter werden zum 1. Juli 2015 um 2,7% und ab dem 1. Mai 2016 um weitere 2,0% erhöht.
  • Die Vergütung der Auszubildenden steigt zum 1. September 2015 um 30 Euro und zum September 2016 um weitere 20 Euro.
  • Für den Zeitraum vom 1. Februar bis 31. Mai 2016 erfolgt eine Einmalzahlung in Höhe von 90 Euro.
  • Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 30. April 2017.
  • Längere Arbeitszeiten an Silvester und Weihnachten sind ebenso vom Tisch, wie die Streichung der Zuschläge für Samstagsarbeit.
  • Eine betriebliche Öffnungsklausel (Verschiebung der Erhöhungszeitpunkte des Tarifergebnisses) wie von den Arbeitgebern gefordert, wurde abgewehrt.

Warengenossenschaften Norddeutschland: Erfolgreicher Abschluss der Tarifrunde 2015

Am 25.6.2015 verhandelten DHV und der Genossenschaftliche Arbeitgeberverband Norddeutschland (GAV) in Hannover den Tarifvertrag für die Warengenossenschaften in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin, Brandenburg sowie Mecklenburg-Vorpommern und kamen dabei zu folgendem Abschluss:

Erhöhung  der Einkommen ab    
1.7.2015 um 2 % im gesamten Geltungsbereich sowie zum
1.7.216 um 1,7 % in Niedersachsen und um 2 % in den östlichen Bundesländern.
Mit dieser differenzierten Erhöhung wird ein weiterer Schritt in der Angleichung der Osteinkommen auf das Westniveau vollzogen.
Zusätzlich erhalten alle Mitarbeiter mit dem Juli-Gehalt eine Einmalzahlung in Höhe von Euro 100.--, Auszubildende, die bereits am 30.6.2015 in Ausbildung standen, erhalten Euro 50.--.

Ausbildungsvergütungen
werden zum 1.7.2015 erhöht auf

  1. 660.-- € im 1. Ausbildungsjahr
  2. 735.-- € im 2. Ausbildungsjahr
  3. 815.-- € im 3. Ausbildungsjahr
  4. 895.-- € im 4. Ausbildungsjahr

Das entspricht einer Erhöhung zwischen 5 und 5,5%!
Mit dieser überproportionalen Erhöhung signalisieren die Tarifpartner, dass der Berufsausbildung ein besonderes Augenmerk gewidmet wird. Damit soll die Ausbildungsquote weiter gesteigert werden, obwohl diese im Durchschnitt schon bei 10 % liegt und für manche Berufe sogar bis zu 20 %. Das ist nicht nur im strukturschwachen östlichen Geltungsbereich von wesentlicher Bedeutung.
Der Tarifabschluss kann das Niveau des Abschlusses von 2013 nicht erreichen, weil sich die wirtschaftliche Lage der Landwirtschaft und ihrer Genossenschaften gegenüber diesem sehr guten Geschäftsjahr in den meisten Geschäftsbereichen stark abgeschwächt hat.
Der Tarifabschluss verschafft den Beschäftigen einen Kaufkraftzuwachs. Er hat eine Laufzeit von 24 Monaten.