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Private Versicherungen: Ergebnis der ersten Tarifrunde 2017 - Altersversorgung für Alle und nicht nur für Auserwählte!

Wie erwartet legte der Arbeitgeberverband in der ersten Runde der Tarifverhandlungen kein Angebot vor. Er stellte die wirtschaftliche Lage der Branche vielmehr in dramatischer Weise dar.

Unsere Meinung: Wie gewohnt spielt die Arbeitgeberseite das Klagelied vom fehlenden Geld für Gehaltserhöhungen!
Insbesondere verwies der Arbeitgeberverband auf das Niedrigzinsumfeld, die drohende Einführung der Bürgerversicherung, bevorstehende weitere regulatorische Auswirkungen (IDD, Solvency II) und die Herausforderungen der Digitalisierung.

Nach unserem Eindruck spielt für viele Konzerne die Digitalisierung und Agilität eine dem Menschen übergeordnete Rolle. Veränderungen in der Arbeitswelt sind nach Meinung der Arbeitgeberseite angesagt.  Nur bei der Gehaltsentwicklung ist Stillstand ja sogar Rückschritt anstelle von Agilität angesagt!

So geht das aber nicht!
Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland widerspricht grundlegend dem von den Arbeitgebern negativ gezeichnetem Bild. Die Arbeitslosenquote sinkt kontinuierlich bei einer noch nie da gewesenen Erwerbstätigenquote.  

Deshalb fordern wir:

  • Zweistufige Erhöhung der Gehälter des Innendienstes:
    3,7 % für die Dauer von 16 Monaten
    3,4 % für die Dauer von 17 Monaten
  • Erhöhung der Auszubildendenvergütung in Höhe von 2 x 5 %
  • 2 Einmalzahlungen für die Gehaltsgruppen A und B in Höhe von jeweils 300,00 €
  • Laufzeit des Gehaltstarifvertrags: 33 Monate
  • Verlängerung des Altersteilzeitabkommens bis 31. Dezember 2019
  • Die Zukunftsfähigkeit der Tarifverträge

Altersversorgung für Alle und nicht für Auserwählte!
Wir erwarten für alle Kolleginnen und Kollegen in der Branche einen Zuschuss zur Altersversorgung in Höhe von 80.- € monatlich, anstelle eines unsolidarischen Zuschusses für Mitglieder von verdi.

Die Verhandlungen werden am 05.05.2017 in Düsseldorf fortgesetzt.

Privates Versicherungsgewerbe: Tarifverhandlungen im Versicherungsaußendienst ohne Ergebnis vertagt

23. Dezmeber 2016

Am 22.12.2016 fanden in Wuppertal die Gehaltstarifverhandlungen für den Versicherungsaußendienst statt. Die DHV hatte den Gehaltstarifvertrag fristgerecht zum 31.12.2016 gekündigt.

Nach mehrstündigen Verhandlungen konnte kein Ergebnis erzielt werden. Die Arbeitgeberseite legte ein Angebotspa-ket in einem Umfang von lediglich rund 1 % vor. Die DHV-Verhandlungskommission wies dieses Angebot als nicht akzeptabel zurück. Sie hatte ein Forderungspaket mit Erhöhungen im Schnitt von 3,7 % vorgelegt. Die Verhandlungen wurden daraufhin ergebnislos in das Jahr 2017 vertagt.

Der aktuelle Verhandlungsstand im Überblick:

DHV-Forderung Arbeitgeberangebot
Laufzeit des Tarifvertrages 12 Monate 33 Monate

DHV-Forderung:      Ab 01.01.2017 Erhöhung um Arbeitgeberangebot: 2 Erhöhungsstufen ab 04/2017 und ab 07/2018
Mindesteinkommen Stufe I (§ 3 Ziff. 1 GTV) 85 € monatlich (mtl.) 25 € mtl (1,24 %)
25 € mtl (1,00 %)
Mindesteinkommen Stufe II (§ 3 Ziff. 1 GTV) 70 € mtl. 20 € mtl. (1,01 %)
20 €mtl. (1,00 %)
Mindesteinkommen organisierender Werbeaußendienst (§ 3 Ziff. 2 GTV) 90 € mtl. 25 € mtl. (1,02 %)
25 € mtl. (1,01 %)
Unverrechenbarer Betrag des Mindesteinkommens (§ 19 Ziff. 1 MTV) 50 € mtl. 5 € mtl. (1,00 %)
5 € mtl. (0,99 %)
Monatliche Einkommensgrenze für Weihnachts- und Urlaubsgeld (§ 19 Ziff. 5, § 22 Ziff. 3 MTV) 180 € 50 € (1,02 %)
50 € (1,01 %)
Höchstbetrag Weihnachtsgeld Stufe I (§ 19 Ziff. 5 MTV) 70 € 20 € mtl. (1,06 %)
20 € mtl. (1,05 %)
Höchstbetrag Weihnachtsgeld Stufe II (§ 19 Ziff. 5 MTV) 85 € 25 € mtl. (1,08 %)
25 € mtl. (1,06 %)
Höchstbetrag Weihnachtsgeld organisierender Werbeaußendienst (§ 19 Ziff. 5 MTV) 100 € 30 € mtl. (1,16 %)
30 € mtl. (1,14 %)
Höchstbetrag Krankenzulage (§ 21 Ziff. 2 b) und c) MTV) 140 € mtl. 40 € mtl. (1,04 %)
40 € mtl. (1,03 %)
Provisionsausgleich für Eigengeschäft (§ 22 Ziff. 2 Abs. 2 MTV) 15 € pro Urlaubstag Kein Angebot
Höchstbetrag Urlaubsgeld Stufe I (§ 22 Ziff. 3 Abs. 2 MTV) 45 € 10 € (0,85 %)
10 € (0,85 %)
Höchstbetrag Urlaubsgeld Stufe II (§ 22 Ziff. 3 Abs. 2 MTV) 55 € 15 € (1,03 %)
15 € (1,02 %)
Höchstbetrag Urlaubsgeld organisierender Werbeaußendienst (§ 22 Ziff. 3 Abs. 2 MTV) 70 €

20 € (1,23 %)
20 € (1,21 %)

Darüber hinaus fordert die DHV die Verlängerung des bis zum 31.12.2017 geltenden Altersteilzeitabkommens bis zum 31.12.2019 und die Erweiterung des Abkommens auf den gesamten Versicherungsaußendienst. Die Arbeitgeberseite hat zu dieser Forderung keine Stellung genommen.

 

Für Sie verhandeln:

Peter Abend, Gothaer Krankenversicherung AG, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Privates Versicherungsgewerbe
Martin Adam, Hallesche Krankenversicherung AG
Michael Böhme, SIGNAL IDUNA Gruppe
Peter Daniel Forster, NÜRNBERGER Lebensversicherung
Manuela Franz-Fiedler, Sparkassenversicherung Sachsen
Peter Heckel, Gothaer Allgemeine Sachversicherung AG
Rosemarie Henning, Gothaer Finanzholding AG
Ute Koser, NÜRNBERGER Lebensversicherung
Matthias Rickel, Talanx / HDI
Henning Röders, DHV-Bundesvorsitzender
Matthias Rottwinkel, Gothaer Krankenversicherung  AG
Rose-Maria Sommer, Allianz Versicherung
Roland Maria Weigt, Allianz SE

Privates Versicherungsgewerbe: 2. Stufe Gehaltserhöhung - Tarifverhandlungen 2017 im Blick

16.09.2016

Resultierend aus den letzten Tarifverhandlungen im Privaten Versicherungsgewerbe werden die Gehälter der Angestellten erneut angehoben. Ab Oktober 2016 steigen diese um 2,1 %.

Der Blick geht aber bereits nach vorn. Im ersten Quartal 2017 starten die nächsten Verhandlungsrunden mit dem Arbeitgeberverband (AGV). Es geht dabei um die zukünftigen tariflichen Gehaltsanpassungen und möglicherweise um noch Einiges mehr. Hinter den Kulissen schnüren Gewerkschaften und AGV ihre Forderungspakete. So trifft sich auch die DHV-Tarifkommission im November, um über die DHV-Forderungen für die Tarifrunde 2017 zu beraten. Grund genug, einen kleinen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Zuvor ist es uns aber wichtig, auf einen Punkt der zurückliegenden Tarifverhandlungen hinzuweisen.

Wegfall des Weihnachtsgeldes bei gekündigtem Arbeitsverhältnis
Das tarifliche Weihnachtsgeld von 80 % des zuletzt gezahlten Bruttomonatsgehaltes ist gleichermaßen bekannt wie geschätzt. Weniger bekannt ist jedoch die Ausschlussklausel in § 3 des Manteltarifvertrages. Danach verliert der Arbeitnehmer seinen gesamten Weihnachtsgeldanspruch, wenn er bereits vor Auszahlung der Weihnachtsvergütung sein Arbeitsverhältnis selbst gekündigt hat. Das führt zu unbilligen Ergebnissen. Vor allem dann, wenn das Arbeitsverhältnis zum Schluss des laufenden Kalenderjahres infolge Eigenkündigung beendet wird. Leider hat es genau diese Konstellation schon mehrfach gegeben.

Die Anwendung der tariflichen Ausschlussklausel ist unangemessen, denn das Weihnachtsgeld stellt unter anderem eine Gegenleistung für bereits erbrachte Arbeitsdienste dar.
Diese Argumentation war für den AGV in den letzten Tarifverhandlungen durchaus nachvollziehbar. Zu einem Wegfall der Ausschlussklausel – wie von uns gefordert – war der AGV aber nicht bereit. Vielmehr nimmt es der AGV billigend in Kauf, dass Arbeitnehmer trotz ihrer guten oder sehr guten Leistungen für das gesamte Kalenderjahr kein Weihnachtsgeld erhalten.

Da wir den AGV zur ersatzlosen Streichung der Ausschlussklausel nicht zwingen können, informieren wir auf diesem Weg über die kaum bekannte Regelung und wie die Nachteile vermieden werden können:

  • Erst Ausspruch der Eigenkündigung nach Auszahlung des Weihnachtsgeldes
  • Vereinbarung eines Aufhebungsvertrages anstelle einer Eigenkündigung
  • Der Auszahlungszeitpunkt des Weihnachtsgeldes wird vorgezogen. Dies können jedoch nur die Be-triebsräte erzwingen.

Tarifverhandlungen 2017 - ein kurzer Blick hinter die Kulissen
Ja, es geht wieder um eine angemessene Vergütung der Versicherungsangestellten für die nächsten zwei bis drei Jahre. Ja, der AGV wird in der ersten Verhandlungsrunde den „Untergang des Abendlandes“ bemühen, um die aus seiner Sicht prekäre Lage der Versicherungskonzerne und Gesellschaften zu veranschaulichen. Schlussendlich wird es eine Einigung geben, die vor allem den weiter zunehmenden Arbeitsdruck der Angestellten angemessen honorieren muss.

Aber es geht noch um andere Dinge: Seit Jahrzehnten sind Gesetzgeber und Rechtsprechung noch nie so aktiv geworden wie in dieser Legislaturperiode.
Unsere Tarifkommission analysiert die gegenwärtigen und zukünftigen gesetzlichen Neuregelungen sowie die Rechtsprechung und prüft deren Auswirkungen in der Versicherungswirtschaft. Soweit Handlungsbedarf besteht, treten wir in den Dialog mit dem AGV.

Zwei Themen drängen sich jetzt schon auf, über die wir ggf. noch ausführlich berichten werden. Diese sind:

  • Berechnung des Jahresurlaubsanspruchs bei vorübergehender Veränderung der Arbeitszeit im Kalenderjahr
  • Veränderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes und dessen Auswirkungen auf die Unterneh-mensmitbestimmung

Über diese und weitere Themen beraten wir in der Bundestarifkommissionssitzung am 3. November 2016.

Gehaltstabelle ab 1.10.2016

 

In der DHV-Tarifkommission verhandeln:

Peter Abend, Gothaer Krankenversicherung AG, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Privates Versicherungsgewerbe
Martin Adam, Hallesche Krankenversicherung AG
Michael Böhme, SIGNAL IDUNA Gruppe
Peter Daniel Forster, NÜRNBERGER Lebensversicherung AG
Manuela Franz-Fiedler, Sparkassenversicherung Sachsen
Peter Heckel, Gothaer Allgemeine Sachversicherung AG
Rosemarie Henning, Gothaer Finanzholding AG
Ute Koser, NÜRNBERGER Lebensversicherung AG
Matthias Rickel, Talanx / HDI
Henning Röders, DHV-Bundesvorsitzender
Matthias Rottwinkel, Gothaer Krankenversicherung  AG
Rose-Maria Sommer, Allianz Versicherung
Roland Maria Weigt, Allianz SE

Talanx Deutschland: Aktive Mittagspause gegen Stellenabbau bei Talanx in Hannover

Unter Beteiligung der DHV protestierten gestern am 7. Juli 2016 rund 250 Beschäftigte in ihrer Mittagspause gegen den geplanten Stellenabbau bei Talanx Deutschland (HDI). Matthias Rickel, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender des Zentralbetriebs in Hannover und Aufsichtsratsmitglied in der HDI Kundenservice AG sowie DHV-Landesgeschäftsführer Alexander Henf zeigten mit den anderen Kollegen Flagge, um auf die Folgen des Kurses von Vorstand und Geschäftsführung hinzuweisen. Denn erst sind die Kolleginnen und Kollegen vom Schrumpfkurs infolge unternehmerischer Fehlentscheidungen betroffen, dann die Kunden – die sich dann anderen Anbietern  zuwenden. Diese Abwärtsspirale gilt es mit weiteren Aktionen abzuwenden!

Hallesche Krankenversicherung: Für eine kundenorientierte Umstrukturierung – gegen Standortschließungen auf dem Rücken der Beschäftigten!

Die Berufsgewerkschaft DHV verurteilt die von der Halleschen Krankenversicherung angekündigten Standortschließungen der Service Center Betriebe in Hamburg, München und Frankfurt zum 31.12.2017 als einen Schritt in die falsche Richtung. Die Schließung von Service Centern in Ballungszentren spricht der Pressemitteilung der Halleschen Krankenversicherung vom 17.09.2015 Hohn: Der Eindruck drängt sich auf, dass eben nicht die konsequentere Ausrichtung der Produkte, Vertriebskanäle und Betriebsprozesse auf die Kunden im Blickpunkt steht, wie es die Pressemitteilung suggerieren will, sondern die rigorose Einsparung von Verwaltungs- und Personalkosten auf dem Rücken der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter! Den Werten eines maklerorientierten Serviceversicherers wird die Hallesche Krankenversicherung mit der Ausdünnung ihres Servicebereichs in den Ballungsräumen eben nicht gerecht!

Noch am 22. Juli 2015 hob die Hallesche Krankenversicherung in einer Pressemitteilung hervor, dass sie ihren Versicherten 62 Mio. Euro an Beiträgen rückerstatten will und das Unternehmen aufgrund seiner starken Finanzkraft seine nachhaltige Geschäftspolitik im Interesse der Kunden fortsetzen kann. Zur nachhaltigen Geschäftspolitik im Interesse der Kunden gehört die Präsenz in der Fläche und nicht die Aufgabe von Servicestandorten!

Betroffen sind 150 Beschäftigte an den drei Standorten Hamburg, München und Frankfurt. Allen soll laut Aussage der Unternehmensführung ein Weiterbeschäftigungsangebot gemacht werden. Bloß was sind solche Zusagen wert, wenn die betroffenen Beschäftigten in andere Ecken der Republik versetzt werden sollen mit der Folge, dass sie vor der Frage stehen, ob sie umziehen oder das Schicksal eines Wochenendpendlers ertragen sollen? Gerade für ältere Beschäftigte ist ein solches Weiterbeschäftigungsangebot eine Zumutung. Sie, die zu einem großen Teil über Jahrzehnte hinweg dem Unternehmen in guten und schlechten Zeiten die Treue gehalten haben, werden faktisch zum Verlassen des Unternehmens gedrängt.

Ein Unternehmen, das sich leisten kann, 62 Mio. Euro an Beitragsrückerstattungen an die Kunden zu zahlen, kann sich auch den Erhalt von Servicestandorten in den Ballungszentren leisten! Wenn das Unternehmen meint, eine Umstrukturierung vornehmen zu müssen, dann soll sie eine solche vornehmen, die auch dem Wert Kundenorientierung gerecht wird!

Die Berufsgewerkschaft DHV unterstützt die Beschäftigten, die Betriebsräte und den Gesamtbetriebsrat bei ihren Bemühungen um den Erhalt der Arbeitsplätze. Als Gewerkschaft bieten wir unseren Mitgliedern kostenlos Rechtsschutz. Nehmen Sie unser Angebot an und werden Sie Mitglied der DHV – der Gewerkschaft, die Ihre Interessen kompetent vertritt!

V.i.S.d.P. Henning Rödes

Gehaltstarifabschluss Innendienst privates Versicherungsgewerbe: 2,4 % ab 01.09.2015

In den frühen Morgenstunden des 23.05.2015 einigten sich DHV und AGV auf folgenden Tarifabschluss:

  • Gehaltserhöhungen: 2,4 % zum 01.09.2015 und 2,1 % zum 01.10.2016
  • Erhöhung der Verantwortungs- und Tätigkeitszulagen entsprechend der linearen Gehaltserhöhungen
  • Erhöhung der Auszubildendenvergütungen in Höhe von 25 € je Lehrjahr ab 01.09.2015 und ab 01.10.2016
  • 5 Nullmonate
  • Einmalzahlungen für die Gehaltsgruppen A und B in Höhe von jeweils 100 € zum 01.09.2015 und zum 01.09.2016
  • Laufzeit des Gehaltstarifvertrages bis zum 31.03.2017
  • Verlängerung des Altersteilzeitabkommens bis zum 31.12.2017
  • Verlängerung des Arbeitszeitkorridors bis zum 31.12.2017

Der Abschluss befindet sich am Rande eines tragfähigen Kompromisses. Insbesondere ist ernüchternd, dass ein Tarifabschluss mit einer höheren linearen Gehaltserhöhung in Verbindung mit einer eventuellen längeren Laufzeit nicht möglich war. Die DHV war mit dem Angebot einer Laufzeit von 33 Monaten in Verbindung mit zwei Gehaltserhöhungen von über 3 % in die Verhandlungen gegangen. Eine lineare Gehaltserhöhung mit einer 3 vor dem Komma in der ersten Stufe wäre bei einer längeren Laufzeit durchaus möglich gewesen. Das wären die Arbeitnehmer allemal wert gewesen! Aber es gab eine Gewerkschaft, die lieber eine kürzere Laufzeit als eine höhere Gehaltserhöhung bevorzugte.

Ernüchternd ist auch die Tatsache, dass der Tarifvertrag 5 Leermonate ohne Einmalzahlung beinhaltet.

Die DHV sieht diesen Kompromiss vor allem deswegen als noch tragfähig an, weil sie die Herausforderungen, vor denen das private Versicherungsgewerbe steht, anerkennt. Der Abschluss bedeutet auch einen Reallohnzuwachs für die Beschäftigten.

Immerhin haben wir die Verlängerung des Altersteilzeitabkommens ohne materielle Abstriche vollständig durchgesetzt. Positiv ist auch die Einmalzahlung für die Gehaltsgruppen A und B.

V.i.S.d.P.: Henning Röders

Tarifverhandlungen Versicherungen: Arbeitgeberseite legt bescheidenes Angebot vor

Am 28.04.2015 fand in Köln die zweite Gehaltstarifverhandlungsrunde zwischen DHV und AGV statt. Die Arbeitgeberseite verwies zu Beginn der erneut auf die großen Herausforderungen der Versicherungsbran-che, unterbreitete aber ein erstes Gehaltsangebot.

Das erste Angebot des AGV lautet im Einzelnen:

  • Laufzeit 36 Monate
  • 6 Nullmonate
  • Erhöhung der Gehälter und Auszubildendenvergütungen: 1,6 % zum 1.10.2015; 1,4 % zum 1.10.2016; 1,2 % zum 1.10.2017
  • Ende der Laufzeit 31.03.2018

Unsere Meinung: Das Arbeitgeberangebot ist längst nicht ausreichend!
Bescheidenheit ist normalerweise nicht gerade die Tugend der Versicherungsbranche, werden doch Rekordergebnisse in den letzten Jahren vermeldet und stolze Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet.
Für die Gehaltstarifverhandlungen gilt aber anscheinend eine andere Maxime: Der Maßstab des Gehaltserhöhungsspielraumes liegt laut AGV nur im Bereich des Beitragswachstums ohne der Einmalbeiträge. Die Arbeitnehmer sollen nicht an den Rekordergebnissen beteiligt werden. Das ist nicht gerecht!

Mit dem AGV haben wir über sein erstes Angebot intensiv beraten und dabei unsere Forderungen deutlich zum Ausdruck gebracht:
Die Tarifkommission signalisiert einen Tarifabschluss unter folgenden wesentlichen Bedingungen:

  • Laufzeit 36 Monate
  • Erhöhung um 3,9 % zum 1.07.2015
  • Weitere Erhöhung um 3,6 % zum 1.11.2016
  • Verlängerung des Altersteilzeitabkommens bis zum 31.03.2018

Der Arbeitgeberverband möchte unseres skizziertes Angebot in den nächsten Wochen prüfen. Die Verhandlungen werden am 22.05.2015 in Hamburg fortgeführt..

V.i.S.d.P.: Henning Röders

Auftakt der Gehaltstarifverhandlungen ohne Ergebnis

Am 20.03.2015 fand der Auftakt der Gehaltstarifverhandlungen zwischen DHV und dem AGV statt.

Die DHV-Verhandlungskommission machte deutlich, dass ein zügiger Abschluss, der der guten wirtschaftlichen Entwicklung der vergangenen beiden Jahren Rechnung trägt, notwendig und im unbedingten Interesse der Beschäftigten ist. Sie hatten mit ihrer engagierten Arbeitsleistung zu den Erfolgen der Versicherungsunternehmen, die sich vor allem in dem Beitragswachstum über alle Sparten hinweg widerspiegeln, beigetragen!

Die Arbeitgeberseite beschränkte sich – wie erwartet - auf Ausführungen zur allgemeinen wirtschaftlichen und branchenspezifischen Situation. Dabei verwies sie auf das angeblich sich verschlechternde wirtschaftliche Umfeld: Die private Krankenversicherung habe Probleme im Vollversicherungsgeschäft, die nicht durch die Zusatzversicherungen aufgefangen werden könnten. Die Lebensversicherungen hätten unter der anhaltenden Niedrigzinsphase zu leiden. Und die Sachversicherungen stünden in einem harten Wettbewerb.

Unter dem Strich würden die Wachstumsprognosen für 2015 nur bei 0,3 % liegen! Nur in diesem Rahmen wäre eigentlich eine Gehaltserhöhung von den Kosten her vertretbar, aber eine solch minimale Gehaltserhöhung wäre den Beschäftigten nicht zumutbar.

Die ergebnislose Auftaktrunde verlief wie erwartet:

Die Erfolge der vergangenen Jahre werden relativiert und die Zukunftsaussichten schwarzgemalt. Mit dem bereits wenig überraschenden Fazit, dass die Zukunftsaussichten nicht unbedingt rosig sind, werden die Verhandlungen nach einer umfangreichen Präsentation auf das nächste Mal vertagt. Das ist schade, denn der Auftakt der Gehaltstarifverhandlungen hätte dazu genützt werden können, konkrete Forderungen zu verhandeln und somit schon in der nächsten Verhandlungsrunde am 28.04.2015 in Köln ein akzeptables Ergebnis zu erzielen. So wurde mal wieder kostbare Zeit vertan.

Wir fordern die Arbeitgeberseite auf, zur nächsten Verhandlungsrunde ein konkretes Angebot vorzulegen. Unsere Forderungen:

  • Zweistufige Erhöhung der Gehälter und Auszubildendenvergütungen:
    3,9 % für die Dauer von 16 Monaten
    3,6 % für die Dauer von 17 Monaten
  • Laufzeit des Gehaltstarifvertrages: 33 Monate (bis Ende 2017)
  • Verlängerung des Altersteilzeitabkommens über den 31.12.2015 hinaus
  • Änderung des § 14 Rationalisierungsschutzabkommen: Im Falle von Rationalisierungsmaßnahmen sollen auch Beschäftigte, die einen Anspruch auf eine Rente mit Abschlägen haben, eine Abfindung erhalten
  • Anspruch auf Sonderzahlung auch für Beschäftigte im gekündigten Arbeitsverhältnis

V.i.S.d.P. Henning Röders

Privates Versicherungsgewerbe: DHV-Tarifkommission beschließt Forderungspaket für Tarifrunde 2015

Der Gehaltstarifvertrag für die ca. 220.000 Versicherungsangestellten endet am 31.03.2015. Somit beginnen am 20.03.2015 die Tarifverhandlungen. Die letzte Verhandlungsrunde findet am 22.05.2015 statt.

Anstelle von unrealistischen Wunschvorstellungen haben wir folgende Forderungen für die Tarifrunde 2015 beschlossen:

  • Laufzeit des Tarifvertrages: 33 Monate (bis Ende 2017)
  • Zweistufige Erhöhung der Gehälter und Auszubildendenvergütungen:
    • 3,9 % für die Dauer von 16 Monaten
    • 3,6 % für die Dauer von 17 Monaten
  • Verlängerung des Altersteilzeitabkommens über den 31.12.2015 hinaus
  • Änderung des § 14 Rationalisierungsschutzabkommen: Im Falle von Rationalisierungsmaßnahmen sollen auch Beschäftigte, die einen Anspruch auf eine Rente mit Abschlägen haben, eine Abfindung erhalten
  • Anspruch auf Sonderzahlung auch für Beschäftigte im gekündigten Arbeitsverhältnis

Gründe
In zahlreichen Unternehmen und Konzernen löst ein Sparprogramm das andere ab mit dem Ergebnis, dass immer mehr Arbeit für weniger Personal verbleibt. Die erhöhte Arbeitsbelastung führt zu psychischen Belastungen und damit einhergehend zu erhöhten Gesundheitsbeeinträchtigungen. Die Gewinne der Unternehmen und Konzerne sinken nicht etwa, sondern steigen von Jahr zu Jahr.

Deshalb
müssen die Beschäftigten angemessen an den guten Unternehmensergebnissen der vergangenen zwei Jahre beteiligt werden.

Die langanhaltende Niedrigzinsphase
und weitere wirtschaftliche Probleme, die teilweise durch den Gesetzgeber bedingt sind, stehen unseren Forderungen nicht entgegen. Entscheidend ist vielmehr, dass die Arbeitsbelastung der Beschäftigten auch zukünftig zunehmen wird. Wie sich die Wirtschaft bis Dezember 2017 entwickeln wird, weiß niemand. In dieser Situation bietet unser Vorschlag eines längerfristigen Tarifabschlusses den Unternehmen Planungssicherheit. Das ist „reines Gold“ wert und hieran sind alle Beschäftigten zu beteiligen.

Realistische Gehaltsforderungen
sind unser Markenzeichen. Die Ergebnisse der letzten Tarifrunden haben dies bestätigt: Die Abschlüsse lagen alle nahe an den DHV-Forderungen.

Die Altersteilzeit
ist ein wichtiger Bestandteil für einen sozialverträglichen Übergang in den Ruhestand. Deshalb muss das Altersteilzeitabkommen verlängert werden.

Das Rationalisierungsschutzabkommen
wird in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen. Danach erhalten unter anderem Beschäftigte, die einen Anspruch auf eine Rente mit Abschlägen haben, keine Abfindung, wenn sie aus dem Unternehmen wegrationalisiert werden. Das darf nicht sein und ist altersdiskriminierend!

Die tarifliche Sonderzahlung (Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld)
honoriert vor allem die geleistete Arbeit der vergangenen Monate. Somit darf Beschäftigten im gekündigten Arbeitsverhältnis die Sonderzahlung nicht gestrichen werden. Das sieht auch das Bundesarbeitsgericht so.

Privates Versicherungsgewerbe: Die neue Gehaltstabelle ab Oktober 2014

Liebe Kolleginnen,
Liebe Kollegen,

Zum 01.10.2014 tritt die zweite Stufe der im 07.06.2013 vereinbarten Gehaltserhöhung in Kraft.

FREUEN SIE SICH AUF 2,2 % MEHR GEHALT!

Die Gehaltserhöhung beruht vor allem auf der engagierten Arbeit der DHV-Kolleginnen und Kollegen aus den Versicherungen, die sich als Mitglieder der DHV-Tarifkommission für die Interessen der Beschäftigten im privaten Versicherungsgewerbe eingesetzt haben!

Die Tarifrunde Innendienst 2015 wirft ihre Schatten voraus. Die DHV-Tarifkommission wird Ende des Jahres über die Forderungen beraten. Die Verhandlungen finden statt:

  • 20. März 2015 in Karlsruhe
  • 28. April 2015 in Köln
  • 22. Mai 2015 in Hamburg

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