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Tarifabschluss Versicherungsinnendienst gilt auch für DHV-Mitglieder!

Die Tarifparteien hatten sich in der Nacht vom 01. auf den 02. April 2022 auf einen Tarifabschluss u.a. mit folgenden Inhalten geeinigt:

  • Einmalzahlung im Mai 2022: 550 € für Beschäftigte 300 € für Auszubildende
  • Einmalzahlung im Mai 2023: 500 € für Beschäftigte und 250 € für Auszubildende
  • 3,0 % Gehaltserhöhung ab September 2022
  • 2,0 % Gehaltserhöhung ab September 2023
  • Erhöhung der Ausbildungsvergütungen von je 50 € ab September 2022 und ab September 2023
  • Ab 01.10.2022: Mehrarbeitszuschläge für Teilzeitbeschäftigte bei Überschreitung ihrer individuell vereinbarten Arbeitszeit
  • Verlängerung der Altersteilzeitregelung bis 31.12.2024
  • Verlängerung des Tarifvertrags Qualifizierung bis zum 31.12.2024
  • Verlängerung des 12-monatigen Übernahmeanspruchs von Auszubildenden im Versicherungsberuf bis 31.12.2024; Verhandlungsverpflichtung der Tarifparteien, die Übernahmegarantie auf weitere Berufe im kaufmännischen sowie IT-Bereich zu erweitern.
  • Verlängerung des tariflichen Arbeitszeitkorridors bis 31.12.2024
  • Verlängerung des Tarifvertrages zur Verlängerung der Höchstüberlassungsdauer bei Arbeitnehmerüberlassung bis 31.12.2024

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 26 Monaten bis zum 31.03.2024.

Die Inhalte des Tarifabschlusses gelten auch für DHV-Mitglieder kraft arbeitsvertraglicher Bezugnahmeklausel.

Der Tarifabschluss bedeutet für die Beschäftigten im Versicherungsinnendienst angesichts der stark steigenden Inflation einen erheblichen Reallohnverlust für 2022, der angesichts der langen Laufzeit und der niedrigeren zweiten Gehaltserhöhung wohl auch in 2023 seine Fortsetzung finden wird. Wir hatten zuletzt im Gespräch mit dem AGV am 31.03.2022 einen Tarifvertrag mit einer Laufzeit von 18 Monaten und eine Gehaltserhöhung von 4 % ab 01.07.2022 als Vorstellung für einen fairen Kompromiss vorgebracht. Insofern entspricht der Gehaltstarifabschluss in diesem wesentlichen Punkt nicht unseren Vorstellungen.

Die beiden Einmalzahlungen von insgesamt 1.050 € für Beschäftigte und von 550 € für Auszubildende gehen in ihrer Höhe in Ordnung. Leider wurde unsere Idee, eine Einmalzahlung als steuer- und sozialabgabenfreie Coronaprämienzahlung noch bis Ende März 2022 zu vereinbaren, von den Tarifparteien nicht aufgenommen. Mit einer zeitlichen Straffung des Verhandlungsverlaufs März 2022, wie wir sie vor Beginn der Verhandlungen vorgeschlagen hatten, wäre eine Coronaprämienzahlung noch im März zu schaffen gewesen.

Eingang in den Tarifkompromiss hat dagegen unser Vorschlag nach Verlängerung des Altersteilzeitabkommens gefunden. Dieser Punkt, der im verdi-Forderungskatlog  nicht stand, hatten wir in den Gesprächen mit dem AGV vorgebracht.

Positiv zu bewerten ist die Vereinbarung des Mehrarbeitszuschlags für Teilzeitbeschäftigte. Auch die Verlängerung des Übernahmeanspruchs für die Auszubildenden ist ein positives Signal für die Ausbildung bei den Versicherungen.

Private Versicherungen: Tarifverhandlungen auf der Zielgeraden

Gestern erfolgte zwischen der DHV-Berufsgewerkschaft und dem Arbeitgeberverband noch ein intensiver Meinungsaustausch zu den heutigen Tarifverhandlungen.
Hier eine kurze Zusammenfassung nebst Ausblick:

Erstes Gehaltserhöhungsangebot des AGV, Stand 23.02.2022:

  • Lineare Tariferhöhung um 2,5 % zum 1. November 2022
  • Tarifliche Einmalzahlung i.H.v. 400 €, zahlbar im April 2022
  • Weitere tarifliche Einmalzahlung i.H.v. 400 €, zahlbar im April 2023
  • Laufzeit: 23 Monate (vom 1. Februar 2022 bis 31. Dezember 2023)

Gehaltserhöhungsvorschlag DHV-Berufsgewerkschaft  

  • Lineare Tariferhöhung um 4 % zum 01.07.2022
  • Einmalzahlung i.H.v. 800 € im April 2022 (Summe der vom AGV angebotenen   zwei Einmalzahlungen)
  • Laufzeit:  18 Monate, also bis 31.08.2023

Prognose:

  • Mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgt in den frühen Morgenstunden des 02. April 2022 der Tarifvertragsabschluss zwischen dem Arbeitgeberverband sowie den Gewerkschaften ver.di und DBV.
  • Es wird eine Annäherung bei den hier aufgeführten Gehaltserhöhungsvorstellungen geben.
  • Bereits jetzt steht fest, dass das Altersteilzeitabkommen verlängert wird.

HDI Zentrale Hannover: Arbeitnehmerliste mit DHV-Mitglied Matthias Rickel erziehlt großen Wahlerfolg

Bei der  Betriebsratswahl in der Zentrale der HDI hat die Arbeitnehmerliste together4all mit dem Spitzenkandidaten Matthias Rickel, der neben jahrelanger BR-Tätigkeit auch ein engagiertes DHV-Mitglied ist, ein überragendes Ergebnis erzielt:

19 von 23 Betriebsratsmandaten gingen an die Liste together4all! Damit konnte die von einem DHV-Mitglied angeführte Arbeitnehmerliste die verdi-Liste, die 4 Mandate erzielte, eindrucksvoll auf Abstand halten!

Grundlage für diesen eindrucksvollen Erfolg war ein Internetauftritt der Liste, der bei den Beschäftigten gut ankam und der ein Wahlprogramm mit klaren Zielen für die neue Amtsperiode beinhaltete. Mit einer großen Mehrheit können die Mitglieder der Liste ihre Vorhaben angehen wie u.a. Beschäftigungssicherung, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, altersgerechtes Arbeiten oder effektiver Gesundheitsschutz im Mobilen Arbeiten und im Büro.

Wir wollen Haltung bewahren! Haltung auf Basis unserer Werte und den Vorstellungen von guter Arbeit in unserer Zentrale, die sich für uns daraus ableiten.
Wir wollen kein Schmierentheater, bei dem hinter den Kulissen gedealt wird. Wir wollen auch kein Solostück, bei dem nur einer oder wenige im Rampenlicht stehen. Wir wollen auch nicht vor einem uns konsumierenden Publikum etwas vorspielen. Wir wollen ein gemeinsames Erlebnis für alle mitgestalten. Weil es um uns, unsere Familien, unser Auskommen mit dem Einkommen und um das geht, weswegen wir alle hier sind: Arbeit, Arbeit, Arbeit!

Diese Präambel des Wahlprogramms der Arbeitnehmerliste together4all können wir nur unterstreichen. Sie steht auch für das Selbstverständnis der DHV-Arbeit! Deshalb beglückwünschen wir nicht nur unser DHV-Mitglied Matthias Rickel für seine Wahl als Spitzenkandidat, sondern allen Kandidaten/innen der Liste und bieten ihnen unsere Unterstützung für die Arbeit der neuen Amtsperiode an!

Betriebsratswahl NÜRNBERGER Versicherung: Peter Daniel Forster mit einem sehr guten Ergebnis wiedergewählt

Der DHV-Landesvorsitzende Bayern und stellvertretende Bundesfachgruppenvorsitzende Versicherungen, Peter Daniel Forster hat bei der Personenwahl der Hauptverwaltung der NÜRNBERGER Versicherung das siebtbeste Ergebnis unter 60 Kandidaten/innen erzielt. Mit diesem eindrucksvollen Ergebnis hat er sich gegenüber der Wahl in 2018 um drei Plätze verbessert!
 

Das hervorragende Ergebnis ist Peter Daniel Forsters engagierter Arbeit für die Interessen der Beschäftigten und für das Wohl des Unternehmens zu verdanken. Im Betriebsrat, auf den Betriebsversammlungen und in den Aufsichtsräten der NÜRNBERGER Lebensversicherung AG und der NÜRNBERGER Beteiligungs-AG bringt er Probleme auf den Punkt und arbeitet konstruktiv an guten Lösungen mit. Auf diese Weise hat sich Peter Daniel Forster einen guten Ruf bei den Beschäftigten erarbeitet, die ihm nun einen großen Vertrauensvorschuss für die nächsten vier Jahre im Betriebsrat gegeben haben.
 
Wir gratulieren Peter Daniel Forster sehr herzlich zu seinem Wahlerfolg und wünschen ihm weiter gutes Gelingen bei seiner Arbeit für die Interessen der Beschäftigten und zum Wohl des Unternehmens.

Versicherungsinnendienst: Konstruktives Gespräch von DHV und AGV zu Themen der Gehaltstarifrunde 2022

Am 27.01.2022 führen DHV und der AGV Versicherungen ein konstruktives Gespräch zu den Themen der laufenden Gehaltstarifrunde 2022.

Die Vertreter des AGV Versicherungen brachten in dem Gespräch ihre Wertschätzung des Dialogs mit der DHV zum Ausdruck. Man wolle diesen trotz Aberkennung der DHV-Tariffähigkeit weiterführen, da gemeinsam stets gute, bedenkenswerte Aspekte und Lösungsansätze besprochen und entwickelt werden.

Die DHV erläuterte ihre Vorstellungen für einen fairen Tarifabschluss:

  • Laufzeit: 18 Monate
  • Faire Gehaltssteigerungen in Form einer zweistufigen Gehaltserhöhung:
  • 4 % für eine Dauer von 8 Monaten
  • 3 % für eine Dauer von 10 Monaten

Der AGV hat noch kein Gehaltsangebot unterbreitet. Die Arbeitgeber wollen einen maßvollen, nicht inflationstreibenden Abschluss.
Wir machten dagegen deutlich, dass die Inflation, die sich vor allem in den Gütern des täglichen Bedarfs, in den Kraftstoff- und Energiepreisen überdurchschnittlich niederschlägt, gebührend bei der Gehaltserhöhung berücksichtigt werden muss. Ansonsten besteht die Gefahr eines erheblichen Reallohnverlustes für die Beschäftigten.

  • Zahlung eines einmaligen Coronabonus in Höhe von mindestens 1.000 €
    Der AGV sieht dieses Thema eher auf betrieblicher Ebene. Wir machten deutlich, dass die Zahlung einer Coronaprämie sehr wohl ein Thema auf tariflicher Ebene ist. Die Beschäftigten haben in den vergangenen zwei Jahren mit ihrem Engagement unter zum Teil schwierigen Rahmenbedingungen die Geschäfte am Laufen gehalten. Dieses Engagement muss auf tariflicher Ebene in Form einer Sonderzahlung gewürdigt werden. Wenn ein Tarifabschluss bis Ende März 2022 nicht zustande kommt und damit auch nicht mehr eine Coronaprämie vereinbart werden kann, muss wenigstens eine Einmalzahlung vereinbart werden, die die geleistete Arbeit der Beschäftigten angemessen würdigt!
  • Abschaffung der Niedriglohngruppen A und B sowie Reintegration der Tätigkeiten in den Tarifvertrag
    Im Gegensatz zu unserer Auffassung sieht der AGV keinen Konflikt mit dem Mindestlohn von 12 €, der voraussichtlich im Oktober 2022 kommen wird. Wir machten die Notwendigkeit der Abschaffung der Niedriglohngruppen A und B deutlich, weil sich das mit deren Einführung verbundene Ziel der Reintegration outgesourcter Tätigkeiten nicht erfüllt hat und eben weil ab Oktober 2022 kein angemessener Abstand mehr zum neuen Mindestlohn bestehen wird.
  • Überstundenzuschläge für Teilzeitbeschäftigte
    Hier will der AGV eine Entscheidung des EuGH abwarten.
  • Verlängerung des Altersteilzeitabkommens bis zum 31.12.2024
    Zu diesem Punkt signalisierte der AGV die Bereitschaft zur Verlängerung.
  • Blitzabschluss bis Ende Februar 2022
    Der AGV ließ keine Bereitschaft zur Beschleunigung der Verhandlungen erkennen, und leider scheint eine Beschleunigung auch kein Thema bei den verhandelnden Gewerkschaften verdi und DBV zu sein.

DHV und AGV Versicherungen werden den Dialog im Rahmen der Gehaltstarifrunde 2022 weiter fortsetzen.

Information der DHV-Betriebsgruppe Allianz

Am Freitag, 21.01.2022 hat uns der Vorstand der Allianz Beratungs- und Vertriebs AG (ABV) sein Zukunftsprogramm vorgestellt.

In diesen Zukunftsprogramm hat unser Angestelltenvertrieb, keine Zukunft mehr. Vor drei Jahren wurde dieser mit acht Geschäftsstellen und rund 800 Mitarbeitern gegründet. Die Gesamtbetriebsvereinbarung sah hierfür eine Laufzeit von 5 Jahren mit einem klaren Business Case vor. 2019 waren die Zahlen auch recht optimistisch für diesen Vertriebsweg. Dann kam Corona, und die letzten 2 Jahre verliefen nicht in allen Teilen des Bundesgebietes gut für unseren Vertriebsweg.

Als DHV-Betriebsgruppe hätten wir von einen Unternehmen, das führendes Mitglied im Arbeitgeberverband ist, erwartet, dass es seine eingegangenen Zusagen und sozialen Verpflichtungen gegenüber den Mitarbeitern erfüllt, diesem Vertriebsweg seine Chance von 5 Jahren gibt und die Coronasituation die notwendige Beachtung und Würdigung dabei erfährt.

Dass man hier vorschnell zum Mittel der Betriebsschließung greift, ist für uns nicht nachvollziehbar. Die Allianz befindet sich in einer komfortablen wirtschaftlichen Situation.  

Die Sorgen und Befürchtungen von vielen Kollegen sind bei uns als Gewerkschafter angekommen. Uns ist die Situation von Kollegen mit Familien, finanziellen Verpflichtungen, mit Krankheiten oder Behinderungen bewusst, und wir wünschen uns hier vom Management der Allianz gute und faire Lösungen, damit niemand auf der Strecke bleibt.

Als christliche Gewerkschaft sind uns Solidarität und die faire Teilhabe aller sehr wichtig. Unsere Kollegen in den Mandaten als Betriebsräte werden versuchen ihren Beitrag zu leisten, damit es hier zu guten sozialen Lösungen kommt.   

V.i.S.d.P. Johann Lindmeier

DHV-Vorstellungen zur Tarifrunde 2022 Versicherungsinnendienst: „Blitzabschluss“ mit fairen Gehaltssteigerungen

Derzeit kann unsere Gewerkschaft aufgrund einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts keine Tarifverträge wirksam abschließen. Wir gehen davon aus, dass das Bundesverfassungsgericht diese - aus unserer Sicht fehlerhafte Entscheidung – korrigieren wird. Das hindert uns allerdings nicht, im Dialog mit dem Arbeitgeberverband (AGV) unsere Positionen zu der anstehenden Gehaltstarifrunde 2022 deutlich zu machen! Der AGV hat seine Bereitschaft erklärt, in Gesprächen mit uns die gegenseitigen Positionen zu den laufenden Tarifverhandlungen auszutauschen.

Mit Blick auf die pandemische Lage und die dramatisch gestiegenen Energiepreise plädieren wir für einen „Blitzabschluss“ mit folgenden Regelungen:

Zahlung eines einmaligen Coronabonus in Höhe von mindestens 1.000 €
Die Inflation nebst den gestiegenen Energiepreisen stellen eine erhebliche finanzielle Belastung der Beschäftigten dar. Die Einmalzahlung drängt sich auch deshalb auf, weil der steuerbegünstigte Coronabonus noch bis zum 31.03.2022 gezahlt werden kann.

Blitzabschluss bis Ende Februar 2022
Angesichts der sich wieder zuspitzenden Coronapandemie sollten die Verhandlungen virtuell in einem zweiwöchigen Rhythmus erfolgen. So können die auf drei „Runden“ angelegten Tarifverhandlungen Ende Februar 2022 abgeschlos-sen und der steuerbegünstigte Coronabonus rechtzeitig gezahlt werden

Laufzeit: 18 Monate
Der weitere Verlauf der Pandemie und der Inflation ist derzeit nicht kalkulierbar. Ein Reallohnverlust für die Beschäftigten muss verhindert werden, daher die relativ kurze Laufzeit.

Faire Gehaltssteigerungen in Form einer zweistufigen Gehaltserhöhung:
4 % für eine Dauer von 8 Monaten
3 % für eine Dauer von 10 Monaten
Eine solche Gehaltserhöhung haben sich die Beschäftigten verdient. Sie sichert zudem das Einkommensniveau der Beschäftigten bei einer zu erwartenden Inflation von 4 - 5 %.

Überstundenzuschläge für Teilzeitbeschäftigte
Das Bundesarbeitsgericht hat bereits vor einigen Jahren entschieden, dass auch Teilzeitkräfte ab der ersten geleisteten Überstunde Anspruch auf tarifliche Überstundenzuschläge haben. Das wird teilweise in den Versicherungsunternehmen und seitens des AGV anders gesehen. Daher bedarf es einer klaren und unmissverständlichen tariflichen Rege-lung zur besseren Orientierung.

Verlängerung des Altersteilzeitabkommens bis zum 31.12.2024
Das Altersteilzeitabkommen endet am 31.12.2022. Es sollte mindestens bis Ende 2024 verlängert werden.

Abschaffung der Niedriglohngruppen A und B sowie Reintegration der Tätigkeiten in den Tarifvertrag
Nach der geplanten Einführung des Mindestlohns auf 12 Euro wird die erste Stufe der Niedriglohngruppe A unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegen und die weiteren Stufen nur knapp darüber. Das ist nicht akzeptabel! Die Versicherungen sind keine Niedriglöhner! Außerdem haben sich die Gehaltsgruppen A und B nicht bewährt, denn die Reintegration von ausgelagerten Tätigkeiten ist nicht in dem erhofften Umfang erfolgt.

Versicherungen: Tariflicher Anspruch auf Umwandlung Sonderzahlung in freie Tage

Die verhandelnden Gewerkschaften haben mit dem Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV Versicherungen) einen tariflichen Anspruch auf Umwandlung von 23,5 % der Sonderzahlung in 5 freie Tage vereinbart. Die Regelung gilt ab 01.01.2022 und ist befristet bis zum 31.12.2025. Für Teilzeitkräfte reduziert sich der Anspruch im Verhältnis ihrer Anzahl der Wochenarbeitstage zu einer 5-Tage-Woche.
Der Anspruch auf Umwandlung der Sonderzahlung in freie Tage ist bis zum 31.12. des Vorjahres schriftlich geltend zu machen. Das gilt auch für die Inanspruchnahme in 2021. Der Anspruch für 2022 auf Umwandlung von 23,5 % der Sonderzahlung in 5 freie Tage ist bis zum 31.05.2021 geltend zu machen!
Die DHV-Tarifkommission begrüßt diese tarifliche Vereinbarung. Sie hatte sich für diese Lösung bereits in einer Videokonferenz mit dem AGV Versicherungen im Mai ausgesprochen. Eine Umwandlung von einem Teil der Sonderzahlungen in freie Tage entspricht dem Wunsch vieler Beschäftigter nach einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Die DHV-Tarifkommission wird am 10.12.2021 ihre jährliche Sitzung abhalten. Ursprünglich war eine zweitägige Tarifkommissionssitzung mit rund 20 Teilnehmern/innen in Pulheim angesetzt. Die sich verschärfende Pandemielage hat diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Tarifkommission wird daher digital über die in 2021 gelaufene Arbeit und über die im Jahr 2022 anstehende Agenda beraten.

Gespräch mit dem gesundheitspolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern zum Thema Bürgerversicherung

Am 11.08.2021 trafen sich die Vertreter der Betriebsräteinitiative „Bürgerversicherung? Nein danke!“, Ulrich Jaksch (Alte Oldenburger, 1. v.l.) und Uwe Runge (HALLESCHE, 2. v.r.) zu einem Austausch mit dem gesundheitspolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern, Sebastian Ehlers (1. v.r.). Dieses Gespräch war unter Vermittlung des DHV-Bundesvorsitzenden Henning Röders zustande gekommen, der ebenfalls an dem Gespräch teilnahm.

Die beiden Betriebsräte verdeutlichten Herrn Ehlers die Gefahr für die Arbeitsplatzsicherheit und die berufliche Existenz der Beschäftigten in den privaten Krankenversicherungen, die von den Plänen der SPD, Bündnis 90/Die Grünen und der LINKE zur Einführung der Bürgerversicherung ausgehen. Rund 90.000 Arbeitsplätze stünden nach Einschätzung der Betriebsräteinitiative auf dem Spiel. Für das deutsche Gesundheitssytem, das gerade in der Corona-Pandemie gezeigt habe, dass es zu den besten der Welt gehört, würde die Einführung einer Einheitsversicherung keinen Gewinn bringen. Im Gegenteil: Die hohe Qualität des deutschen Gesundheitssystems würde durch eine Einheitsversicherung aufs Spiel gesetzt und dem Traum vom "Ende der Zweiklassenmedizin" geopfert werden.

Der DHV-Bundesvorsitzende Henning Röders machte deutlich: Es gibt sicherlich unterschiedliche Meinungen über den Umfang des Reformbedarfs im Gesundheitswesen und ob das bestehende duale System aus privater und gesetzlicher Krankenversicherung weiter Zukunftsperspektiven hat. Fakt ist aber, dass sich dieses seit seiner Einführung durch den Reichskanzler Bismarck bewährt habe. Und auch die Befürworter einer Bürgerversicherung müssen das legitime Interesse der Beschäftigten, sich für den Erhalt ihres Arbeitsplatzes und ihres Unternehmens einzusetzen, anerkennen.

Henning Röders und die Vertreter der Betriebsratsinitiative wiesen darauf hin, dass verdi nach der maßgebend von ihr betriebenen gerichtlichen Aberkennung der Tariffähigkeit der Neuen Assekuranz Gewerkschaft und der DHV die im privaten Versicherungsgewerbe tonangebende Gewerkschaft ist. Die Beschäftigten in den privaten Krankenversicherungen erkennen in ihrer überwiegenden Mehrheit verdi aber nicht als ihre gewerkschaftliche Interessenvertretung an, weil diese Gewerkschaft mit ihrem vehementen Eintreten für die Bürgerversicherung billigend die Gefährdung von bis zu 90.000 Arbeitsplätzen in Kauf nimmt. Die gerichtlichen Erfolge dieser Gewerkschaft sind ein billiger Aberwitz für die Beschäftigten der privaten Krankenversicherungen, die für die Tarifverhandlungen und für die Interessenvertretung in den Unternehmensaufsichtsräten zweier Gewerkschaften beraubt sind, die sich für den Bestand des dualen Systems und für den Erhalt der Arbeitsplätze in den privaten Krankenversicherungen einsetzen.

Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Sebastian Ehlers, stimmte mit den Vertretern überein, dass sich das deutsche Gesundheitssystem in der Pandemie bewährt hat. Er sieht zudem die große Gefahr, dass eine Zerstörung Privaten Vollkostenversicherung eine deutliche Erhöhung der Lohnnebenkosten entstehen wird. Das schwächt die Deutsche Wirtschaft und damit den Arbeitsmarkt. Sebastian Ehlers sagte den Betriebsräten seine Unterstützung im Kampf gegen die Einheitsversicherung zu.

Auch aus Sicht der gesetzlichen Krankenversicherung, für deren Beschäftigte die DHV ebenfalls zuständig ist, würde die Einführung einer Einheitsversicherung unter dem Titel „Bürgerversicherung“ keinen Gewinn bringen. Sie würde auch die derzeitigen Träger der Gesetzlichen Krankenversicherung bedrohen und den Untergang der Ersatzkassen und sicher auch der Betriebskrankenkassen zur Folge haben. Der aktuelle Wettbewerb zwischen den Krankenkassen spornt die Träger zu Kundenorientiertem Verhalten an. Der Schritt zu einer Einheitsversicherung ist ein Schritt zurück in dunkle Zeiten einer geteilten Republik.
Kunden einer solchen Einheitsversicherung sind dieser dann wieder ausgeliefert. Auch in dieser Hinsicht ist die Rolle der DGB Gewerkschaften, insbesondere von ver.di zu kritisieren.

 Foto Gespräch mit Sebastian Ehlers1 11.08.2021

Information zur Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 22.06.2021

Laut Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 22.06.2021 ist der DHV die Tariffähigkeit aberkannt worden. Die DHV hält diese Entscheidung für verfassungswidrig und wird deshalb vor das Bundesverfassungsgericht gehen.
Bis zu einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ist die DHV eine nicht tariffähige Gewerkschaft. Sie kann keine Tarifverträge verhandeln und abschließen.
Die Aberkennung der Tariffähigkeit wird die DHV aber nicht davon abhalten, Stellung zu laufenden Tarifverhandlungen zu beziehen, Forderungen zu kommunizieren und Tarifabschlüsse kritisch zu kommentieren.
Die vor dem 22.06.2021 auf dieser Seite veröffentlichten Tarifinformationen (alle diesem Text nachfolgenden Informationen) werden deshalb weiter veröffentlicht bleiben. Alle nach dem 22.06.2021 verfassten Informationen werden unter dem Aspekt der Arbeit der DHV als nicht tariffähige Gewerkschaft verfasst,