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Rückkehr zur Normalität,"Business as usual" oder ein Zwischenstopp gemäß dem Modi Operandi mit und nach Corona

Man könnte angesichts der derzeitigen Entwicklungen meinen, dass für einen Großteil der Mitmenschen Corona vorbei zu sein scheint. Wichtig scheinen der Urlaub und das Feiern zu sein. Aber ohne ein Spielverderber sein zu wollen: Der Schein trügt. Dieser Anflug von Normalität und Rückkehr zur “Business as usual“-Attitüde wird sich wahrscheinlich im nächsten Lockdown rächen. Die Folgen und Spätfolgen dieser Pandemie werden erst noch kommen.

Für die Unternehmen ist Corona natürlich eine große Belastung. Jedoch schießen einige Maßnahmen über das Ziel hinaus:

  • Edeka zum Beispiel verfolgt weiter das Vorhaben einer Schließung oder Umflaggung der ihr zugehörigen Discounter-Kette NP, und das trotz zuletzt guter Umsätze und Gewinnzahlen. Was das für die Angestellten der circa 300 Fialen bedeuten mag, wird sich noch herausstellen.
  • Die Commerzbank zum Beispiel hält an ihrem fragwürdigen Kurs der Schließung von Filialen bei: Allein in Nordrhein-Westfalen sollen 99 Filialen bis 2023 geschlossen werden. Weitere Banken werden wohl diesem Beispiel folgen.

Personalabteilungen von einigen schwarzen Schafen unter vielen redlichen Arbeitgebern versuchen, die Situation ausnutzen und mit den Ängsten der Arbeitnehmer umgehen. Unter dem Vorwand drohender Arbeitslosigkeit und Unternehmensinsolvenz wird versucht, die in Tarifverträgen, Betriebsvereinbarungen und Arbeitsverträgen geregelten Arbeits- und Gehaltsbedingungen abzusenken. Hier bekommt die „Business as usual“-Einstellung eine ganz neue Bedeutung. Sie grenzt an Goldgräberstimmung. Es geht hier meistens um Gewinnmaximierung und nicht um die Sicherung des Arbeitsplatzes oder Betriebes.

Es ist nicht der große Knall mit Kettenschließungen und Massenentlassungen, den alle erwartet haben, sondern ein langsames Filetieren im Handel, Bankwesen und anderen Bereichen in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung und Corona. Schleichende Schließungen von Filialen á la Commerzbank oder Saturn, wie beispielsweise mit den Filialen in Flingern, Düsseldorf, verbunden mit dem gleichzeitigen Abbau von Arbeitsplätzen bekommen dann einen sehr bitteren Beigeschmack. Die Innenstädte werden weiter die Folgen von Corona spüren, der Online-Handel wird weiter auf der Corona-Erfolgsspur fahren. Corona ist und bleibt hier ein großer Katalysator.