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Hand aufs Herz

Ausgabe 4/2017

Mal Hand aufs Herz – wie viele Male nutzen Sie durchschnittlich am Tag Ihr Smartphone?

Diese Frage stellte der Direktor des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft in Düsseldorf, Prof. Sascha Stowasser, am Anfang seines Vortrags auf einer Veranstaltung am 19.10.2017 zum Thema soziale Gestaltung des digitalen Wandels in München. Prof. Stowasser bat die Teilnehmer, sich für eine Bandbreite zu entscheiden. Ich hob den Finger bei der täglichen Nutzung von durchschnittlich 40-50 Mal am Tag. Die meisten Teilnehmer schätzten ihren täglichen Griff zum Smartphone in der Bandbreite von 40-70 Mal ein. Die Antwort von Prof. Stowasser überraschte:

Durchschnittlich greifen die Menschen 76 Mal am Tag zu ihrem Smartphone und nutzen dieses 124 Minuten täglich!

Dieser Fakt zeigt, wie stark das Smartphone Einzug in unser Arbeits- und Alltagsleben genommen hat. Die Diskrepanz zwischen Selbsteinschätzung der meisten Teilnehmer und durchschnittlicher Nutzung ist ein Beleg dafür, wie selbstverständlich die Nutzung des Smartphones mittlerweile für uns geworden ist und wie viele Male wir unser Gerät nutzen, ohne dass uns die Nutzung tatsächlich bewusst ist. Und das für mich Faszinierende ist die Nutzung eines Gerätes und bei manchen auch die Abhängigkeit von diesem, das gerade einmal zehn Jahre auf dem Markt ist.

Über den digitalen Wandel der Lebens- und Arbeitswelt habe ich schon viel geschrieben. Mancher fragt sich vielleicht schon, ob der Röders nicht ein anderes Thema hat. Aber die Digitalisierung der Arbeitswelt und ihre Auswirkungen werden die DHV in den nächsten Jahren vor allem in der Tarifarbeit vor große Herausforderungen stellen. Bei der BARMER werden wir im nächsten Jahr über einen Zukunftstarifvertrag verhandeln. Bei den Volks- und Raiffeisenbanken und im privaten Versicherungsgewerbe werden wir nächstes Jahr Tarifgespräche zur Zukunftsfähigkeit der Tarifverträge führen. Mit den Privatbanken und den öffentlichen Banken führen wir Gespräche über die Neuregelung der Eingruppierungen von Tätigkeiten. Und sollte sich die FDP in den Jamaika-Koalitionsverhandlungen mit ihrer Forderung nach einer Öffnungsklausel im Arbeitszeitgesetz zur Flexibilisierung der Arbeitszeit per tarifvertraglicher Regelung durchsetzen, dann werden wir nicht nur mit Wünschen von Arbeitgebern für eine flexiblere Arbeitszeitgestaltung, sondern auch mit Wünschen der Beschäftigten nach flexibleren Regelungen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf konfrontiert werden.

Diese Herausforderungen haben den DHV-Hauptvorstand dazu veranlasst, den Bundesgewerkschaftstag nächstes Jahr mit dem inhaltlichen Schwerpunkt der Digitalisierung der Arbeitswelt durchzuführen. Einen wichtigen Impuls hierzu erhof-fen wir uns auch von der Festveranstaltung anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der DHV am 20.09.2018 in Hamburg. Prof. Stowasser, ein renommierter Experte auf dem Fachgebiet der Digitalisierung der Arbeitswelt, wird den Festvortrag halten.

Die letzte DAZ-Ausgabe des Jahres ist ein guter Anlass, Ihnen meinen herzlichen Dank für Ihr Engagement und Ihren Einsatz für unsere gemeinsame DHV-Sache zu sagen. Wir haben dieses Jahr gemeinsam viel erreicht und unsere DHV weiter vorangebracht.

Rückblickend denke ich an die vielen Tarifabschlüsse, z.B. im privaten Versicherungsgewerbe, aber auch ganz hoch im Norden. Die DHV kann sich rühmen, mit dem DRK Westerland Deutschlands nördlichsten Tarifvertrag abzuschließen In diesem Jahr hatten wir einen zum Teil über TVöD-Niveau liegenden Tarifabschluss geschafft. Ich denke an die erfolgreichen Aufsichtsratswahlen bei Kaufhof und der Gothaer. Ich denke an die Sozialwahlen, die größtenteils erfolgreich für die christliche Gewerkschaftsbewegung verlaufen waren. Als Beispiel für unsere erfolgreiche Seminararbeit denke ich an die Volksbanken-Betriebsratsseminare mit fast 200 Betriebsräten aus über 100 Volks- und Raiffeisenbanken.
Ich denke an die vielen Begegnungen und Gespräche mit unseren Mitgliedern. Und ich denke an die stattgefundenen Landesverbandstage, auf denen die neuen Landesvorstände gewählt wurden. Allen ausgeschiedenen Landesvorstandsmitgliedern spreche ich meinen herzlichen Dank für ihre geleistete Arbeit aus. Alle wieder- und neugewählten Landesvorstandsmitglieder beglückwünsche ich herzlich zu ihrer Wahl. Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit in den kommenden vier Jahren!

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein gesegnetes Weihnachtsfest und eine gutes, erfolgreiches und vor allem gesundes Neues Jahr 2018. Halten Sie uns auch im nächsten Jahr Ihre Treue! Ich freue mich auf Ihre kritische Begleitung unserer Arbeit, auf Ihr Engagement und vor allem auf viele gute und bereichernde Gespräche!

 

Henning Röders
Bundesvorsitzender

 

Die DAZ 4 / 2017 finden Sie im Mitgliederbereich