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Aufstieg durch Leistung: DHV-Berufswettkampf 2012

Am 11. Februar 2012 veranstaltet die Berufsgewerkschaft DHV bundesweit ihren Berufswettkampf unter dem Motto

Aufstieg durch Leistung

Auszubildende der Bereiche

  •     Bankkaufleute
  •     Kaufleute für Bürokommunikation
  •     Bürokaufleute
  •     Speditionskaufleute
  •     Kaufleute für Versicherungen und Finanzdienstleistungen
  •     Groß- und Außenhandelskaufleute
  •     Kaufleute im Einzelhandel
  •     Industriekaufleute


nehmen das Angebot wahr, in einem zweistündigen Leistungstest ihr Wissen zu überprüfen und rechtzeitig vor ihren Zwischen- und Abschlussprüfungen Schwachstellen zu erkennen. Ein weiteres Ziel ist der Abbau von Prüfungsängsten durch Übung.

Mit dem DHV-Berufswettkampf fördert die DHV die berufliche Zukunft der jungen Menschen. Eine gute berufliche Qualifikation ist eine notwendige Voraussetzung für ein erfolgreiches berufliches Weiterkommen. Das zeigt die Tatsache, dass gut ein Drittel aller Arbeitslosen in Deutschland über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt. Es ist nicht nur wichtig, dass möglichst viele Jugendliche in ein Ausbildungsverhältnis kommen, sondern auch, dass diese einen guten Abschluss erreichen. Mit ihrem Berufswettkampf leistet die DHV einen Beitrag für eine optimale Vorbereitung auf die Zwischen- und Abschlussprüfung.

Der DHV-Berufswettkampf hat eine lange Tradition. Bereits in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde er ins Leben gerufen. Seit der 1950 erfolgten Wiedergründung der DHV wird der DHV-Berufswettkampf bundesweit mit jährlich tausenden von Teilnehmern durchgeführt.

V.i.S.d.P. Henning Röders

Aufsichtsratswahl REWE Deutscher Supermarkt KGaA:

DHV mit 38,6 % der Delegiertenstimmen im Aufsichtsrat

Die DHV hat bei der Aufsichtsratswahl der REWE Deutscher Supermarkt KGaA, eines der führenden deutschen Handelsunternehmen mit rund 120.000 Beschäftigten, ein sensationelles Ergebnis erzielt: Beim erstmaligen Antritt bei einer Aufsichtsratswahl erhielt die DHV auf Anhieb 38,6 % der Delegiertenstimmen. Die Delegierten, die die DHV-Liste wählten, repräsentierten über 46.300 Stimmen!

Als Mitglied in den Aufsichtsrat wurde Josef Czok aus Köln gewählt. Ersatzmitglied ist Michael Adlhoch aus Kassel.

Bemerkenswert ist dieses Ergebnis auch, da es gegen die verdi-Liste erzielt wurde, die das Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger als Spitzenkandidatin in den Wahlkampf schickte.

Mit diesem Wahlergebnis setzt die DHV die Reihe der Wahlerfolge bei der REWE fort. Bereits seit 2004 ist die DHV im Aufsichtsrat der kleineren REWE Zentral AG vertreten. Bei der Aufsichtsratswahl 2008 holte die DHV mit einem Stimmenergebnis von 77,5 % sogar alle drei Aufsichtsratssitze.  Auch in anderen Handelsunternehmen ist die DHV mit starken Ergebnissen in den Aufsichtsräten vertreten: Bei den Aufsichtsratswahlen 2008 zur Metro AG und zur Metro Großhandelsgesellschaft konnte die DHV ihre Aufsichtsratsmandate halten. Bei der Kaufhof Warenhaus AG siegte die DHV 2008 mit rund 61,5 % der Stimmen deutlich vor ver.di. Bei der Hornbach Baumarkt AG holte die DHV 2008 mit einem Stimmergebnis von 66,7 % beide Gewerkschafts-Aufsichtsratssitze.

Das Ergebnis der Aufsichtsratswahl zeigt, dass die DHV das Delegiertenwahlsystem, das eher die DGB-Gewerkschaften bevorteilt, nicht zu fürchten braucht.  Der Grund für die zunehmenden Erfolge auch bei Delegiertenwahlen besteht darin, dass die DHV ausschließlich Beschäftigte aus den Unternehmen als Kandidatinnen und Kandidaten für die Aufsichtsratswahlen aufstellt. 
Nach Philosophie der DHV sollen die Interessen der Beschäftigten nicht von externen Gewerkschaftsfunktionären, sondern von den Betriebsangehörigen wahrgenommen werden. Denn: Mitbestimmung bedeutet Selbstbestimmung durch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und nicht Fremdbestimmung durch eine Gewerkschaftszentrale! Diese DHV-Philosophie findet zunehmend auch Anklang unter den Wahlmännern bei Delegiertenwahlen.

V.i.S.d.P.: Henning Röders

DHV im Aufsichtsrat der Bayer Business GmbH

Die DHV ist mit einem guten Wahlergebnis in einem der Aufsichtsräte des Bayer-Konzerns vertreten. Bei der Wahl des Aufsichtsrats der Bayer Business Services GmbH, dem globalen Kompetenz-Zentrum des Bayer-Konzerns für IT- und Business-Dienstleistungen, entfielen rund 45 % der gültigen Stimmen auf die DHV-Liste. In den Aufsichtsrat gewählt wurden Dr. Ulrich Sommer als Mitglied und Ralf Offterdinger als Ersatzmitglied.


Der DHV-Hauptvorstand beglückwünscht beide gewählten Gewerkschaftsvertreter zu ihrer Wahl und wünscht dem gewählten Aufsichtsratsmitglied eine erfolgreiche Arbeit im Aufsichtsrat.

DHV-Hauptvorstand

Braucht Deutschland das Betreuungsgeld?

Die Wogen in der Debatte um das Betreuungsgeld gehen seit Monaten hoch. Nicht dass allein die Opposition das Vorhaben als „Herdprämie“ brandmarkt. Auch die Koalition gibt ein zerstrittenes Bild ab. Vor allem ist es erstaunlich, dass dieses Mal die Gräben auch zwischen CDU und CSU verlaufen. Einen vorläufigen Höhepunkt erreichte der Streit Anfang Juli mit der absichtlich von der Opposition herbeigeführten Beschlussunfähigkeit des Bundestages.

Es stellt sich die Frage: Ist es das Betreuungsgeld wert, einen solchen Streit zu führen? Braucht Deutschland überhaupt solch ein Betreuungsgeld?

Die Befürworter argumentieren, dass mit dem Betreuungsgeld die Erziehungsleistung der Eltern gewürdigt werden soll, die ihre Kinder nicht in den Kindergarten geben wollen. Zahlungsbedingung soll also die Betreuung zu Hause sein. Ordnungspolitisch macht eine solche Argumentation aber keinen Sinn, weil es dafür das Kindergeld gibt. Eltern sind im Gegensatz zu Kindergärten keine Dritten, denen die Kinder in besondere Obhut gegeben werden und die dafür Anspruch auf eine finanzielle Leistung haben. Die Betreuung zu Hause ist die ureigene Aufgabe der Kindererziehung durch Eltern. Familien funktionieren nur mit einem Zuhause, in dem Kinder behütet aufwachsen.

Das Argument der Befürworter, dass mit dem Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ein bestimmtes Erziehungsmodell bevorzugt werden soll, ist ebenfalls nicht stichhaltig. Deutschland steht nicht erst vor einem Wandel des Familienbildes, sondern befindet sich seit längerem mitten darin. Das klassische Familienmodell, nach dem der Mann arbeiten geht und die Frau die Kinder zu Hause betreut, befindet sich auf dem Rückzug. Längst wollen auch die Frauen nicht mehr nur zu Hause bleiben, sondern sie wollen Familie und Beruf miteinander verbinden. An diesem Wunsch wird auch die Einführung des Betreuungsgeldes nichts ändern. Dieser Entwicklung muss sich die Politik stellen und die entsprechende Infrastruktur schaffen. Das geht nur über den Ausbau des Krippen- und Kindergartenangebotes.

Die Entscheidung, ob ein Ehepartner zu Hause bleibt oder beide Elternteile arbeiten, wird sicherlich nicht von der Frage entschieden, ob der Staat monatlich 150 € zahlt oder nicht. Es wäre für Familien nur dann eine echte finanzielle Alternative, wenn es so hoch wäre wie der durch die Betreuung entgehende monatliche Verdienst. Das würde aber jeden finanziellen Rahmen sprengen.  
150 € Betreuungsgeld wären eine nette staatliche Zugabe für die Familien, die sich eine Betreuung der Kinder durch einen zu Hause lebenden Elternteil leisten wollen und auch leisten können. Diese Familien kamen in der Vergangenheit und kommen auch heute ohne das Betreuungsgeld gut zurecht. Ist es für den Staat ein unbedingtes Muss, solche Familien zu unterstützen?

Für die Familien, die kein finanziell ausreichendes Polster besitzen, ist das Betreuungsgeld dagegen nicht attraktiv. Diese sind auch in Zukunft darauf angewiesen, dass beide Elternteile arbeiten gehen. Für diese Familien ist der weitere Ausbau der Kindergarten- und Schulhortbetreuung und eine finanzielle Entlastung bei den Kindergartengebühren weitaus besser angelegtes Geld.
Am lohnenswertesten wäre der Bezug des Betreuungsgeldes dagegen für die Hartz IV-Familien, von dem die Kinder und ihre Erziehung kaum profitieren würden. Hier wären Mitnahmeeffekte oder zumindest die Möglichkeit derselben am wahrscheinlichsten, auch wenn das von den Befürwortern des Betreuungsgeldes nicht beabsichtigt ist.

Kindergeld, Elterngeld, Ehegattensplitting – staatliche Leistungen für Familien und Kinder gibt es zur Genüge. Es gibt keinen Mangel an staatlicher finanzieller Anerkennung der Erziehungsleistung der Eltern. Vor allem das Kindergeld ist dafür das geeignete Instrument. Warum soll nun ein neues staatliches Förderinstrument für die Erziehung von Kindern zu Hause geschaffen werden?
In der öffentlichen Diskussion wird das Betreuungsgeld als Preis für das Zugeständnis in Bezug gebracht, das die CSU 2007 für die Zustimmung zum Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab 2013 verlangt hatte. Das erweckt den Eindruck eines Kuhhandels und schadet der Glaubwürdigkeit der Politik.

Ordnungspolitisch ist das Betreuungsgeld höchst fragwürdig. Dagegen ist der Ausbau der Kindergarteninfrastruktur notwendig. Nach heutigem Stand steht der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz zumindest in den westlichen Bundesländern auf der Kippe, da weder die räumlichen Kapazitäten noch genügend qualifiziertes Kindergartenpersonal vorhanden sind. Der Wunsch beider Ehepartner, Familie und Beruf zu verbinden, ist in der Gesellschaft weit verbreitet, leider scheitert die Realisierung aber oftmals am unzureichenden Kinderbetreuungsangebot.

Und schließlich ist es höchst fraglich, ob die Bundesregierung angesichts des demographischen Wandels und des damit absehbaren dramatischen Arbeitskräftemangels unbedingt Anreize für das klassische Familienmodell schaffen muss. Die Entscheidung von Eheleuten für die klassische Ein-Versorger-Familie oder für die Berufstätigkeit beider Ehepartner muss auch in Zukunft autonome Privatangelegenheit bleiben, in die sich der Staat nicht einzumischen hat. Es ist aber nicht notwendig, mit Milliarden Euro das Zuhause bleiben von Arbeitnehmern und damit die Verschärfung des Fach- und Arbeitskräftemangels zu subventionieren. Das Geld kann besser in qualifiziertes Kindergartenpersonal sowie in Investitions- und Erhaltungskosten für Kindergärten investiert werden.

 

Henning Röders

 

DHV und AWO Thüringen: Soziale Partnerschaft in der Praxis

Die Berufsgewerkschaft DHV und einer ihrer Tarifpartner, der Arbeitgeberverband der AWO Thüringen e.V., begrüßen die mit der Sozialpartnerrichtlinie geschaffenen weiteren Möglichkeiten lebensbegleitenden Lernens für die Beschäftigten in den Betrieben.

Ende 2011 schlossen DHV und AWO eine Vereinbarung zur Förderung der beruflichen Weiterbildung von Beschäftigten gemäß der Sozialpartnerrichtlinie ab. Ziel dieser Vereinbarung ist es, die Weiterbildung für die Beschäftigten ganzheitlich auf der Grundlage dieser Sozialpartnervereinbarung zu fördern und umzusetzen, um die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Einrichtungen sowie die Beschäftigungschancen und die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter zu stärken und zu erhöhen.

Als erstes Ergebnis dieser Vereinbarung konnte im Frühjahr 2012 mit dem Projekt „Weiterbildungscoach“ (WeiCo) begonnen werden, das vom  Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert wird. Die fachlichen Anforderungen an die Mitarbeiter wachsen ständig. Umso wichtiger ist es, gezielte Weiterbildungsmaßnahmen anzubieten. Mit dem neuen Projekt „Weiterbildungscoach“ sollen Bildungsangebote passgenauer auf den Bedarf in den einzelnen Einrichtungen abgestimmt werden. Im April ist das Projekt an den Start gegangen. Es richtet sich an 31 Alten- und 20 Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen.

Rene Manthey, Projektleiter des „WeiCo“, war lange Hausleiter des Heilpädagogischen Zentrums in Eisenach. Seine Kollegin Claudia Sandig hat als Sozialarbeiterin im Seniorenpflegeheim „Haus an der Salza“ in Bad Langensalza gearbeitet. Beide kommen unmittelbar aus der Basis und kennen das Arbeitsfeld, auf dem sie sich bewegen. Gemeinsam mit den Einrichtungen wollen sie im ersten Schritt des Projekts, der sogenannten „Bedarfsanalyse“, herausfinden, wo die Mitarbeiter den Bedarf an Bildungsmaßnahmen sehen. „Wir wollen partnerschaftlich mit den Einrichtungsleitungen und den Mitarbeitern zusam-menarbeiten und freuen uns auf den Kontakt“, sagt Rene Manthey.

Insgesamt können 1380 Mitarbeiter der Projektpartner AWO AJS gGmbH und der AWO Sozialmanagement gGmbH Saale-Orla-Kreis von dem neuen Projekt profitieren. Das Projekt ist Teil der bundesweiten Initiative „weiter bilden“, die im Sinne eines „lebenslangen Lernens“ die Weiterbildung von Beschäftigten fördert. Seit April wird es für zweieinhalb Jahre vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und dem ESF finanziell unterstützt.

Aus Sicht der DHV ist eine intensive Beteiligung der zuständigen Betriebsräte am Projekt sinnvoll und angeraten. Diese können mit ihrem Wissen, ihren Erfahrungen und ihren Verbindungen in der Belegschaft eine wichtige Multiplikatorenfunktion übernehmen und so zur Erreichung der Projektziele beitragen. Die DHV ist mit dem Geschäftsführer des Landesverbandes Mitteldeutschland Michael Scholz in den Fachbeirat dieses Projektes berufen worden und kann an dieser Stelle die Interessen der Beschäftigten qualifiziert vertreten.