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Aufsichtsratswahl bei der Commerzbank: DHV ist dabei!

Die im Jahr 2018 anstehende Aufsichtsratswahl der Arbeitnehmervertreter bei der Commerz-bank wirft ihre Schatten voraus. Die DHV hat sich entschlossen, diesmal mit einer Gewerkschaftsliste anzutreten. In Zusammenarbeit mit den Kollegen von DBV und UFO stellt sich die Liste unter dem Kennwort „Harald Leifer - Hans-Ulrich Portmann - Thomas Stahl - Carsten Fischer – Karsten Frecke / eigene MA in den Aufsichtsrat – auch auf der Gewerkschaftsliste“ den Kolleginnen und Kollegen zur Wahl.
Ziele sind u.a. die Sicherung der Mitarbeiterinteressen bei der Neuausrichtung des Instituts ohne Beeinflussung von außen und die gründliche Auslotung aller Möglichkeiten, Arbeitsplätze zu sichern.

Privatbanken und öffentliche Banken: Tarifverhandlungen zum Entgeltsystem aufgenommen

Im Gehaltstarifabschluss 2016 hatte die DHV mit dem Arbeitgeberverband Banken und der Tarifgemeinschaft öffentlicher Banken vereinbart, in 2017 Tarifverhandlungen zur Neuregelung des Entgeltgruppensystems aufzunehmen. Gemäß dieser Vereinbarung nahmen DHV und die Arbeitgeber am 18.07.2017 in München diese Tarifverhandlungen auf.


Das Entgeltgruppensystem stammt noch aus den 1970er Jahren, es regelt eine überholte Arbeitswelt aus den Anfängen des Computerzeitalters. Bereits in den 1990er Jahren gab es einen letztendlich erfolglosen Versuch, das Entgeltgruppensystem zu reformieren. DHV und Arbeitgeber wollen nun erneut versuchen, zu einem gemeinsamen Verständnis über ein zeitgemäßes Entgeltgruppensystem zu kommen.


Grundsätzliches Einverständnis erzielten DHV und Arbeitgeber über das Fortbestehen des Tarifgruppensystems als solches und über die Beibehaltung einer einheitlichen flächentarifvertraglichen Regelung. Eine Trennung von Vertrieb und Backoffice soll es nicht geben. In den Detailfragen erwarten beide Seiten aber sachlich harte Verhandlungen.


Die DHV-Kommission machte deutlich, dass sich die Berufsjahressteigerungen bewährt haben und dass eine Neuregelung der Entgeltgruppensystematik nur auf Grundlage von transparenten, überprüfbaren und für alle Beschäftigten gerechten Kriterien erfolgen kann. Darüber hinaus dürfen Beschäftigte durch eine Neuregelung der Entgeltgruppensystematik nicht schlechter als bisher gestellt werden.


DHV und Arbeitgeber vereinbarten die Fortführung der Verhandlungen im Herbst. Ziel ist die Vereinbarung eines neuen Entgeltgruppensystems bis zu den Gehaltstarifverhandlungen Anfang 2019.

Tarifabschluss Volks- und Raiffeisenbanken: Einmalzahlung 10 % auf Dezembergehalt

7. Dezember 2016

In der Verhandlung am 06.12.2016 in Neu Isenburg erzielten DHV und AVR einen Tarifabschluss mit folgenden Inhalten:

  • Einmalzahlung im Dezember 2016 in Höhe von 10 % der Tabellenvergütung bzw. Auszubildendenvergütung
  • 1,5 % Gehaltserhöhung ab 01.04.2017
  • 1,2 % Gehaltserhöhung ab 01.08.2018
    Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um je 40 € zum 01.04.2017 und zum 01.08.2018
  • Laufzeit: des Vergütungstarifvertrages: 31 Monate (bis 31.05.2019)
  • Neu: Möglichkeit der freiwilligen individuellen Umwandlung der Gehaltserhöhungen in freie Tage:
    • 2017: 2 Tage
    • 2018: 5 Tage
    • 2019: 6 Tage

Die Regelung gilt bis Ende 2019 und kann bis Ende 2021 verlängert werden. In diesen Fällen beträgt die Freistellung für 2020 und 2021 jeweils 6 Tage.

  • Neu: Anspruch auf einen Zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge in Form der Entgeltumwandlung:
    • Für Beschäftigte mit mindestens zwei Jahren Betriebszugehörigkeit, die keinen Anspruch auf / Zugang zur betrieblichen Altersvorsorge mit Arbeitgeberbeteiligung haben.
    • Staffelung des Zuschusses: Ab Juli 2017 50 %, ab Januar 2019 75 % und ab Januar 2020
    • 100 % der durch die Entgeltumwandlung eingetretenen Sozialversicherungsersparnis
  • Verbesserung und Verlängerung der Öffnungsklausel zur Beschäftigungssicherung
    • Neu: Möglichkeit der Verkürzung der Arbeitszeit um bis zu 20 % (bisher: Verkürzung bis auf 31 Stunden)
    • Neu: Auch Teilzeitbeschäftigte profitieren von der Regelung (Beschäftigungssicherung und 20 %-Ausgleich der Gehaltskürzung durch Arbeitgeber
  • Neu: Möglichkeit der freiwilligen Entgeltumwandlung für Leasingzwecke
  • Verlängerung des Anspruchs auf Freistellung für individuelle Gesundheitsvorsorge (Präventionstag) bis Ende 2019
  • Verlängerung des Altersteilzeittarifvertrages bis Ende 2019
  • Verlängerung der Langzeitkontenregelung bis Ende 2019
  • Verlängerung des Anspruchs auf Teilzeit für rentennahe Jahrgänge bis Ende 2019

Des Weiteren wurden die Ausbildungserklärung verlängert und die Möglichkeit der Betriebsparteien vereinbart, bei Fusionen mit nicht tarifgebundenen Instituten eine Übergangsfrist für die Angleichung auf das Tarifniveau zu vereinbaren.

Der Abschluss ist das Ergebnis eines Kompromisses nach langem, zähem Ringen. Die vereinbarte Gehaltserhöhung trägt den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen insbesondere infolge der anhaltenden Niedrigzinsphase und der ungewissen Aussichten über den Fortbestand der Europäischen Union sowie des Euro Rechnung. Die DHV verbindet mit diesem moderaten Gehaltsabschluss die Erwartung, dass die Genossenschaftsbanken ihre Beschäftigungsfähigkeit sichern und die hohe Tarifbindung auch in den nächsten schwierigen Jahren sicherstellen werden.

Erfreulich ist die Vereinbarung eines Anspruchs auf einen Zuschuss zur betrieblichen Altersversorgung. Die DHV hat sich zu einem guten Teil mit ihrer Forderung nach Weitergabe der Sozialversicherungsersparnis bei Entgeltumwandlung durchgesetzt. Der vereinbarte Kompromiss zur Begrenzung des Anspruchs ist vertretbar, da es viele gute betriebliche Altersvorsorgeregelungen gibt, die durch den Abschluss nicht gefährdet werden dürfen.

Die Möglichkeit der Umwandlung der Gehaltserhöhungen in freie Tage ist durchaus ein attraktives Angebot für Beschäftigte, in den kommenden Jahren freie Tage zu nehmen, um z.B. über den Urlaub hinaus  Wochenenden oder Urlaub zu verlängern. Wichtig für die DHV ist, dass dieses Angebot auf freiwilliger Basis erfolgt.

In den Genuss der veränderten Öffnungsklausel zur Beschäftigungssicherung kommen nun auch Teilzeitbeschäftigte. Damit ist eine eklatante, möglicherweise AGG-widrige Ungleichbehandlung beseitigt. Die Untergrenze für die Stundenreduzierung ist bei Teilzeitbeschäftigten die Minijobgrenze.

Der Präventionstag ist mittlerweile etabliert, die Verlängerung ist daher  folgerichtig Auch der Teilzeitanspruch für rentennahe Jahrgänge ist dabei, sich zu etablieren. Die Inanspruchnahme auf betrieblicher Ebene ist in den vergangenen beiden Jahren gestiegen.

Mit dem Tarifabschluss haben DHV und AVR bewiesen, dass sie über den Gehaltstarifabschluss hinaus in der Lage sind, innovative tarifvertragliche Regelungen auf den Weg zu bringen. Insofern ist der Tarifabschluss in Bezug auf die Gehaltsregelung ein vertretbarer, in den Nebenreglungen sehr guter Kompromiss.

Für Sie verhandelten: Patrick Brandt, Klaus Dönig, Christian Frick, Markus Glogowski, Stefan Heine, Roland Herbstritt, Henning Röders, Hubert Serrer, Beate Zander

Volksbanken und Raiffeisenbanken: Ungenügendes Arbeitgeberangebot in der zweiten Verhandlungsrunde

In der Verhandlung am 07.11.2016 in Neu Isenburg unterbreitete die Arbeitgeberseite der DHV-Tarifkommission ein erstes Gehaltsangebot:

  • 2 Nullmonate bis zum 31.12.2016
  • 1,1 % Gehaltserhöhung zum 01.01.2017
  • 1,0 % Gehaltserhöhung zum 01.06.2018
  • Laufzeit: 36 Monate bis zum 31.10.2019

Die Arbeitgeber begründen ihr dürftiges Angebot vor allem mit den schwierigen Rahmenbedingungen infolge der Niedrigzinspolitik der EZB, den Herausforderungen der Digitalisierung und den ungewissen politischen und wirtschaftlichen Aussichten. Der Schwerpunkt müsse aus Sicht der Arbeitgeber auf den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit der Volks- und Raiffeisenbanken gelegt werden.

Die DHV-Tarifkommission wies das Gehaltsangebot der Arbeitgeber als ungenügend zurück! Auf die Laufzeit umgerechnet liegt  das jährliche durchschnittliche Volumen  unter 1 %. Damit liegt dieses Angebot sogar unterhalb der für 2017 prognostizierten Inflationsrate (etwa 1,45 %) und noch weit von der DHV-Forderung nach 3,5 % Gehaltserhöhung entfernt. Der engagierten Arbeit der Beschäftigten der Volks- und Raiffeisenbanken wird es in keiner Weise gerecht. Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit ist gut und erstrebenswert – aber die angemessene Honorierung der Arbeitsleistung der Beschäftigten darf dabei nicht auf der Strecke bleiben!

Enttäuschend ist das Arbeitgeberangebot angesichts der im Jahresbericht des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) veröffentlichten Zahlen zum Jahr 2015. Einige wichtige Kennzahlen:

  • Steigerung der Bilanzsumme um 3,8 %
  • Steigerung des Eigenkapitals um 4,1 %
  • Steigerung der Kundeneinlagen um 4,5 %
  • Jahresüberschuss nach Steuern: 2,1 Mrd. €

Der Jahresbericht des BVR stellt fest, dass das Jahresergebnis 2015 eine gute Basis für eine Dividendenausschüttung ist. Unsere Meinung zu den Zahlen des BVR: Die Zahlen für 2015 sind auch eine gute Grundlage für eine angemessene Gehaltserhöhung der Beschäftigten in den Volks- und Raiffeisenbanken!

Bewegung zeigte die Arbeitgeberseite wenigstens bei den weiteren DHV-Forderungen:

  • Verlängerung des Altersteilzeittarifvertrages
  • Verlängerung der Langzeitkontenregelung
  • Verlängerung der Öffnungsklausel zur Beschäftigungssicherung

Bezüglich des tariflichen Präventionstages (Anspruchs auf Freistellung für Gesundheitsvorsorgemaßnahmen) teilt die Arbeitgeberseite die Einschätzung der DHV, dass sich der Anspruch bewährt hat. Diese Übereinstimmung lässt auf eine Verlängerung der tariflichen Regelung hoffen.
Die DHV-Forderung nach Zahlung eines Zuschussbetrages für jedes Kind bis 18 Jahre in Höhe von 100 € pro Monat lehnt die Arbeitgeberseite dagegen ab.

Die Verhandlungen werden am 06.12.2016 in Neu-Isenburg fortgesetzt.

Wir fordern die Arbeitgeber auf, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch zu legen!

Für Sie verhandelten: Patrick Brandt, Marc Endlich, Christian Frick, Markus Glogowski, Stefan Heine, Bernd Herrmann, Roland Herbstritt, Henning Röders, Hubert Serrer

Volksbanken und Raiffeisenbanken: Erste Verhandlungsrunde - Klare Positionen!

26.10.2016

Am 25. Oktober 2016 fand in Neu-Isenburg bei Frankfurt die erste Verhandlungsrunde der diesjährigen Tarifverhandlungen statt.

Wie von der DHV-Verhandlungskommission erwartet stellte die Arbeitgeberseite die Situation der Volks- und Raiffeisenbanken dar.

Ausführlich wurden Zahlen und Daten präsentiert und auch der Vergleich innerhalb der Bankenbranche gezogen.

Dabei wurden drei Punkte, ebenfalls wie erwartet, besonders betont:

1. Die Kosten der Niedrigzinsen
2. Die Kosten der Regulierung
3. Die Kosten der Digitalisierung

Aufgrund dieser Kosten sieht die Arbeitgeberseite nur einen geringen Spielraum für Tariferhöhungen. Die Arbeitgeber machten allerdings deutlich, dass sie sehr an einer Erhaltung des Flächentarifvertrages interessiert sind. Dabei muss ein Tarifergebnis von allen mitgetragen werden, was angesichts der Heterogenität der Gruppe der Genossenschaftsbanken nicht immer leicht sei.
Gleichzeitig verwies die Arbeitgeberseite auf die Erfolge der Genossenschaft-Gruppe auf dem Markt und auf die Erfolge bei der Kundenzufriedenheit.

Die DHV-Tarifkommission wusste diese Aussagen zu ergänzen!

Es wurde klar gemacht, dass der Mitarbeiter im Zentrum der Bemühungen um die Zukunftsfähigkeit der Gruppe stehen muss. Nur auf diese Weise werden Kunden erreicht und gehalten. Die Genossenschaftsbanken können sich von der Konkurrenz, darunter auch FinTechs, nur unterscheiden, wenn weiterhin kompetente Beratung vor Ort möglich ist.
Wie soll sich die Kundenzufriedenheit aufrechterhalten lassen mit immer größerer Arbeitsverdichtung? Ein Gesundschrumpfen wird es hier nicht zum Erfolg führen!
Gute Leute im Zeitalter des Fachkräftemangels zu halten muss hier oberste Priorität haben. Und auch zu gewinnen – Azubis brauchen mehr Geld in der Tasche, damit eine Ausbildung bei einer Volks- oder Raiffeisenbank für die passenden Bewerber noch attraktiv bleibt!  
Zum Thema Demographie gab es keine Informationen, wie die Arbeitgeberseite mit diesem Problem umgehen will und wie sich das auf die Tariflandschaft auswirkt.
Insgesamt bleibt viel Gesprächsstoff für die zweite Verhandlungsrunde, in der es auch um unsere Nebenforderungen gehen wird.
Es wurde auch deutlich, dass die Arbeitgeberseite Reformbedarf beim Mantel-Tarifvertrag erkannt hat. Beide Seiten kamen überein, diese umfassende Veränderung in den Tarifbeziehungen erst in der nächsten Tarifrunde zu besprechen.

Die Tarifverhandlungen werden am 7.November 2016 fortgesetzt.

Für Sie verhandeln: Patrick Brandt, Klaus Dold, Christian Frick, Markus Glogowski, Stefan Heine, Alexander Henf, Roland Herbstritt, Hubert Serrer und Beate Zander

Volks- und Raiffeisenbanken Tarifverhandlungen 2016: DHV fordert 3,5 % Gehaltserhöhung für 12 Monate!

Die DHV-Tarifkommission geht mit folgenden Forderungen in die am 25.10.2016 beginnende Gehaltstarifrunde 2016:

      • Gehaltserhöhung und Erhöhung der Auszubildendenvergütungen: 3,5 % p.a.
        Die Beschäftigten der Volks- und Raiffeisenbanken haben eine deutliche, über der Inflationsrate Gehaltserhöhung verdient! Andererseits ist die anhaltende Niedrigzinssituation zu bedenken, die für die Banken eine besondere Herausforderung darstellt. Die DHV-Tarifkommission geht deshalb mit einer Tarifforderung in die Gehaltstarifrunde, die realistisch und auch erreichbar ist!
      • Unbefristete Verlängerung der tarifvertraglichen Regelung zum Präventionstag
        Der tarifliche Anspruch auf Freistellung für Gesundheitsvorsorgemaßnahmen hat sich bewährt und ist mittlerweile auch in vielen Volks- und Raiffeisenbanken etabliert. Die DHV-Tarifkommission sieht daher eine unbefristete Verlängerung des tariflichen Anspruchs als sinnvoll an.
      • Weitergabe eingesparte Sozialversicherungsbeiträge bei Gehaltsumwandlung
        DHV und der Arbeitgeberverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (AVR) hatten sich im Tarifabschluss 2014 verpflichtet, in den Tarifverhandlungen 2016 über tarifvertragliche Regelungen zur betrieblichen Altersversorgung zu beraten. Die DHV-Tarifkommission sieht eine tarif-vertragliche Vereinbarung zur Weitergabe eingesparter Sozialversicherungsbeiträge bei Gehaltsumwandlung als eine sinnvolle, einfach handhabbare Regelung an, die die Vielfalt der betrieblichen Reglungen zur betrieblichen Altersvorsorge nicht berührt.
      • Zahlung eines Zuschussbetrages für jedes Kind bis 18 Jahre in Höhe von 100 € / Monat
        Die DHV-Tarifkommission sieht die Notwendigkeit zur Förderung der Vereinbarkeit von Familienleben und Beruf. Beschäftigte mit Kindern müssen gefördert werden. Die Zahlung eines Zuschussbetrages von 100 € / monatlich ist eine sinnvolle Maßnahme zur Deckung der durch die eigene Erziehung und/oder Fremdbetreuung der Kinder entstehenden Kosten.
      • Verlängerung des Altersteilzeittarifvertrages
      • Verlängerung der Langzeitkontenregelung
      • Verlängerung der Öffnungsklausel zur Beschäftigungssicherung
      • Ergänzungen des Rationalisierungsschutzabkommens im Hinblick auf Homeoffice und Zu-mutbarkeitsregelungen
        Die DHV-Tarifkommission hält eine Ergänzung des Rationalisierungsschutzabkommens im Hinblick auf Homeoffice und Zumutbarkeitsregelungen für sinnvoll:
        Erwähnung des Homeoffice als eine Möglichkeit zur Vermeidung von Arbeitsplatzabbau.

        Klarere Definition der Kriterien für Zumutbarkeit eines Arbeitsplatzes bei Versetzung:
        Angesichts der Fusionen der Volks- und Raiffeisenbanken zu räumlich immer größer werdenden Unternehmen hält die DHV-Tarifkommission eine eindeutige Regelung für die Grenze, bis zu der ein Arbeitsplatz im Falle einer Versetzung zumutbar ist, für notwendig: Ein Arbeitsplatz ist zumutbar, wenn die Grenze für die tägliche Hin- und Rückfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln 2 ½ Stunden nicht überschreitet.

V.i.S.d.P. Henning Röders

Tarifabschluss Privatbanken: Hartes Ringen im Zeichen von Brexit und italienischer Bankenkrise

13.07.2016

Nach einer harten Auseinandersetzung und erst in der 4. Verhandlungsrunde konnten sich DHV und Arbeitgeber auf einen Tarifabschluss einigen:

  • 1,5 % lineare Gehaltserhöhung ab 01.10.2016
  • 1,1 % lineare Gehaltserhöhung ab 01.01.2018
  • 1,1 % lineare Gehaltserhöhung ab 01.11.2018
  • 50 € Erhöhung der Auszubildendenvergütungen ab 01.10.2016
  • Laufzeit des Gehaltstarifvertrages bis 31.01.2019
  • Verlängerung des Altersteilzeitabkommens bis zum 31.12.2019
  • Verlängerung der 31-Stunden-Klausel zur Beschäftigungssicherung bis zum 31.12.2019
  • Verlängerung des Langzeitkontentarifvertrages bis zum 31.12.2019

Die Tarifverhandlungen waren geprägt von einem harten Ringen um einen tragfähigen Kompromiss und zwei Ereignissen, die auf der Zielgeraden noch den Verhandlungsspielraum einengten und damit erheblichen Einfluss auf das Verhandlungsergebnis hatten. Der Brexit hat für Turbulenzen auf den Aktienmärkten gesorgt und stellt eine nicht unerhebliche Beeinträchtigung für die wirtschaftliche Entwicklung Europas dar, der sich auch die Banken nicht entziehen können. Die italienische Bankenkrise, die gerade erst in die Schlagzeilen gekommen ist, stellt eine ernsthafte Herausforderung für den europäischen Bankensektors dar, die noch größer sein könnte als die Krise nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im Jahr 2008.

Vor dem Hintergrund der aufziehenden Anzeichen einer Krise liefen die Warnstreikaktionen der vergange-nen beiden Wochen. Die DHV-Aufrufe zu den Warnstreiks in den Banken und die Durchführung eines Schwerpunktwarnstreiks bei der Wüstenrot in Ludwigsburg am 11.07.2016 haben Wirkung gezeigt und die Arbeitgeberseite zur Verbesserung ihres Angebotes vom 28.06.2016 bewegt:

  • Die Arbeitgeber verbesserten den Umfang ihres Gehaltsangebotes um 0,9 Prozentpunkte.
  • Die Arbeitgeber reduzierten die angebotene Laufzeit um 3 Monate.

Die Gehaltserhöhung für 2016 liegt über der amtlichen Inflationsrate und bedeutet damit eine Reallohnsteigerung. Der Tarifvertrag wird bereits drei Monate nach der dritten Gehaltserhöhungsstufe von 1,1 % kündbar sein. Die Chancen stehen dann gut, dass bei einem Tarifabschluss Anfang 2019 die Gehaltssteigerung auf ein Jahr gesehen deutlich über 1,1 % liegen wird. Positiv ist die Verlängerung des Altersteilzeitabkommens zu bewerten. Damit haben die Arbeitgeberseite eine der DHV-Forderungen erfüllt.

Aus diesen Gründen hat die DHV schweren Herzens, aber gemäß ihrer Verpflichtung als verantwortungsvoll handelnde Tarifpartnerin dem Tarifkompromiss zugestimmt.

Zudem haben DHV und Arbeitgeber vereinbart, im Februar 2017 Gespräche im Rahmen eines Ausbildungsgipfels mit dem Ziel aufzunehmen, die Attraktivität der Ausbildung in der Bankenbranche zu erhöhen. Des Weiteren werden DHV und Arbeitgeberseite im Jahr 2017 ergebnisoffene Verhandlungen über Vorschläge für eine mögliche Reform des Tarif-Entgeltsystems aufnehmen.

Für Sie verhandelten: Michael Freitag, Alexander Henf, Petra Knodt, Harald Leifer, Andreas Rothbauer, Henning Röders, Peter Schellenberg, Christoph Seeger Thomas Stahl, Silvia Steinberg, Michael Voß, Günter Zweckinger

Warnstreik der UniCredit Bank AG in München

Vor der vierten Verhandlungsrunde in den Tarifverhandlungen für den Tarifvertrag des privaten und öffentlichen Bankgewerbes   am 12. Juli 2016 in Wiesbaden rief die DHV-Betriebsgruppe der UniCredit Bank AG zu einem Warnstreik am 7. und 8. Juli 2016 auf.  
Auslöser für den Aufruf war das unverschämte Angebot der Arbeitgeber vom 28. Juni 2016, welches folgendermaßen lautete:

  • 5 Nullmonate bis Ende September 2016
  • 0,8 % lineare Gehaltserhöhung ab Oktober 2016
  • 1,0 % lineare Gehaltserhöhung ab Oktober 2017
  • 1,0 % lineare Gehaltserhöhung ab Oktober 2018
  • Laufzeit: 36 Monate (bis 30.04.2019)

Aus Sicht der DHV Tarifkommission stellt dies keine Verhandlungsbasis, sondern eine Provokation dar. Dazu das DHV Verhandlungsführer Henning Röders: „Eine Frechheit den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern so etwas überhaupt anzubieten.“
Mehrere hundert Kolleginnen und Kollegen der UniCredit Bank AG, unterstützt von Kolleginnen und Kollegen anderer Banken versammelten sich am heutigen Tag auf dem, zentral in München gelegenen Karlsplatz (Stachus) um ihren Unmut über diese Provokation kundzutun und den Arbeitgebern die Zähne zu zeigen.

160708 unicredit lv08     Die DHV zeigt Flagge am Stachus

 

Wüstenrot Bausparkasse AG: Warnstreik am 11.07.2016

Aufruf zum Warnstreik am 11.07.2016 um 09.00 Uhr!

Liebe Kolleginnen,
Liebe Kollegen,

in der dritten Verhandlungsrunde am 28.Juni 2016 unterbreitete uns die Arbeitgeberseite nach zähen,
bis Mitternacht dauernden Verhandlungen folgendes Angebot:

  • 5 Nullmonate bis Ende September 2016
  • 0,8 % lineare Gehaltserhöhung ab Oktober 2016
  • 1,0 % lineare Gehaltserhöhung ab Oktober 2017
  • 1,0 % lineare Gehaltserhöhung ab Oktober 2018
  • Laufzeit: 36 Monate (bis 30.04.2019)

Unsere Meinung dazu ist: Dieses unverschämte Gehaltsangebot der Arbeitgeber ist keine Verhandlungsbasis, sondern eine Provokation!

Darum ist es Zeit, den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen!

Direkt vor der vierten Verhandlungsrunde am 12.Juli 2016 in Wiesbaden ruft aus
diesem Grund die DHV-Betriebsgruppe Wüstenrot zu einem ganztägigen Warnstreik auf (weitere Informationen zu Beginn der KW 27):

Datum:     11.07.2016
Beginn:    09.00 Uhr
Ort:          Wüstenrotstraße


Redner:
Christoph Seeger,
Andreas Rothbauer
und der DHV-Bundesvorsitzende  Henning Röders

„Nur wenn zahlreiche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gleich welcher Couleur unsere Forderungen unterstützen, können wir auch etwas erreichen. Als DHV-Vertrauensmann rufe ich Euch und Ihnen zu: Ich kenne Gewerkschaften mehr, sondern nur noch Bank-angestellte mit Recht auf anständige Entlohnung!“

Christoph Seeger

Privatbanken und Öffentliche Banken: 3. Verhandlungsrunde - Unzureichendes Arbeitgeberangebot

29.06.2016

In der dritten Verhandlungsrunde am 28.06.2016 in Wiesbaden unterbreitete die Arbeitgeberseite ein Gehaltsangebot:

  • 5 Nullmonate bis Ende September 2016
  • 0,8 % lineare Gehaltserhöhung ab Oktober 2016
  • 1,0 % lineare Gehaltserhöhung ab Oktober 2017
  • 1,0 % lineare Gehaltserhöhung ab Oktober 2018
  • Laufzeit: 36 Monate (bis 30.04.2019)

Die Reaktion der DHV-Verhandlungskommission gegenüber der Arbeitgeberseite war deutlich: Das mehr als dürftige Arbeitgeberangebot ist eine absolute Enttäuschung und trägt dem engagierten Einsatz der Beschäftigten für ihr Unternehmen keinerlei Rechnung! Die DHV-Verhandlungskommission hat das Gehaltsangebot als nicht verhandlungsfähig zurückgewiesen.

Insbesondere ist die Arbeitgeberbehauptung ein Hohn, dass sie sich bewegt habe, denn sie sei ja von einem „Nullrundenangebot“ gekommen. Eine solche „Bewegung“ ist nicht Ergebnis eines ehrlichen Bemühens um einen tragbaren Kompromiss, sondern der Versuch der Arbeitgeberseite, die Beschäftigten für die Folgen des Missmanagements einiger Großbanken, der politisch motivierten Niedrigzinspolitik der EZB und der noch nicht absehbaren Auswirkungen des Brexit in Haftung zu nehmen. Aller Voraussicht nach hätte die Arbeitgeberseite kein Problem damit, im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen ein solches „Gehaltsangebot“ als Gehaltserhöhungsempfehlung an ihre Mitgliedsinstitute herauszugeben.

Insbesondere die exorbitante Laufzeit des Arbeitgebergehaltsangebotes ist nicht akzeptabel. Die Arbeitgeberseite argumentiert vor allem mit der dramatischen Entwicklung infolge des Brexit.

Aber:

  • Vollziehen die Briten tatsächlich den Brexit, oder kommt es zu einer zweiten Volksabstimmung?
  • Möglicherweise wird im Falle des Brexit der Bankenstandort Deutschland gestärkt, weil die Banken z.B. ihre Aktivitäten von London nach Frankfurt verlagern.
  • Wahrscheinlich ist auch, dass die EU und Großbritannien im Falle eines Brexit ein für beide Seiten wirtschaftlich tragfähiges Abkommen zur zukünftigen Zusammenarbeit schließen und damit den wirtschaftlichen und politischen Schaden in Grenzen halten.

Der Brexit ist zum derzeitigen Zeitpunkt ein Szenario mit vielen Unbekannten. Wenn er tatsächlich kommt, muss der Brexit nicht zwangsläufig das Ende der EU und den Beginn einer schweren Rezession bedeuten. Vielmehr ist auch denkbar, dass sich die Auswirkungen in Grenzen halten und der Bankenstandort Deutschland sogar profitieren kann. Angesichts der vielen Unbekannten ist ein Tarifabschluss mit äußerst mickrigen Gehaltserhöhungen und über eine solch exorbitante Laufzeit kein tragfähiger Kompromiss.

Die DHV-Verhandlungskommission ist bereit zu einem Gehaltskompromiss, der der derzeitigen Unsicherheit infolge des drohenden Brexit und der anhaltenden Niedrigzinsphase angemessen Rechnung trägt. Voraussetzung ist aber, dass die Arbeitgeberseite endlich ein verhandlungsfähiges Gehaltsangebot vorlegt!

DHV und Arbeitgeberseite haben vereinbart, am 12.07.2016 einen letzten Versuch zu unternehmen, doch noch zu einem akzeptablen Gehaltstarifabschluss zu kommen.

Für Sie verhandeln: Michael Freitag, Alexander Henf, Petra Knodt, Harald Leifer, Andreas Rothbauer, Henning Röders, Peter Schellenberg, Christoph Seeger Thomas Stahl, Silvia Steinberg, Michael Voß, Günter Zweckinger