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Privatbanken, Bausparkassen und öffentliche Banken: 2. Verhandlungsrunde Privatbanken - Außer Spesen nichts gewesen!

Am 1.Juni 2016 fand in Frankfurt die zweite Verhandlungsrunde Privatbanken statt. Eigentlich hätte man sich diese Verhandlungsrunde sparen können, denn:
Die Arbeitgeber waren nicht bereit, ein Gehaltsangebot abzugeben. Stattdessen verlangten sie von uns, von unserer Gehaltsforderung herunterzugehen! Die Arbeitgeber waren auch nicht bereit, über unsere weiteren Forderungen zu verhandeln.

Nach Meinung der Arbeitgeber ist die DHV-Forderung von 4,6 % mehr Gehalt für 12 Monate nicht nachvollziehbar. Die Inflation liege ja bei nahezu Null, die wirtschaftliche Situation der Banken sei schlecht, und der Niedrigzins belaste die Banken schwer. Und schließlich seien die Gehälter der Beschäftigten auch auf hohem Niveau.

Wir fragen uns: Erwarten die Arbeitgeber etwa, dass die Beschäftigten Abstriche beim Gehalt ak-zeptieren, damit sie bei den Banken weiterarbeiten dürfen? Die Krokodilstränen der Arbeitgeber muten merkwürdig an vor dem Hintergrund von Milliardenverlusten bei einigen Großbanken wegen schwerer Managementfehler. Dabei gibt es gute Gründe für die Höhe der DHV-Gehaltsforderung:

  • Die gefühlte Inflation ist höher als die amtliche Inflation!
    Der Ölpreis ist in den letzten Wochen von 30 auf 50 Dollar gestiegen. Das macht sich bei den Spritpreisen bemerkbar. Allein in den letzten Tagen haben die Benzinpreise wieder einen deutlichen Sprung nach oben gemacht. Der Preissprung wird erst der Anfang sein, denn Experten gehen von weiter steigenden Ölpreisen aus. Viele Beschäftigte arbeiten in den Ballungsgebieten der Großstädte. Dort nehmen die Preissteigerungen für Immobilien und Mieten zum Teil dramatische Ausmaße an.
  • Es besteht ein Nachholbedarf beim Gehalt!
    In den Jahren 2009-2011 mussten die Beschäftigten wegen der Finanzkrise deutliche Reallohnver-luste hinnehmen. Diese wirken auch heute noch nach, da die in 2012 und 2014 vereinbarten Ge-haltserhöhungen im Durchschnitt der allgemeinen Gehaltsentwicklung lagen.
  • Die DHV-Gehaltsforderung bewegt sich im Rahmen der Gehaltsforderungen der Branchen-tarifverhandlungen für 2016!
    Die Arbeitgeberseite weiß sicherlich, dass sich die DHV-Forderung im Rahmen der Gehaltsforde-rungen für 2016 bewegt. Sie weiß sicherlich auch, dass bei jeder Gehaltsforderung ein Kompro-missspielraum einkalkuliert ist. Da soll die Arbeitgeberseite nicht Erstaunen vorgaukeln und so tun, als ob sie unsere Gehaltsforderung nicht nachvollziehen kann!

Die Arbeitgeberseite ist nicht bereit, auf uns zuzugehen. Da sehen wir auch keine Veranlassung, von unseren Forderungen abzugehen!

  • 4,6 % mehr Gehalt für 12 Monate
  • 70 € Erhöhung der Auszubildendenvergütungen und Vereinbarung Übernahmeangebot
  • Wiedereinführung des Vorruhestandstarifvertrages und des Altersteilzeitabkommens
  • Aufrechterhaltung bestehender Altersversorgungszusagen in bisheriger Höhe

Wir erwarten in der dritten Verhandlungsrunde am 28.06.2016 endlich ein verhandlungsfähiges Gehaltsangebot der Arbeitgeber!

Privatbanken, Bausparkassen und öffentliche Banken: 1. Runde der Gehaltstarifverhandlungen 2016

Die DHV-Tarifkommission hat in der ersten Runde der Gehaltstarifverhandlungen mit den Arbeitgebern unsere Forderungen präsentiert:

1. 4,6 % mehr Gehalt für 12 Monate
Mit dem Tarifabschluss sollen die Beschäftigten der Banken Anschluss an die allgemeine Entwicklung der Gehälter in diesem Jahr halten. Die Arbeitgeberseite machte dagegen deutlich, dass aus ihrer Sicht keinerlei Spielraum für Gehaltsteigerungen besteht. Neben den steigenden Kosten für Regulie-rungsvorgaben sei insbesondere die Niedrigzinsphase ein großes Problem.
Bei allem Verständnis für das wirtschaftliche Umfeld dürfen es nicht die Mitarbeiter sein, die die Folgen von verfehlten Entscheidungen anderer ausbaden müssen. Die DHV wird daher für eine angemessene Bezahlung kämpfen, auch damit Berufe im Bankenbereich attraktiv bleiben!

2. 70 € Erhöhung der Auszubildendenvergütungen und Vereinbarung Übernahmeangebot
Auch für Auszubildendenvergütung sieht die Arbeitgeberseite keinen Erhöhungsspielraum. Eine ver-pflichtende Vereinbarung zum Übernahmeangebot wollen die Arbeitgeber nicht unterzeichnen. Freiwil-lige Zusagen sollen weiter der Königsweg sein.
Es scheint der Arbeitgeberseite zu entgehen, dass gerade die umfangreichen Veränderungen in der Bankenwelt qualifizierte Fachkräfte für morgen erfordern. Der Ruf des Bankkaufmanns hat bei Jugendlichen durch die Skandale der letzten Zeit stark gelitten. Die Bedingungen für Auszubildende müssen besser werden, damit die Nachwuchsgewinnung erfolgreich bleibt. Die DHV wird sich dafür einsetzen!  

3. Wiedereinführung des Vorruhestandstarifvertrages und des Altersteilzeitabkommens
Der Vorruhestandstarifvertrag und das Altersteilzeitabkommen stehen für die Arbeitgeberseite über-haupt nicht zur Debatte. Der weitere Verlauf der Verhandlungen wird zeigen, ob wir auch in diesem Bereich Verbesserungen durchsetzen können.
 
4. Aufrechterhaltung bestehender Altersversorgungszusagen
Ein Problem, das offenbar von vielen in seiner Tragweite unterschätzt wird, ist die sinkende Garantie-verzinsung und die Reduzierungen von Steigerungsbeträgen und Verrentungsfaktoren (z.B. bei BVV, Pensionskassen, Unterstützungskassen). Hierbei zeigen sich Unterschiede zwischen großen und klei-neren Instituten.
Die Arbeitgeberseite hält dies nicht für ein Tarifvertragsthema. Nach unserer Einschätzung ist die Auf-rechterhaltung bestehender Altersversorgungszusagen durchaus Teil des Tarifwerkes. Wir werden die Problematik weiter ansprechen und in die Verhandlungen einbringen.

Die DHV-Tarifkommission wird weiter kämpfen, um die berechtigten Forderungen für Sie durchzusetzen!

Für Sie verhandelten: Michael Freitag, Alexander Henf, Petra Knodt, Harald Leifer, Andreas Rothbauer, Peter Schellenberg, Christoph Seeger, Thomas Stahl, Michael Voß

Privatbanken, Bausparkassen und öffentliche Banken: Gehaltstarifverhandlungen - DHV fordert 4,6 % mehr Gehalt

Die DHV-Tarifkommission hat ihre Forderungen für die am 04.05.2016 beginnende Gehaltstarifrunde 2016 beschlossen:

  • 4,6 % mehr Gehalt für 12 Monate:
    Die Beschäftigten der Privatbanken, Bausparkassen und öffentlichen haben eine deutliche, über der Inflationsrate liegende Gehaltserhöhung verdient. Die Gehaltsforderung soll die engagierte und motivierte Arbeit der Beschäftigten gebührend berücksichtigen. Mit ihrer Forderung bewegt sich die DHV im Rahmen der Gehaltsforderungen für die Tarifrunden 2016. Mit dem Tarifabschluss sollen die Beschäftigten der Banken Anschluss an die allgemeine Entwicklung der Gehälter in diesem Jahr halten.
  • Attraktivität des Ausbildungsberufes stärken:
    70 € Erhöhung der Auszubildendenvergütungen
    Vereinbarung eines Übernahmeangebotes an die Auszubildenden für die Dauer von 12 Monaten
    Die Auszubildenden sind die Fachkräfte von morgen! Die Banken müssen attraktive Ausbildungsbedingungen bieten, um die immer weniger werdenden jungen Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen und sie langfristig als Arbeitnehmer an die Bank zu binden. Eine attraktive Auszubildendenvergütung ist dazu eine wichtige Voraussetzung. Mit der Vereinbarung eines Übernahmeangebotes soll den Auszubildenden eine Perspektive bei ihrem bisherigen Ausbildungsbetrieb gegeben werden.
  • Wiedereinführung des Vorruhestandstarifvertrages und des Altersteilzeitabkommens:
    Der Vorruhestandstarifvertrag und das Altersteilzeitabkommen, die in 2014 ausgelaufen waren, sind wichtige und bewährte Instrumente für einen sozialverträglichen Übergang in den Ruhestand. Angesichts des steigenden Renteneintrittsalters auf 67 Jahre ist es wichtig, beide Abkommen wieder in Kraft zu setzen und einen sozialverträglichen Übergang in den Ruhestand auch für jüngere Generationen zu sichern.
  • Aufrechterhaltung bestehender Altersversorgungszusagen in bisheriger Höhe:
    Zahlung eines Ausgleichs oder Zusatzbetrages im Falle der Reduzierung von Steigerungsbeträgen, Verrentungsfaktoren oder Garantieverzinsung
    Mit zunehmender Sorge beobachtet die DHV-Tarifkommission die sinkende Garantieverzinsung und die Reduzierungen von Steigerungsbeträgen und Verrentungsfaktoren, die maßgeblich sind bei den Leistungsberechnungen der Altersversorgungen (z.B. BVV, Pensionskassen, Unterstützungskassen). Die Niedrigzinspolitik der EZB oder die nachträgliche Anpassungen von Versicherungsbedingungen, darf nicht zu Lasten der betroffenen Arbeitnehmer gehen. Die Altersversorgungszusagen müssen in bestehender Höhe aufrecht erhalten werden! Deshalb ist eine Vereinbarung zur Zahlung eines Ausgleichs oder Zusatzbetrages durch die Unternehmen im Falle der Reduzierung von Steigerungsbeträgen, Verrentungsfaktoren oder Garantieverzinsung erforderlich.

Volks- und Raiffeisenbanken: Tarifkommissionssitzung in Stuttgart

Am 22. Oktober traf sich die DHV Tarifkommission Volks- und Raiffeisenbanken in Stuttgart zu einer Sitzung in der DHV-Landesgeschäftsstelle Baden-Württemberg. Themen waren die Reaktionen auf den Tarifabschluss 2014 und ein erster Ausblick auf die im Herbst 2016 stattfindenden Tarifverhandlungen.
Der Tarifabschluss 2014 wird in den Banken gut angenommen. Vor allem die zum 01.02.2014 erfolgte Gehaltserhöhung von 3,0 % ist bei den Beschäftigten auf eine außerordentlich gute Resonanz gestoßen. Der vereinbarte Anspruch für ältere Beschäftigte auf Reduzierung ihrer Arbeitszeit wird als ein Schritt in die richtige Richtung begrüßt, ebenso wie auch die Regelungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Positiv aufgenommen wurde auch die Verlängerung des Anspruchs auf bezahlte Freistellung für die Inanspruchnahme von Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen.
In die Tarifrunde 2016 möchte die DHV-Tarifkommission mit einem breiten Themenspektrum gehen. Nicht nur die lineare Gehaltserhöhung, sondern auch Forderungen in Bezug auf die Förderung junger Arbeitnehmer, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Förderung der betrieblichen Altersvorsorge und einen sozialverträglichen Übergang in den Ruhestand sollen aufgestellt werden.   Wie sieht es mit einer Regelung bezüglich der Übernahme von Auszubildenden aus? Mit welchen Angeboten an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann die Attraktivität der Volks- und Raiffeisenbanken als sozialer Arbeitgeber gesteigert werden? Wie soll mit dem Thema Rückkehr aus der Elternzeit weiter umgegangen werden, nachdem in der letzten Tarifrunde eine diesbezügliche Erklärung abgegeben wurde? Die Tarifkommission hat noch keinen Forderungskatalog verabschiedet, die Diskussion und die Meinungsbildung sind noch im laufenden Prozess. Die Tarifkommission freut sich daher über Themenvorschläge und Meinungsbilder von Mitgliedern in den Volks- und Raiffeisenbanken. Diese können gerne an den Bezirksgeschäftsführer Martin Steiner (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)  gemailt werden.

LBS Schleswig-Holstein-Hamburg: Tarifvertrag zur neuen Betriebsratsstruktur wird gut angenommen

m Tarifvertrag zur neuen Betriebsratsstruktur bei der LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg ist vereinbart worden, dass sich DHV-Tarifkommission, Betriebsrat und Arbeitgeber jährlich zu einem Gespräch treffen, um die Akzeptanz des Tarifvertrages zu bewerten und möglichen Handlungsbedarf zu erkennen.

Vor wenigen Tagen fand in Kiel das Bewertungsgespräch statt. Erfreulich ist, dass die Teilnehmer übereinstimmend zu dem Ergebnis kamen, dass kein Handlungsbedarf besteht. Der Tarifvertrag wird sowohl vom Betriebsrat als auch von der Belegschaft und der Arbeitgeberseite akzeptiert. In dem Gespräch stellten die Teilnehmer übereinstimmend fest:

  • Der unternehmenseinheitliche Betriebsrat arbeitet gut zusammen.

Die Kieler und Hamburger Kolleginnen und Kollegen im Betriebsrat haben zu einem gut funktionierenden Team zusammengefunden und vertreten gemeinsam die Interessen der Belegschaften beider Standorte gegenüber der Arbeitgeberseite.

  • Der unternehmenseinheitliche Betriebsrat wird von den Beschäftigten sowohl in Kiel als auch in Hamburg akzeptiert

Die hohe Akzeptanz zeigt sich vor allem darin, dass sich Beschäftigte an den Betriebsrat ihres Vertrauens wenden, wenn sie ein Anliegen haben. Dabei spielt in der Regel die Frage keine Rolle, ob der Betriebsrat am selben Standort arbeitet oder nicht. Ein starkes Indiz für die hohe Akzeptanz der neuen Betriebsratsstruktur ist auch die Tatsache, dass es keine Einsprüche oder Klagen gegen die Betriebsratswahl 2014 gegeben hat.

  • Der unternehmenseinheitliche Betriebsrat erleichtert die Zusammenarbeit zum Wohle der Beschäftigten und des Unternehmens.

Sowohl Betriebsrat als auch Arbeitgeberseite schätzen die Vereinfachung der Betriebsratsstrukturen. Denn die meisten Themen betreffen sowohl den Kieler als auch den Hamburger Standort. Mit dem unternehmenseinheitlichen Betriebsrat entfallen zeitraubende, komplizierte Abstimmungsprozesse zwischen Betriebsräten in Hamburg und Kiel und einem Gesamtbetriebsrat.

Die Einführung der neuen Betriebsratsstruktur war im vergangenen Jahr mit zum Teil heftigen Diskussionen und Befürchtungen verbunden, dass der eine Standort den anderen dominiert. Das Gegenteil ist eingetreten: Der unternehmenseinheitliche Betriebsrat vertritt mit einer Stimme die Interessen der Beschäftigten beider Standorte gegenüber dem Arbeitgeber! Damit ist möglichen Versuchen der Arbeitgeberseite, den Hamburger und Kieler Standort gegeneinander auszuspielen ein Riegel vorgeschoben. Es ist gut, dass auch die Kritiker des vergangenen Jahres anerkannt haben, dass der DHV-Tarifvertrag richtig und notwendig war.

In 2016 findet das nächste Gespräch zur Bewertung der neuen Betriebsratsstruktur statt. Gerne stehen wir aber für Ihre Gedanken, Anregungen und Kritiken zur Verfügung. Ihre Ansprechpartner der DHV-Tarifkommission:
Ralf Möller, Vorsitzender der Tarifkommission; Tel.: 0431-20000-520
Sabine Diedrichsen, Vorsitzende des Betriebsrates; Tel.: 0431-20000-585

Tarifabschluss Volks- und Raiffeisenbanken: 3,0 % ab Februar 2015

In den späten Abendstunden des 29.10.2014 einigten sich DHV und AVR auf einen Tarifabschluss für rund 160.000 Beschäftigte der Volks- und Raiffeisenbanken. Die wichtigsten Inhalte:

  • Einmalzahlungen: Für Beschäftigte in Höhe von 10 % des Dezembergehalts in Dezember 2014; für Auszubildende in Höhe von 10 % der Auszubildendenvergütung in Dezember 2014
  • Zweistufige lineare Gehaltserhöhung: 3,0 % ab Februar 2015; 1,2 % ab Februar 2016
  • Erhöhung der Auszubildendenvergütungen: 30 € für alle Ausbildungsjahre ab Februar 2015; ab Februar 2016 Erhöhung: 1. Ausbildungsjahr: auf 930 €; 2. Ausbildungsjahr: auf 980 €; 3. Ausbildungsjahr: auf 1.040 €  
  • Laufzeit des Gehaltstarifvertrages bis zum 31.10.2016
  • Verlängerung des Altersteilzeitabkommens bis Ende 2016
  • Verlängerung der Regelung zu den Langzeitkonten bis Ende 2016 • Verlängerung der Regelung zum Gesundheitstag bis Ende 2016; Verpflichtung, in 2016 eine Verlängerung oder Entfristung zu prüfen  
  • Neu: Vereinbarung eines Teilzeitanspruchs für Beschäftigte ab 3 Jahren vor der Rente: Reduzierung der Wochenarbeitszeit um bis zu 4 Stunden auf 35 Wochenstunden. Der Arbeitgeber übernimmt 50 % des Verdienstausfalls
  • Vereinbarung einer Verpflichtung, in der nächsten Tarifrunde über tarifvertragliche Regelungen zur betrieblichen Altersvorsorge zu beraten. 
  • Wiederinkraftsetzung der Ende 2008 ausgelaufenen 31-Stunden-Klausel zur Beschäftigungssicherung mit Befristung bis Ende 2016
  • Verbesserungen im Rationalisierungsschutzabkommen: Neu: Möglichkeit des Angebots zum Wechsel in eine Transfergesellschaft. Neu: Zahlung einer Abfindung auch an Beschäftigte, die einen Anspruch auf eine Rente mit Abschlägen haben (bisher: Kein Abfindungsanspruch)

Der Abschluss ist Ergebnis eines 13-stündigen Verhandlungsmarathons in der dritten Verhandlungsrunde. Die DHV-Tarifkommission bewertet den Abschluss als guten Kompromiss. Vor allem die erste Gehaltserhöhungsstufe von 3,0 % im Februar 2015 ist ein Verhandlungserfolg. Hart gerungen wurde um die zweite Gehaltserhöhungsstufe und um die Laufzeit: Bis zuletzt beharrte die Arbeitgeberseite auf eine Gehaltserhöhung um 1,2 % ab April 2016 und auf eine Laufzeit bis zum 31.12.2016.  Die zweite Gehaltserhöhungsstufe von 1,2 % ist ein noch vertretbarer Kompromiss, der den Ungewissheiten bezüglich der sich verschlechternden wirtschaftlichen Aussichten und der anhaltenden Niedrigzinsphase Rechnung trägt. Überproportional erhöht wurden die Auszubildendenvergütungen (um bis zu 7,8 % für die gesamte Lauf-zeit). Auch die Einmalzahlung in Höhe von 10 % ist ein Verhandlungserfolg der DHV. Vertretbar ist der Abschluss auch in den weiteren Punkten. Die erneute Verlängerung des Anspruchs auf einen halben Tag Freistellung pro Jahr für Gesundheitsvorsorgemaßnahmen und die Vereinbarung der Verpflichtung, in 2016 über eine mögliche Entfristung zu sprechen,  bewertet die DHV als ein Zeichen, dass dieser tarifvertragliche Anspruch dabei ist, sich dauerhaft zu etablieren. Positiv ist die Verlängerung des Altersteilzeitabkommens. Die Vereinbarung eines Teilzeitanspruchs für vor der Rente stehende Beschäftigte ist ein zusätzlicher Baustein für einen sozialverträglichen Übergang in den Ruhestand.  Mit den Ergänzungen im Rationalisierungsschutzabkommen ist eine Ungleichbehandlung bei älteren Be-schäftigten beseitigt worden. Mit der Möglichkeit des Angebots eines Wechsels in eine Transfergesellschaft ist der Maßnahmenkatalog des Rationalisierungsschutzabkommens um ein weiteres Instrument erweitert. Die DHV-Verhandlungskommission hofft nicht, dass in Zukunft das Rationalisierungsschutzabkommen stärker greift. Es ist aber gut, dass für den Fall der Fälle Verbesserungen vereinbart worden sind. 

Volksbanken und Raiffeisenbanken: Zweite Verhandlungsrunde - Ungenügendes Arbeitgeberangebot

Am 09.10.2014 fand in Frankfurt die zweite Verhandlungsrunde statt. Die Arbeitgeber unterbreiteten ein erstes Gehaltsangebot:

  • 2,0 % zum 01.01.2015
  • 1,3 % zum 01.01.2016
  • Laufzeit bis zum 31.08.2016

Die DHV-Verhandlungskommission wies dieses Arbeitgeberangebot als ungenügend zurück. Die-ses Angebot entspricht in keiner Weise den Erwartungen der Beschäftigten. Es stellt keine Anerkennung der engagierten Arbeit der Beschäftigten dar, die entscheidend zum Erfolg des genossenschaftlichen Bankenverbunds in den vergangenen zwei Jahren beigetragen haben. Nicht akzeptabel ist die Tatsache, dass das Arbeitgeberangebot keinen Ausgleich für die vier Nullmonate von September bis Dezember 2014 beinhaltet. Der Verweis der Arbeitgeber auf die infolge der anhaltenden Niedrigzinsphase zunehmend schwierigeren Rahmenbedingungen und auf die Eintrübungen der Konjunktur in Deutschland rechtfertigt nicht die Abgabe eines solch dürftigen Angebots.

Wir erwarten zur nächsten Verhandlungsrunde ein deutlich verbessertes Arbeitgeberangebot!

Eingehend verhandelt wurde über die Weiterentwicklung der Erklärung zur Gesundheit und Demographie. Die Arbeitgeberseite wünscht einen stärkeren Fokus der Erklärung auf den zunehmenden Fachkräfte-mangel in Deutschland. Die DHV-Verhandlungskommission positionierte sich dahingehend, dass in der Erklärung dem Aspekt der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und den Belangen älterer Arbeitnehmer Rechnung getragen werden muss.

Bewegung gab es bei folgenden DHV-Forderungen:

  • Beim Thema Gesundheitstag erklärte sich die Arbeitgeberseite bereit, im Rahmen eines Gesamt-pakets die bestehende Regelung zum Gesundheitstag zu verlängern.
  • Auch den DHV-Forderungen nach Verlängerung des Altersteilzeitabkommens und der Verlänge-rung der Langzeitkontenregelung steht die Arbeitgeberseite aufgeschlossen gegenüber.
  • Der DHV-Forderung, bei der betrieblichen Altersversorgung in Form einer Gehaltsumwandlung die Sozialversicherungsersparnis an die Beschäftigten in Form eines Arbeitgeberzuschusses weiter-zugeben, erteilte die Arbeitgeberseite für diese Tarifrunde eine Absage. Sie ist aber bereit, dieses Thema auf die Agenda der nächsten Tarifrunde zu setzen. Angesichts der vielfältigen betrieblichen Regelungen müsse sorgfältig geprüft werden, ob tarifvertragliche Regelungen sinnvoll sind.

Die DHV-Forderung nach Anerkennung der Ausbildungsjahre als Berufsjahre ist für die Arbeitgeberseite nicht verhandelbar. Sie verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass auch im TVÖD Ausbildungsjahre nicht als Berufsjahre anerkannt werden. Das betreffe auch die Sparkassen.

Die Tarifverhandlungen werden am 29.10.2014 in Frankfurt fortgesetzt.

Auftakt Gehaltstarifrunde Volks- und Raiffeisenbanken: Noch kein Gehaltsangebot der Arbeitgeberseite

Am 09.09.2014 fand in Neu Isenburg der Auftakt der Gehaltstarifverhandlungen 2014 statt. Die DHV-Verhandlungskommission trug ihre Forderungen vor:

5,5 % lineare Gehaltserhöhung p.a., mindestens aber 150 € für jede Vergütungsgruppe!
Die Beschäftigten haben mit ihrer engagierten Arbeit maßgebend zum Erfolg des genossenschaftlichen Verbundes in den vergangenen zwei Jahren beigetragen. Sie haben sich deshalb eine or-dentliche Gehaltserhöhung mehr als verdient!

Erhöhung der Auszubildendenvergütungen um 5,5 %!  Anerkennung der Ausbildungsjahre als Berufsjahre!
Um im zunehmend härter werdenden Kampf um die jungen Arbeitskräfte bestehen zu können, ist es für die Volks- und Raiffeisenbanken wichtig, mit attraktiven Ausbildungsbedingungen zu punkten.  
 
Gesundheitstag ausweiten!
Die bis Ende 2014 befristete Regelung zum Gesundheitstag soll unbefristet verlängert werden. Der Gesundheitstag soll für alle Beschäftigten unabhängig vom Angebot betrieblicher Maßnahmen zum Gesundheitsmanagement gelten.

Verlängerung des Altersteilzeitabkommens über den 31.12.2014 hinaus!

Betriebliche Altersversorgung in Form der Gehaltsumwandlung: Weitergabe der Sozialversicherungsersparnis an die Beschäftigten in Form eines Arbeitgeberzuschusses

Verlängerung der Langzeitkontenregelung!

Die Arbeitgeberseite war noch nicht bereit, ein Gehaltsangebot abzugeben. Stattdessen verwies sie auf das schwierige Umfeld, in dem sich die Volks- und Raiffeisenbanken bewegen: Historische Niedrigzinsphase, lahmende Konjunktur und Unsicherheiten vor allem wegen der Ukrainekrise.

Same procedure as every time! Bereits in den Verhandlungsrunden 2010 und 2012 klagten die Arbeitgeber über die schwierigen Rahmenbedingungen und ungünstigen Aussichten, nur um hinterher im Rückblick festzustellen, dass es überraschenderweise doch anders gekommen ist. Unsere Meinung: Die Kirche sollte ruhig im Dorf gelassen werden. Nicht Sorgenfalten, sondern der gemeinsame Wille, die Erfolge der Vergangenheit angemessen zu würdigen, sollte die Tarifverhandlungen bestimmen!

Wir fordern die Arbeitgeberseite auf, zur nächsten Verhandlungsrunde ein verhandlungsfähiges Gehaltsangebot abzugeben!

Immerhin ließen die Arbeitgeber Bewegung bei der Verlängerung des Altersteilzeitabkommens und der Langzeitkontenregelung erkennen. Auch sind sie bereit, über den Gesundheitstag zu verhandeln. Die geforderte Wiederanerkennung der Ausbildungsjahre als Berufsjahre lehnten die Arbeitgeber kategorisch dagegen ab.

Die Verhandlungen werden am 09.10.2014 in Frankfurt fortgesetzt.

V.i.S.d.P.: Henning Röders

Tarifabschluss Privatbanken: 4,5 % über 2 Jahre – Arbeitgeberforderungen zur Samstagsarbeit abgewendet

In den Abendstunden des 30.06.2014 einigten sich DHV und Arbeitgeberseite auf folgenden Abschluss:

  • 2,4 % lineare Gehaltserhöhung zum 01.07.2014
  • 2,1 % lineare Gehaltserhöhung ab 01.07.2015
  • Erhöhung der Auszubildendenvergütungen um jeweils 25 € zum 01.07.2014 und zum 01.07.2015
  • Einmalzahlung in Höhe von 150 € im Januar 2015
  • Einmalzahlung für Auszubildende im Januar 2015 in Höhe von 50 €
  • Laufzeit des Tarifvertrages bis zum 30.04.2016

Die DHV-Tarifkommission beurteilt den Tarifabschluss als einen akzeptablen Kompromiss, der den Beschäftigten einen realen Einkommenszuwachs beschert und der nicht weit von der Forderung liegt, mit der die DHV-Tarifkommission in die Gehaltstarifrunde 2014 gegangen ist (3,5 % p.a.).

Die Einmalzahlung in Höhe von 150 € ist ein akzeptabler Ausgleich für die Nullmonate Mai und Juni 2014. Aus finanztechnischen Gründen erfolgt die Einmalzahlung im Januar 2015.

Positiv zu bewerten sind die Regelungen für die Auszubildenden. Die Erhöhungen liegen über den linearen Gehaltserhöhungen. Erfreulich ist auch, dass die Arbeitgeberseite zur Zahlung einer Einmalzahlung in Höhe von 50 € bewegt werden konnte. Diese Regelungen gehen in die richtige Richtung, denn attraktive Auszubildendenvergütungen sind ein wichtiger Pluspunkt, mit dem die Banken im immer härter werdenden Kampf um die Fachkräfte von morgen werben müssen. Die Banken müssen hier noch ein gutes Stück gehen. Die DHV-Tarifkommission wird da dran bleiben.

Die Gehaltstarifrunde 2014 war gekennzeichnet von einem harten Ringen um die von der Arbeitgeberseite geforderte Ausweitung der Samstagsarbeit. Nach den Plänen der Arbeitgeber sollte die Samstagsarbeit ausgeweitet und die Zuschläge erheblich abgebaut werden. Die DHV-Tarifkommission brachte ihre Ablehnung der Arbeitgeberpläne deutlich zum Ausdruck. In der dritten Verhandlungsrunde lenkten die Arbeitgeberschließlich ein und nahm von ihrer Forderung nach Ausweitung der Samstagsarbeit Abstand. Der Verzicht auf die Verlängerung des Vorruhestandsabkommens war der Kompromiss, den die DHV-Tarifkommission nach eingehender Abwägung der Vor- und Nachteile im Gegenzug eingehen musste.

Volksbanken und Raiffeisenbanken: DHV fordert 5,5 %, mindestens aber 150 € Erhöhung für jede VG!

Die Gehaltstarifrunde 2014 steht unmittelbar bevor. DHV und Arbeitgeber haben die Verhandlungstermine vereinbart: Die Verhandlungen finden statt am 09.09.2014, 09.10.2014 und 29./30.10.2014.

Die DHV hat den Gehaltstarifvertrag fristgerecht gekündigt und dem AVR die Forderungen der Tarifkommission für die Tarifrunde mitgeteilt:

5,5 % lineare Gehaltserhöhung p.a., mindestens aber 150 € für jede Vergütungsgruppe!
Das vergangene Jahr war für die Volks- und Raiffeisenbanken überaus erfolgreich. Der BVR spricht von einem guten Verlauf und geht davon aus, dass das Jahr 2014 ebenfalls erfolgreich verlaufen wird. Der Erfolg der Volks- und Raiffeisenbanken ist Ergebnis der engagierten Arbeit der Beschäftigten. Sie haben eine ordentliche Gehaltserhöhung verdient! Zudem gilt es, Anschluss an die Tarifentwicklung in 2014 zu halten, die gekennzeichnet ist von ordentlichen Gehaltsabschlüssen zu einem großen Teil von deutlich mehr als 3 %!

Erhöhung der Auszubildendenvergütungen um 5,5 %!  Anerkennung der Ausbildungsjahre als Berufsjahre!
Um im zunehmend härter werdenden Kampf um die jungen Arbeitskräfte bestehen zu können, ist es für die Volks- und Raiffeisenbanken wichtig, mit attraktiven Ausbildungsvergütungen zu punkten. Deshalb geht die DHV-Tarifkommission in die Verhandlungen mit dem Ziel einer deutlichen Anhebung der Ausbildungsvergütungen!   Eine weitere Forderung ist die Wiedereinführung der bis 2010 geltenden Regelung, die Ausbildungsjahre als Berufsjahre anzuerkennen.  

Gesundheitstag ausweiten!
Mit dem Gesundheitstag vereinbarten DHV und AVR in 2012 eine tarifvertragliche Regelung, die es in der Tariflandschaft in Deutschland noch nicht gegeben hatte und die es bis heute noch in keinem anderen Flächentarifvertrag gibt. Der Gesundheitstag wird in vielen Volks- und Raiffeisenbanken praktiziert, das zeigen Anfragen und Rückmeldungen, die uns regelmäßig erreichen. Wir wollen deshalb die bis Ende 2014 befristete Regelung zum Gesundheitstag verlängern!
In den Genuss des Gesundheitstages kommen bislang nur die Beschäftigten der Volks- und Raiffeisenbanken, die bislang keine Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge und -förderung anbieten. Dies wollen wir ändern: Der Gesundheitstag soll für alle Beschäftigten unabhängig vom Angebot betrieblicher Maßnahmen zum Gesundheitsmanagement gelten!

Verlängerung des Altersteilzeitabkommens!
Die Altersteilzeit ist kein Auslaufmodell, sondern ein sozialverträgliches Instrument für einen gleitenden Über-gang in den Ruhestand. Das gilt auch trotz der vorübergehenden Absenkung des Renteneintrittsalters auf 63 Jahre. Denn viele Beschäftigte der Volks- und Raiffeisenbanken werden mit 63 Jahren noch keine 45 Beitragsjahre vorweisen können; für sie gilt weiter die Rente mit 67 Jahren. Aber auch manche Beschäftigte, die früher in Rente gehen können, werden nicht mit vollem Einsatz bis 63 arbeiten können und wollen. Deshalb wollen wir das Altersteilzeitabkommen über den 31.12.2014 hinaus verlängern!

Betriebliche Altersversorgung in Form der Gehaltsumwandlung: Weitergabe der Sozialversicherungsersparnis an die Beschäftigten in Form eines Arbeitgeberzuschusses
Die betriebliche Altersversorgung in Form einer Gehaltsumwandlung wird besonders gefördert. Die Beiträge sind sozialversicherungsfrei, auch für die Arbeitgeber. Wir wollen, dass die Arbeitgeber die durch die Ge-haltsumwandlung des Arbeitnehmers eingesparten Sozialversicherungsbeiträge an diesen in Form eines Zuschusses zur betrieblichen Altersversorgung weitergeben!

Verlängerung der Langzeitkontenregelung!