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Auswirkungen der Corona-Krise im Handel - Schluss mit Hamsterkäufen!

19.03.2020

Trotz wiederholter Politiker-Statements in den Medien zur sicheren Versorgung sind nach wie vor Hamsterkäufe im Lebensmittelhandel zu beobachten.

Die DHV fordert daher: Die Politik muss Hamsterkäufe energischer bekämpfen! 

Die Kolleginnen und Kollegen vor Ort und in der Logistik arbeiten am Anschlag und darüber hinaus. Sie erbringen Höchstleistungen wie noch nie in der Nachkriegszeit!  Sie sind überlastet gerade weil die Menschen hamstern. Eine Sonntagsöffnung kann nur vorübergehend eine Lösung sein, denn auf die Gesundheit der Mitarbeiter im Handel kommt es in der aktuellen Situation besonders an. Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen sind weiterhin einzuhalten!

Offenbar reichen Stellungnahmen der Bundes-Ernährungsministerin und der Handelsverbände in der Bundespressekonferenz nicht aus. Hier muss stärkere Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden. Aber nicht nur die Politik, auch die Arbeitgeber im Handel müssen sich in dieser Situation häufiger und aktiver in den Medien einbringen, um diese Situation unter Kontrolle zu bringen!

Der Handel trägt neben dem Gesundheitssektor und den Sicherheitsbehörden zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung bei. Mit anderen Worten: Auch der Handel ist systemrelevant! Das muss in Zukunft anerkannt werden!

Für die Bereiche des Handels, die aufgrund der staatlichen Maßnahmen in der Existenz bedroht sind, müssen schneller unbürokratische Lösungen gefunden werden!

Wir fordern Wertschätzung der Mitarbeiter im Handel - vor Ort in den Filialen und in der Logistik! Wertschätzung von Kunden, aber auch von den verantwortlichen Arbeitgebern und Politikern! Daher appelliert die DHV an die Verantwortlichen: Handeln Sie!

Wandel im Handel (ein Kommentar der Bundesfachgruppe Handel und Warenlogistik)

Die Probleme des Handels und der Warenlogistik in Deutschland sind vielfältig und vielschichtig.
Der Handel ist einem steten Wandel unterzogen, dies gilt im Besonderen für dieses Jahr sowie für das neue Jahrzehnt.
Immer weiter dringt die Digitalisierung in den Bereich des Handels und der Warenlogistik vor. Unternehmen präsentieren oft voller Stolz digitalisierte Läger, Selbstscan-Kassen oder auch mittlerweile Supermärkte ohne Kassierer/innen. Die Unternehmen erklären, dass sie sich im Zuge der demographischen Entwicklung in Deutschland weiterentwickeln müssen.

Wir als DHV möchten uns nicht gegen die Zukunft stellen, sondern diese mitgestalten, gerade im Bereich Handel und Warenlogistik, denn hier sind unsere Wurzeln. Wir wollen diesen Prozess kritisch, sachlich und fachlich begleiten und mitgestalten.
Sonn- und Feiertagsarbeit und auch moderne Arbeitszeiten wollen wir nicht generell verurteilen oder ablehnen. Aber wir müssen Entwicklungen kritisch hinterfragen. Insbesondere lehnen wir eine Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes und eine Ausweitung der Sonn- und Feiertagsarbeit ab und bekämpfen entschieden dahingehende Bestrebungen!

Seit 1893 setzen wir uns für unsere Mitglieder im Handel ein. Der Bereich Handel schließt auch die Warenlogistik mit ein. Wir haben unsere Mitglieder durch gute und schlechte Zeiten des deutschen Handels begleitet. Es gilt: „Ohne Handel keine Warenlogistik und ohne Warenlogistik kein Handel“. Nur gemeinsam und solidarisch können wir vieles erreichen!

Zuletzt konnten wir sehen, wie z.B. im Bereich der Kaufhäuser die Monopolisierung durch den Zusammenschluss von Karstadt und Galeria Kaufhof stattgefunden hat. Es gibt nun nur noch eine große deutsche Kaufhauskette namens Galeria Karstadt Kaufhof GmbH.  

Wir stellen fest, dass sich der Preiskampf auf die einzelnen Firmen auswirkt und darüber hinaus vieles an Belastungen auf den Rücken der einzelnen Arbeitnehmer verteilt wird.Wir kritisieren diese Entwicklungen auf das Heftigste und Schärfste. Auch muss man im Zuge dessen im Handel und in der Warenlogistik das Leitbild des „gläsernen Kunden“ und des „gläsernen Arbeitnehmers“ sehr reflektiert und kritisch hinterfragen.

Wir müssen feststellen, dass sich die Geschäftszeiten immer weiter der sogenannten modernen Arbeitswelt anpassen. Diese Entwicklung ist in weiten Bereichen sozial und familiär vollkommen unverträglich, und dort, wo Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz stattfinden, gesetzeswidrig! Deshalb setzen wir uns für die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes ein und fordern eine Verschärfung der Sanktionsvorschriften! Insbesondere muss der Bußgeldrahmen für Arbeitszeitverstöße von 15.000 € auf bis zu 4 % eines Unternehmensumsatzes hochgesetzt werden! 

Der Niedergang des Einzelhandels, der durch den Onlinehandel immer mehr unter Druck geraten ist, zeichnet sich stetig ab. Das Ladensterben ist keine Seltenheit geworden, diese Entwicklung findet ihren Ausdruck in vielen verödeten Innenstädten. Es ist nicht zutreffend, den Onlinehandel für diese Entwicklung zu brandmarken. Der Onlinehandel setzt nur das fort, was Supermärkte, Discounter und Kaufhäuser schon angefangen hatten. Der Niedergang des Einzelhandels hat hier mehr Gründe als nur den Onlinehandel, wie z.B. Geschäftsaufgaben, weil sich kein Nachfolger findet, ein massiver Anstieg der Mieten und vor allem ein geändertes Kundenverhalten.

Die Verlagerung von Lagern zur On-Demand-Lieferung auf die Straße sehen wir alle an der Menge der Lastkraftwagen auf den Autobahnen. Auch im Kleinen sehen wir, was die Bestellung bei diversen namenhaften Online-Händlern bringt. Wie der Presse zu entnehmen ist, kommen die Paketdienste an ihre personellen und logistischen Grenzen.

Nachhaltigkeit, Regional und Bio sind zu geflügelten Wörtern - auch und gerade im Handel - geworden. Beruhigen diese doch das Gewissen des Verkäufers und des Käufers. Diese Schlagworte werfen neue Fragen auf. Regional z.B. bedeutet in der heutigen Zeit im Regelfall einen 500 km-Radius. Zudem ist es ein Widerspruch, wenn einerseits über Nachhaltigkeit, Bio, Regionalität und Klimaneutralität gesprochen wird, andererseits aber Produkte, wie z.B. Trauben, Erdbeeren oder Zwiebeln aus Ländern wie Indien, China, Chile, Kenia oder Namibia zu einem sehr günstigen Preis angeboten werden.

Der Handel sollte im Grundprinzip Angebot und Nachfrage abdecken. Dennoch wissen wir, dass es heute schwierig ist - auch für uns selbst - zu unterscheiden, was wirklich notwendig und was Luxus ist. Wir müssen uns selbst an die eigene Nase fassen oder uns einen Spiegel vorhalten und unser eigenes Kauf- und Konsumverhalten kritisch hinterfragen, ohne dies mit der ökologisch-ideologischen Verblendung einiger Gruppierungen zu tun. Wenn wir möchten, dass es ordentliche Arbeitsbedingungen ohne totale Überwachung und einen tariflich garantierten Lohn gibt, müssen wir dort einkaufen, wo eine Tarifbindung herrscht. Wir müssen sicherstellen, dass es gute Arbeitsbedingungen gibt und da kommen wir als Gewerkschaft mit ins Spiel.

Die DHV hat diese Erfahrungen aus 125-jähriger Tradition und Erfahrung im Handel.

Aus dem Handel kommen wir und im Handel bleiben wir!

Mit diesem soliden Fundament werden wir die Herausforderungen des neuen Jahrzehnts und der Zukunft in Angriff nehmen.

Wir sind an der Seite unserer Mitglieder, und wir bleiben an der Seite unserer Mitglieder - komme, was da wolle!

Wenn Sie im Handel oder in der Warenlogistik tätig sein sollten, dann unterstützen Sie uns und Ihre Kollegen in der DHV bei unserer Arbeit. Werden Sie DHV-Mitglied!

Metro Properties: Schwere Verhandlungen aber der Wille zur Einigung ist da!

Nach einem holprigen Start, sind nun zwei weitere Verhandlungsrunden zwischen den Tarifparteien absolviert worden, um ein für beide Seiten akzeptables Ergebnis zu erreichen. Die bestehende Unsicherheit der Zukunft von Real, sorgt für eine gewisse Unberechenbarkeit der weiteren Entwicklungen im Metro Konzern.  

Im Verlauf der Diskussionen zwischen Gewerkschafts- und Arbeitgebervertretern wurde eine Vielzahl verschiedener Modelle besprochen, die ein gegenseitiges Entgegenkommen darstellten. Die bisher vorgebrachten Vorschläge von Arbeitgeberseite zur Änderung der Jubiläumsprämien oder die Umstrukturierung des Weihnachtsgeldes konnte die Tarifkommission nicht überzeugen. Umgekehrt waren die geforderten Lohnsteigerungen und die Höhe der Sonderzahlungen der Arbeitnehmerseite für die Arbeitgebervertreter nicht zustimmungsfähig.

Die Verhandlungsparteien sahen sich bisher nicht in der Lage, auf einer rein monetären Ebene zu einer Einigung zu gelangen. Es galt einen neuen Ansatz zu finden, um aus dieser Sackgasse heraus zu kommen. Die Vertreter der organisierten Arbeitnehmer brachten den Vorschlag ein, die wöchentliche Arbeitszeit bei der Metro Properties zur reduzieren. Dieser traf bei den Arbeitgebern auf Interesse und sie nahmen den Vorschlag zur Prüfung mit. Beide Seiten hoffen, durch die Ergänzung der Komponente Arbeitszeitreduzierung bald zu einem tragfähigen Kompromiss zu kommen.

Die sehr umfassenden und komplexen Tarifverhandlungen, die schon seit November andauern, sind auch ein Zeichen für die andauernden und umfassenden Umwälzungen im Metro Konzern. Angesichts dieser Situation ist jeder ehrliche Kompromiss hart erkämpft. Daher unser Aufruf an alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Metro Properties GmbH, werdet DHV-Mitglied und bringt euch ein! Nur wer seinen Anliegen äußert, kann auch gehört werden!

Neuwahl einer starken Bundesfachgruppe Handel und Warenlogistik

Die neue DHV-Bundesfachgruppe Handel und Warenlogistik wurde am 11. Oktober 2019 ordnungsgemäß gewählt.

Sie besteht aus insgesamt 12 Mitgliedern (Vorstand und Beisitzer).

Der neue Bundesvorsitzende, Herr Marc Will (Metro Deutschland GmbH), wurde einstimmig gewählt.
Als stellvertretende Bundesvorsitzende wurde Frau Sabine Wilmes (Netto) erneut einstimmig bestätigt.
Für das Amt der Schriftführerin wurde Frau Yvonne Boese durch die Bundesfachgruppe einstimmig gewählt.
Die Beisitzer der Bundesfachgruppe Handel und Warenlogistik sind folgende Personen:
Herr Warren Trapp, Frau Heike Süllwold, Herr Joachim Drößler, Herr Andre Kunza, Frau Angelika Will, Frau Uta Fischer, Herr Ulf Fante, Herr Martin Flintrop und Herr Jürgen Int-Veen.

Die neu gewählte Bundesfachgruppe Handel und Warenlogistik hat bereits viele neue Vorschläge und Ideen, welche sie in der laufenden Amtsperiode umsetzen will.

Wir gratulieren herzlich zur Wahl und freuen uns auf die zukünftige konstruktive und produktive Zusammenarbeit.

Landgard, wohin geht es?

Liebe Kolleginnen und Kollegen bei Landgard,

wohin führen derzeit die Tarifverhandlungen über ein neues Tarifwerk bei Landgard?

Die Frage stellt sich die DHV- Tarifkommission jedes Mal erneut. Die Arbeitgeberseite bringt immer wieder neue Punkte oder versucht die Verhandlungen zeitlich zu verzögern.
Immer wieder bei diesen langwierigen und zähen Tarifverhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag werden Forderungen, Stellungnahmen und Angebote der Arbeitgeberseite von der DHV Tarifkommission geprüft und gründlich diskutiert.
Forderungen der Arbeitgeberseite nach Minderarbeit und totaler Flexibilisierung oder Einführung eines Jahresüberstundenkontos wurden bereits zurückgewiesen.

Die DHV-Tarifkommission hat bereits mehrfach klar dargestellt, dass das Gesamtpaket im neuen Manteltarifvertrag stimmen muss, der neue Manteltarifvertrag kann keine Einbahnstraße für die einseitigen Belange des Arbeitgebers sein.

Mit uns, der DHV, wird es keine Minderarbeit oder totale Flexibilisierung der Arbeitszeit geben!

Auch die zeitliche Definition der Saisonarbeitszeit (auf drei Monate begrenzt), wurde von der DHV Tarifkommission bereits gefordert, ebenso wie eine Erhöhung der Mehrarbeits-, Sonn- und Feiertagszuschläge.  

Wir möchten an dieser Stelle noch darauf hinweisen, dass der Arbeitgeber tariflich verpflichtet ist, für ausreichend Arbeitsbekleidung, sowie der Instandhaltung und deren Reinigung zu sorgen und aufzukommen.Wie uns der Arbeitgeber zusicherte, stelle dies für ihn kein Problem dar, hierfür Sorge zu tragen.

Metro Campus Services GmbH ist nicht mehr tariflos!!!!

Im Herbst letzten Jahres wurde bei der tariflosen Metro Campus Services GmbH mit den Tarifgesprächen begonnen.

Nach der Umfirmierung/Ausgliederung wurde aus der Metro Services die Metro Campus Services GmbH und diese somit tarifvertragslos.

Das erste Angebot der Arbeitgeberseite, die alten Verträge einfach mit 2% mehr Lohn direkt zu unterschreiben, wurde von  der DHV-Tarifkommission direkt zurückgewiesen.

Die Verhandlungen gestalteten sich zäher als beide Seiten annahmen. Es galt, den Status quo des alten Tarifwerks der Metro Services in das Heute und in die Metro Campus Services GmbH zu bringen.

Die klare Haltung der DHV-Verhandlungskommission veranlasste die Arbeitgeberseite, ihre Verhandlungsstrategie hinsichtlich der Verknüpfung der Themen Gehalt und den strittigen Themen im Manteltarif zu überdenken.

Es wurden viele Punkte divers und kontrovers diskutiert. Man brauchte fünf Verhandlungstermine um sich einigen zu können. Das Resultat ist ein Tarifvertrag, der das Alte mit dem Neuen verbindet.

Es gibt eine Lohnsteigerung von 5,5% in zwei Jahren, jeweils zum 01.07. des Jahres gibt es somit 2,75 % mehr.

Das Urlaubsgeld wird auf zwölf Monate umgerechnet und als nicht anrechenbare Prämie ausbezahlt. Das Weihnachtsgeld bleibt in der Grundform des letzten Tarifvertrages der Metro Services erhalten.

Das komplexe Jubiläumsprämiensystem wird zum 30.09.2021 umgewandelt und alle Mitarbeiter erhalten zum 30.09.2020, die bis zu diesem Datum gebildeten Rücklagen einmalig mit 110% ausgezahlt. Die Mitarbeiter, welche in den nächsten zwei Jahren ihre Jubiläen feiern, bekommen ihr normales Jubiläumsgeld ausbezahlt.

Zudem erhalten die Mitarbeiter zum 30.09.2019 eine einmalige Sonderzahlung in jeweiliger Höhe von 800 € / 700 € / 600 € für den Wegfall von 5 Sonderurlaubstagen.

Die DHV-Verhandlungskommission wies immer wieder Arbeitgeberforderungen als nicht akzeptabel zurück. Man verhandelte lange und hart beim Manteltarifvertrag wie beim Entgelttarifvertrag. Das Resultat ist ein Kompromiss, mit dem beide Seiten zufrieden sein können.

Warnstreik im Edeka-Lager in Berbersdorf

Am 24.06.2019 legten etwa 50 Beschäftigte und damit zwei Drittel der Frühschicht des Edeka-Lagers in Berbersdorf ihre Arbeit nieder und traten in den Warnstreik. Der Warnstreik fand anlässlich des Tarifkonflikts im Groß- und Außenhandel Brandenburg statt. Vom Arbeitgeber gab es bislang kein Angebot. Mit der Warnstreikaktion, die auch unter aktiver Mitwirkung der DHV-Mitglieder stattfand, wollten die Beschäftigten ein starkes Zeichen in Richtung der am gleichen Tag in Berlin stattfindenden dritten Verhandlungsrunde setzen. „Die Beschäftigten verdienen ein Angebot, das ihrer engagierten Arbeitsleistung mehr als gerecht wird!“ – So der DHV-Geschäftsführer für Mitteldeutschland Sebastian Gräfe, der die streikenden DHV-Mitglieder organisatorisch unterstützte.

 Edeka Berbersdorf 3

Hoher Anspruch, niedriges Niveau: DHV-Stellungnahme zur Verdi-Kampagne bei real

27.05.2019

Wir wollen den Fake-News-Aktionen in den Sozialen Medien und auf der Straße über einen angeblichen DHV-Tarifvertrag mit real reale Fakten entgegensetzen:

    • Es gab und gibt keine gültigen Tarifverträge zwischen der real GmbH und der DHV! Es gab einen Tarifvertrag mit einem völlig anderen Tochterunternehmen der Metro, der Metro Services GmbH, den die DHV im April 2018 mit sofortiger Wirkung gekündigt hatte. Dieser Tarifvertrag war für eine völlig andere Branche als den Einzelhandel geplant, nämlich für das Facility Management wie Hausmeister- und Reinigungsdienstleistungen.
    • Es gibt keine „DHV“-Billiglöhne“, sondern die völlig indiskutable Anwendung der Bedingungen eines nicht mehr existenten DHV-Tarifvertrages aus dem Bereich des Facilitymanagements. Eine solche Vorgehensweise wäre gleichbedeutend wie die Anwendung eines verdi-Tarifvertrages aus dem Bereich Friseurhandwerk mit weitaus mehr als 20 % niedrigerem Lohnniveau auf die Beschäftigten von real!
    • Im August 2018 reichte die DHV Klage vor dem Arbeitsgericht Düsseldorf (Aktenzeichen: 14 Ca 4918/18) gegen die Firma real GmbH und die AHD (Unternehmervereinigung für Arbeitsbedingungen im Handel und Dienstleistungsgewerbe e.V.) ein. Gegenstand der Klage ist die rechtsmissbräuchliche Anwendung der Bedingungen eines nicht mehr existenten Tarifvertrages mit der falschen Tatsachenbehauptung, dass dieser Tarifvertrag noch gültig sei. Momentan ruht dieses Verfahren, weil u.a. die AHD den Antrag gestellt haben, das Verfahren bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung über die Tariffähigkeit der DHV ruhend zu stellen. 
    • Anstatt die Beschäftigten entgegen besseren Wissens mit den Fake-News von angeblichen DHV-Billiglöhnen aufzuwiegeln, könnte sich verdi solidarisch mit der DHV-Position zeigen und unser Vorgehen gegen die real GmbH und die AHD unterstützen. Besser noch könnte verdi das Tariffähigkeitsverfahren beenden und somit der Aussetzung des DHV-Gerichtsverfahrens gegen real den Boden entziehen. Stattdessen wiegelt verdi die Beschäftigten von real unter Vorspiegelung falscher Behauptungen weiter gegen die DHV auf. Leidtragende sind die Beschäftigten von real - das ist ein Skandal!
    • Verdi, es reicht, hört endlich mit Euren Fake-News-Kampagnen auf, denn: Gegner ist der Arbeitgeber und nicht die DHV!

Betriebsrätekonferenz der REWE Group

Unter winterlichen Bedingungen fand die Betriebsrätekonferenz der REWE Group vom 13. - 14. März 2019 in Willingen statt. Die DHV war von den Geschäftsführern Alexander Henf (LV Hessen), Friedhelm Dömges (LV Bayern) und  Harm M. Wellmann (LV NRW) vertreten. Der DHV-Stand war in den Tagungspausen stets gut besucht, und es herrschte immer gute Stimmung an unserem Stand. Die DHV-Vertreter führten gute Gespräche mit vielen Betriebsräten.

Als DHV-Vertreter ging Alexander Henf auf die aktuelle Situation bei der REWE ein und überbrachte die herzlichen Grüße des DHV-Bundesvorsitzenden Henning Röders.

 

BR REWE 2019

Bericht von der außerordentlichen Betriebsrätekonferenz der Galeria Kaufhof GmbH

Vom 25. bis 26.02.19 fand eine außerordentliche Betriebsratskonferenz der Galeria Kaufhof GmbH statt. Grund und Thema war die Fusion mit der Karstadt Warenhaus GmbH.

Es war ein imposantes Bild am ersten Sitzungstag als sich alle Betriebsräte in Kaufhof-Grünen Westen zur Tagung versammelten und ein Symbol der Einigkeit und Solidarität vermittelten, während sie gemeinsam das Lied „mir han e hätz für kölle“ auf die Kaufhof-Stammstadt Köln und speziell für die Kolleginnen und Kollegen in der Kölner Hauptverwaltung sangen.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von einem sehr emotionalen Bericht des GBR Vorsitzenden Peter Zysik, wobei er immer wieder die „Kaufhof Kultur“ ansprach. Er kritisierte vor allem das Informationsgebaren des Arbeitgebers, bei dem der GBR und die BR im Allgemeinen die Informationen eher der Presse entnehmen konnten, als sie vorab zu bekommen. Es wurden das Restrukturierungsprogramm und ein Sanierungsplan angesprochen. Zu beiden soll es nach Aschermittwoch zu Gesprächen und dann auch zu Verhandlungen mit dem Arbeitgeber kommen soll.

Danach hielt der wirtschaftliche Berater des GBR einen kurzen Bericht zur wirtschaftlichen Lage und zur Gesamtsituation. Er schilderte die wirtschaftlichen Fakten und erklärte, dass man jede Zahl, die der Arbeitgeber ihnen vorläge, gründlich und sachlich prüfen wird.

Auch Frau Nutzenberger von ver.di erhielt - trotz Ihrer Karstadt-Vergangenheit und Gegenwart - das Wort. Sie nannte das Vorgehen des Arbeitgebers gegenüber den Arbeitnehmern - sinngemäß - unwürdig, respekt- und verantwortungslos.  Danach konnte sie es aber nicht unterlassen, gegen uns als DHV eine kleine Tirade zu senden, welche bei einigen Betriebsräten nicht auf Wohlwollen traf.

Hiernach hielt das Mitglied des Bundestages Leni Breymaier (SPD und zudem ver.di-Mitglied) - in Vertretung für Bundesminister Hubertus Heil -  noch Grußworte.

Ab 16 Uhr erhielt auch die Geschäftsführung unter der Rigide von Dr. Stephan Fanderl die Möglichkeit, ihre Planungen vorzustellen. Man konnte schnell feststellen, dass die vorgestellten Pläne noch nicht zu Ende gedacht sind und man eigentlich nicht viel weiter ist als im Januar bzw. am Tag der Vertragsunterzeichnung. Ausnahme: die Schließung der HV in Köln, aber selbst hier ist das Wie und Wann noch offen. Einzig positiv zu vermerken ist, dass der Kaufhof schuldenfrei sei. Auch soll ein Gesamtkonzept für beide Vertriebslinien und ein gemeinsames Logo entwickelt werden. Es soll aus Karstadt Blau und Kaufhof Grün irgendetwas gemeinsam „Blaugrünes“ werden.

Herr Dr. Fanderl stellte klar, dass die Geschäftsführung einen gemeinsamen Tarifvertag für Galeria Kaufhof und Karstadt schaffen möchte und für Kaufhof erstmal einen Sanierungstarifvertrag „braucht“. Wie dieses rechtlich funktionieren soll, fragten sich auch viele der anwesenden Betriebsräte, da bei Karstadt bis 2021 bereits ein Sanierungstarifvertrag gilt. Dieser von ver.di geschlossene Tarifvertrag soll 2021 wieder zurück in den Flächentarifvertrag gehen. Die Spekulation liegt daher nahe, dass es wohl für Karstadt und damit auch Kaufhof eher nicht zurück in den Flächentarifvertrag gehen wird.

Auch die Drohkulisse einer Insolvenz und den damit einhergehenden Problemen wurde den anwesenden Betriebsräten suggeriert. Entweder Insolvenz oder Sanierungstarifvertrag, wenn ich es überspitzt formulieren darf, klingt für uns nach „Nötigung“.

Die Diskussion ging bis spät in den Abend, war zwar emotional und erhitzt, aber dennoch respektvoll und sachlich.

Vor der Weiterführung der Konferenz am nächsten Tag fand noch eine Sitzung des GBR statt, auf der die Delegierten des GBR für den neuen Konzernbetriebsrat gewählt wurden. Im Anschluss wurde die Konferenz weitergeführt.
Hier wurde die Öffentlichkeitsarbeit angesprochen und was die Betriebsräte tun könnten, um Ihre Situation in die Öffentlichkeit zu bringen.

Anschließend stellte der GBR-Vorsitzende und Leiter der Konferenz noch mal heraus, dass man tarifpolitisch und politisch streiten könne, aber im Sinne der Arbeitnehmerschaft und man mit der DHV konstruktiv, sachlich und fachlich als auch mit den DHV-Mitgliedern und Betriebsräten gut zusammenarbeiten und diskutieren könne. Hierbei wurde die Zusammenarbeit mit DHV-Mitglied Sabine Bondzio besonders hervorgehoben. Wir können diesem Gedankengang nur folgen. Man kann über vieles politisch streiten, aber man muss sachlich, fachlich und konstruktiv arbeiten und diskutieren und dieses im gewerkschaftlichen Sinne für die Arbeitnehmerschaft.

Wir möchten uns an diesem Punkt nochmals für die Einladung bedanken und versichern, dass wir dieser sehr gerne nachgekommen sind. Die DHV ist nicht nur im Sonnenschein für ihre Mitglieder und die Arbeitnehmerschaft da, sondern auch in den dunklen Stunden.

Wir, die DHV, bleiben an Ihrer Seite und können nur wiederholen: „Organisieren Sie sich!“.

H.M.Wellmann
DHV Geschäftsführer NRW

05.03.2019