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Privates Versicherungsgewerbe: Tarifverhandlungen abgebrochen - Bärendienst zu Lasten der Beschäftigten

Die 3. Verhandlungsrunde wurde in den Abendstunden des 02.06.2017 ergebnislos abgebrochen. Ein neuer Verhandlungstermin ist nicht vereinbart worden.

DHV und Arbeitgeberverband (AGV) verhandelten konstruktiv. Unsere DHV-Verhandlungskommission verdeutlichte in einer Präsentation die Notwendigkeit, in Tarifverhandlungen über die Weiterentwicklung des Manteltarifvertrages zu treten. Die Digitalisierung der Arbeitswelt erfordert einen zeitgemäßen und modernen Manteltarifvertrag, der u.a. Antworten auf folgende Herausforderungen gibt:

  •  Sachgerechter Ausgleich zwischen Arbeitszeitsouveränität und Arbeitszeitflexibilität
  • Schutz vor Überforderung der Beschäftigten in der digitalisierten Arbeitswelt
  • Qualifizierung mit dem Ziel eines selbstbestimmten und lebensphasenorientierten Arbeiten
  • Flankieren von Arbeitsschutzvorschriften
  • Regelungen zu „virtuellen Betrieben“
  • Regelungen zu Arbeitszeitbegriff und Bereitschaftsdiensten/Rufbereitschaften

Privates Versicherungsgewerbe: Ungenügendes Gehaltsangebot – Diskussion über Zukunftsfragen

08.05.2017

Am  5. MaI 2017 erfolgte in Düsseldorf die zweite Verhandlungsrunde. Die Arbeitgeberseite legte ein erstes bescheidenes Gehaltsangebot vor, das, wie nicht anders zu erwarten, ungenügend war:

  • 1,1 % Erhöhung Gehälter und Auszubildendenvergütungen ab November 2017
  • 1,0 % Erhöhung Gehälter und Auszubildendenvergütungen ab November 2018
  • 0,9 % Erhöhung Gehälter und Auszubildendenvergütungen ab November 2019
  • Laufzeit des Tarifvertrages: 36 Monate bis 31.03.2020

Wir sagen NEIN! zu diesem Angebot aus folgenden Gründen:

  • Vollkommen ungenügende Gehaltssteigerungen über eine solch lange Laufzeit!
  • Die engagierte Arbeit der Beschäftigten bleibt völlig unberücksichtigt!
  • Die permanent zunehmende Arbeitsverdichtung und damit einhergehende Arbeitsbelastung wird völlig ausgeblendet!
  • Bei der dürftigen Gehaltssteigerung hängt selbst Aldi die Versicherungsbranche bei der Suche nach zukünftigen Talenten bereits auf der Ebene der Auszubildenden ab!

Konstruktiv diskutierten DHV und AGV dagegen über Zukunftsfragen des Tarifvertrages. Auf Initiative der DHV hatten beide bereits in 2012 Verhandlungen zur Zukunftsfähigkeit der Tarifverträge geführt, die jedoch mangels Interesse vor allem einer Gewerkschaft gescheitert waren. In den Tarifverhandlungen 2013 und 2015 blockte der AGV die DHV-Forderung nach Wiederaufnahme der Verhandlungen ab. Nun scheint wieder Bewegung in dieses Thema zu kommen. Diskutiert wurde vor allem über folgende Punkte:

  • Digitalisierung der Arbeit: Die DHV hatte bereits in 2011 dieses Thema in den Verhandlungen zur Sprache gebracht. Schade, dass es erst in dieser Tarifrunde von allen Beteiligten ernst genommen wird. Was Digitalisierung bedeutet, wie sie sich in der Versicherungswirtschaft auswirkt und welche Rahmenbedingungen erforderlich und sinnvoll sind, lässt sich nicht in zwei Verhandlungsrunden klären. Es setzt außerdem einen breiten Konsens zwischen allen Gewerkschaften und Arbeitnehmervereinigungen voraus.
  • Anspruch auf Rückkehr von Teilzeitbeschäftigten in Vollzeit nebst befristeter Teilzeit: Die Arbeitgeberseite ließ Skepsis erkennen, sie wird diesen Vorschlag aber intern diskutieren.
  • AGV-Forderung: Ausweitung der Höchstüberlassungsdauer bei konzerninterner Arbeitnehmer-überlassung sowie von externen Spezialkräften: Der AGV fordert eine Ausweitung der Höchstüberlassungsdauer von 40 Jahren bei konzerninterner und von 10 Jahren bei externer Arbeitnehmerüberlassung.
  • Die Position der DHV-Verhandlungskommission: Die geforderte Ausweitung der Höchstüberlassungsdauer ist exorbitant lang. Mehr Flexibilität für die Unternehmen bedingt außerdem mehr Flexibilität für die Arbeitnehmer. Also muss im Gegenzug den Teilzeitbeschäftigten die Rückkehr in Vollzeitarbeit nebst befristeter Teilzeit eingeräumt werden. Externe Arbeitnehmerüberlassungen darf es nur bei Spezialkräften geben.
  • Herausnahme übertariflich bezahlter Arbeitnehmer aus dem Tarifvertrag: Die DHV-Verhandlungskommission lehnt die vom AGV geforderte komplette Herausnahme der 10 % über der höchsten Endstufe verdienenden Beschäftigten ab.
  • Förderung der betrieblichen Altersversorgung: Der AGV bietet eine Umwandlungsmöglichkeit der Gehaltserhöhungen zum Zwecke der betrieblichen Altersversorgung per freiwilliger Betriebsvereinbarung an. Das Angebot ist nicht akzeptabel, denn die Entgeltumwandlung ist heute bereits möglich. Die Beschäftigten müssen einen echten Mehrwert in Form eines Arbeitgeberzuschusses bekommen!

Wir erwarten in der 3. Verhandlungsrunde am 2. Juni 2017 eine deutliche Bewegung des AGV beim Gehalt und bei den Zukunftsfragen des Tarifvertrages!

Unsere Forderungen:

  • Zweistufige Erhöhung der Gehälter des Innendienstes:
    3,7 % für die Dauer von 16 Monaten
    3,4 % für die Dauer von 17 Monaten
  • Erhöhung der Auszubildendenvergütung in Höhe von 2 x 5 %
  • 2 Einmalzahlungen für die Gehaltsgruppen A und B in Höhe von jeweils € 300,00
  • Laufzeit des Gehaltstarifvertrags: 33 Monate
  • Verlängerung des Altersteilzeitabkommens bis 31. Dezember 2019
  • Gemeinsame Verhandlungen über die Zukunftsfähigkeit der Tarifverträge
  • Altersversorgung für alle und nicht nur für auserwählte!

 

Für Sie verhandeln:

Peter Abend, Gothaer Krankenversicherung AG, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Privates Versicherungsgewerbe
Martin Adam, Hallesche Krankenversicherung aG
Nicolé Benzinger-Henzler, Württembergische Versicherung AG
Michael Böhme, SIGNAL IDUNA Gruppe
Peter Daniel Forster, NÜRNBERGER Lebensversicherung AG
Manuela Franz-Fiedler, Sparkassenversicherung Sachsen AG
Rosemarie Henning, Gothaer Finanzholding AG
Ute Koser, NÜRNBERGER Lebensversicherung AG
Matthias Rickel, Talanx / HDI Konzern
Henning Röders, DHV-Bundesvorsitzender
Matthias Rottwinkel, Gothaer Krankenversicherung  AG
Rose-Maria Sommer, Allianz Versicherung
Roland Maria Weigt, Allianz SE

Peter Heckel verstorben

Leider müssen wir Euch die traurige Mitteilung machen, dass unser lieber und geschätzter Kollege und Mitglied der DHV-Tarifkommission Peter Heckel nach längerer Krankheit verstorben ist.
Peter war ein Gewerkschafter von ganzem Herzen. Er war ein Mensch, der sich nicht in den Vordergrund spielte, sondern sich gerne für vielerlei Aufgaben in die Pflicht nehmen ließ. Wenn es galt, bei den Tarifverhandlungen dabei zu sein, war er stets zur Stelle, und mochten die Verhandlungen noch so weit weg sein und noch so lange bis in die Nacht dauern.
Eine Gewerkschaft ist so gut, wie sich ihre Mitglieder engagieren. Nur mit Hilfe von Mitgliedern, wie sie Peter vorbildlich repräsentierte, konnte die DHV das Landesarbeitsgericht Hamburg von ihrer Tariffähigkeit überzeugen. Dafür sind wir Peter zu Dank verpflichtet.
Peter war nicht nur ein lieber Kollege und Mitstreiter unserer Tarifkommission, sondern er war einer von uns, mit dem man sprichwörtlich Pferde stehlen konnte, und für manchen von uns ein wertvoller Freund.
Jede/r, der/die an der letzten Tarifkommissionssitzung im November 2016 in Pulheim teilnahm, erinnert sich an Peters leidenschaftliches Plädoyer für die Auszubildenden. Seine eindringliche Erinnerung, die Auszubildenden und damit die Zukunft nicht zu vernachlässigen, ist sein Vermächtnis, das für uns trauernde Tarifkommissionsmitglieder über sein Tod hinaus Verpflichtung ist.


In tiefer Trauer


Peter Abend                                                       Henning Röders
Vorsitzender Bundesfachgruppe                        DHV-Bundesvorsitzender
Privates Versicherungsgewerbe

 

Private Versicherungen: Ergebnis der ersten Tarifrunde 2017 - Altersversorgung für Alle und nicht nur für Auserwählte!

Wie erwartet legte der Arbeitgeberverband in der ersten Runde der Tarifverhandlungen kein Angebot vor. Er stellte die wirtschaftliche Lage der Branche vielmehr in dramatischer Weise dar.

Unsere Meinung: Wie gewohnt spielt die Arbeitgeberseite das Klagelied vom fehlenden Geld für Gehaltserhöhungen!
Insbesondere verwies der Arbeitgeberverband auf das Niedrigzinsumfeld, die drohende Einführung der Bürgerversicherung, bevorstehende weitere regulatorische Auswirkungen (IDD, Solvency II) und die Herausforderungen der Digitalisierung.

Nach unserem Eindruck spielt für viele Konzerne die Digitalisierung und Agilität eine dem Menschen übergeordnete Rolle. Veränderungen in der Arbeitswelt sind nach Meinung der Arbeitgeberseite angesagt.  Nur bei der Gehaltsentwicklung ist Stillstand ja sogar Rückschritt anstelle von Agilität angesagt!

So geht das aber nicht!
Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland widerspricht grundlegend dem von den Arbeitgebern negativ gezeichnetem Bild. Die Arbeitslosenquote sinkt kontinuierlich bei einer noch nie da gewesenen Erwerbstätigenquote.  

Deshalb fordern wir:

  • Zweistufige Erhöhung der Gehälter des Innendienstes:
    3,7 % für die Dauer von 16 Monaten
    3,4 % für die Dauer von 17 Monaten
  • Erhöhung der Auszubildendenvergütung in Höhe von 2 x 5 %
  • 2 Einmalzahlungen für die Gehaltsgruppen A und B in Höhe von jeweils 300,00 €
  • Laufzeit des Gehaltstarifvertrags: 33 Monate
  • Verlängerung des Altersteilzeitabkommens bis 31. Dezember 2019
  • Die Zukunftsfähigkeit der Tarifverträge

Altersversorgung für Alle und nicht für Auserwählte!
Wir erwarten für alle Kolleginnen und Kollegen in der Branche einen Zuschuss zur Altersversorgung in Höhe von 80.- € monatlich, anstelle eines unsolidarischen Zuschusses für Mitglieder von verdi.

Die Verhandlungen werden am 05.05.2017 in Düsseldorf fortgesetzt.

Privates Versicherungsgewerbe: Forderungspaket der DHV für die Tarifrunde 2017

Der Gehaltstarifvertrag für die ca. 220.000 Versicherungsangestellten ist gekündigt und endet am 31. März 2017. Die Tarifverhandlungen beginnen am 30. März 2017 und finden voraussichtlich mit der dritten Verhandlungsrunde am 02. Juni 2017 ihren Abschluss.

Anstelle von unrealistischen Wunschvorstellungen haben wir folgende Forderungen für die Tarifrunde 2017 beschlossen:

  • Laufzeit des Gehaltstarifvertrags: 33 Monate
  • Zweistufige Erhöhung der Gehälter des Innendienstes:
    3,7 % für die Dauer von 16 Monaten
    3,4 % für die Dauer von 17 Monaten
  • Erhöhung der Auszubildendenvergütung in Höhe von 2 x 5 %
  • Zwrei Einmalzahlungen für die Gehaltsgruppen A und B in Höhe von jeweils € 300,00
  • Verlängerung des Altersteilzeitabkommens bis 31. Dezember 2019

Gründe:
Zahlreiche Unternehmen und Versicherungskonzerne haben weitreichende Umstrukturierungsmaßnahmen teilweise bereits umgesetzt, um Millionenbeträge im zwei- bis dreistelligen Bereich einzusparen. Viele Programme beinhalten Personaleinsparungen. Die Arbeit verringert sich dadurch allerdings nicht. Es gilt vielmehr: mehr Arbeit für weniger Personal. Dies ist zumindest auf der Vergütungsebene gebührend zu berücksichtigen.
Deshalb sind die Gehälter und Auszubildendenvergütungen angemessen zu erhöhen.

Die langanhaltende Niedrigzinsphase,
die Pflicht zur Eigenkapitalbildung nach Solvency II und auch die erneute Diskussion zur Einführung der Bürgerversicherung stehen unserem Forderungspaket nicht entgegen. In den Unternehmen und Versicherungskonzernen werden als Ergebnis ihrer erfolgreichen Arbeit regelmäßig die Gehälter der Vorstände erhöht. Es ist also genügend Kapital verfügbar, um auch die Kollegen/innen am Unternehmenserfolg zu beteiligen.

Realistische Gehaltsforderungen
sind unser Markenzeichen. Es macht wenig Sinn, eine 6 %ige Gehaltsforderung zu stellen und sich dann mit weniger als der Hälfte davon zu begnügen.

Die Altersteilzeit
ist ein wichtiger Bestandsteil für einen sozialverträglichen Übergang in den Ruhestand. Deshalb muss das Altersteilzeitabkommen in seiner jetzigen Form und Ausgestaltung verlängert werden.

Die Zukunftsfähigkeit der Tarifverträge
muss gewahrt werden. Viele Versicherungsunternehmen erhöhen die Umsetzungsgeschwindigkeit, um die Arbeitswelt zu digitalisieren. Unter dem Stichwort Arbeit 4.0 entstehen völlig neue Denkmodelle einer zukünftigen Arbeitswelt. In einigen Versicherungsunternehmen hat der Robotereinsatz längst Einzug gehalten. Es erfolgen branchenübergreifende Kooperationen, um durch künstliche Intelligenz unter dem Stichwort „Watson“ Arbeiten im Leistungs- und Schadenbereich sowie dem Beschwerdemanagement auf Maschinen zu übertragen. Das hat Folgen, und zwar nicht nur für die Arbeitsplätze, sondern auch für die zukünftigen Arbeitsschutzbestimmungen. Über derartige Pläne und deren Auswirkungen müssen sich die Sozialpartner in gemeinsamen Verhandlungsrunden verständigen, nachdem die Gehaltstarifverhandlungen abgeschlossen sind.

 

Privates Versicherungsgewerbe: Tarifverhandlungen im Versicherungsaußendienst ohne Ergebnis vertagt

23. Dezmeber 2016

Am 22.12.2016 fanden in Wuppertal die Gehaltstarifverhandlungen für den Versicherungsaußendienst statt. Die DHV hatte den Gehaltstarifvertrag fristgerecht zum 31.12.2016 gekündigt.

Nach mehrstündigen Verhandlungen konnte kein Ergebnis erzielt werden. Die Arbeitgeberseite legte ein Angebotspa-ket in einem Umfang von lediglich rund 1 % vor. Die DHV-Verhandlungskommission wies dieses Angebot als nicht akzeptabel zurück. Sie hatte ein Forderungspaket mit Erhöhungen im Schnitt von 3,7 % vorgelegt. Die Verhandlungen wurden daraufhin ergebnislos in das Jahr 2017 vertagt.

Der aktuelle Verhandlungsstand im Überblick:

DHV-Forderung Arbeitgeberangebot
Laufzeit des Tarifvertrages 12 Monate 33 Monate

DHV-Forderung:      Ab 01.01.2017 Erhöhung um Arbeitgeberangebot: 2 Erhöhungsstufen ab 04/2017 und ab 07/2018
Mindesteinkommen Stufe I (§ 3 Ziff. 1 GTV) 85 € monatlich (mtl.) 25 € mtl (1,24 %)
25 € mtl (1,00 %)
Mindesteinkommen Stufe II (§ 3 Ziff. 1 GTV) 70 € mtl. 20 € mtl. (1,01 %)
20 €mtl. (1,00 %)
Mindesteinkommen organisierender Werbeaußendienst (§ 3 Ziff. 2 GTV) 90 € mtl. 25 € mtl. (1,02 %)
25 € mtl. (1,01 %)
Unverrechenbarer Betrag des Mindesteinkommens (§ 19 Ziff. 1 MTV) 50 € mtl. 5 € mtl. (1,00 %)
5 € mtl. (0,99 %)
Monatliche Einkommensgrenze für Weihnachts- und Urlaubsgeld (§ 19 Ziff. 5, § 22 Ziff. 3 MTV) 180 € 50 € (1,02 %)
50 € (1,01 %)
Höchstbetrag Weihnachtsgeld Stufe I (§ 19 Ziff. 5 MTV) 70 € 20 € mtl. (1,06 %)
20 € mtl. (1,05 %)
Höchstbetrag Weihnachtsgeld Stufe II (§ 19 Ziff. 5 MTV) 85 € 25 € mtl. (1,08 %)
25 € mtl. (1,06 %)
Höchstbetrag Weihnachtsgeld organisierender Werbeaußendienst (§ 19 Ziff. 5 MTV) 100 € 30 € mtl. (1,16 %)
30 € mtl. (1,14 %)
Höchstbetrag Krankenzulage (§ 21 Ziff. 2 b) und c) MTV) 140 € mtl. 40 € mtl. (1,04 %)
40 € mtl. (1,03 %)
Provisionsausgleich für Eigengeschäft (§ 22 Ziff. 2 Abs. 2 MTV) 15 € pro Urlaubstag Kein Angebot
Höchstbetrag Urlaubsgeld Stufe I (§ 22 Ziff. 3 Abs. 2 MTV) 45 € 10 € (0,85 %)
10 € (0,85 %)
Höchstbetrag Urlaubsgeld Stufe II (§ 22 Ziff. 3 Abs. 2 MTV) 55 € 15 € (1,03 %)
15 € (1,02 %)
Höchstbetrag Urlaubsgeld organisierender Werbeaußendienst (§ 22 Ziff. 3 Abs. 2 MTV) 70 €

20 € (1,23 %)
20 € (1,21 %)

Darüber hinaus fordert die DHV die Verlängerung des bis zum 31.12.2017 geltenden Altersteilzeitabkommens bis zum 31.12.2019 und die Erweiterung des Abkommens auf den gesamten Versicherungsaußendienst. Die Arbeitgeberseite hat zu dieser Forderung keine Stellung genommen.

 

Für Sie verhandeln:

Peter Abend, Gothaer Krankenversicherung AG, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Privates Versicherungsgewerbe
Martin Adam, Hallesche Krankenversicherung AG
Michael Böhme, SIGNAL IDUNA Gruppe
Peter Daniel Forster, NÜRNBERGER Lebensversicherung
Manuela Franz-Fiedler, Sparkassenversicherung Sachsen
Peter Heckel, Gothaer Allgemeine Sachversicherung AG
Rosemarie Henning, Gothaer Finanzholding AG
Ute Koser, NÜRNBERGER Lebensversicherung
Matthias Rickel, Talanx / HDI
Henning Röders, DHV-Bundesvorsitzender
Matthias Rottwinkel, Gothaer Krankenversicherung  AG
Rose-Maria Sommer, Allianz Versicherung
Roland Maria Weigt, Allianz SE

Privates Versicherungsgewerbe: 2. Stufe Gehaltserhöhung - Tarifverhandlungen 2017 im Blick

16.09.2016

Resultierend aus den letzten Tarifverhandlungen im Privaten Versicherungsgewerbe werden die Gehälter der Angestellten erneut angehoben. Ab Oktober 2016 steigen diese um 2,1 %.

Der Blick geht aber bereits nach vorn. Im ersten Quartal 2017 starten die nächsten Verhandlungsrunden mit dem Arbeitgeberverband (AGV). Es geht dabei um die zukünftigen tariflichen Gehaltsanpassungen und möglicherweise um noch Einiges mehr. Hinter den Kulissen schnüren Gewerkschaften und AGV ihre Forderungspakete. So trifft sich auch die DHV-Tarifkommission im November, um über die DHV-Forderungen für die Tarifrunde 2017 zu beraten. Grund genug, einen kleinen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Zuvor ist es uns aber wichtig, auf einen Punkt der zurückliegenden Tarifverhandlungen hinzuweisen.

Wegfall des Weihnachtsgeldes bei gekündigtem Arbeitsverhältnis
Das tarifliche Weihnachtsgeld von 80 % des zuletzt gezahlten Bruttomonatsgehaltes ist gleichermaßen bekannt wie geschätzt. Weniger bekannt ist jedoch die Ausschlussklausel in § 3 des Manteltarifvertrages. Danach verliert der Arbeitnehmer seinen gesamten Weihnachtsgeldanspruch, wenn er bereits vor Auszahlung der Weihnachtsvergütung sein Arbeitsverhältnis selbst gekündigt hat. Das führt zu unbilligen Ergebnissen. Vor allem dann, wenn das Arbeitsverhältnis zum Schluss des laufenden Kalenderjahres infolge Eigenkündigung beendet wird. Leider hat es genau diese Konstellation schon mehrfach gegeben.

Die Anwendung der tariflichen Ausschlussklausel ist unangemessen, denn das Weihnachtsgeld stellt unter anderem eine Gegenleistung für bereits erbrachte Arbeitsdienste dar.
Diese Argumentation war für den AGV in den letzten Tarifverhandlungen durchaus nachvollziehbar. Zu einem Wegfall der Ausschlussklausel – wie von uns gefordert – war der AGV aber nicht bereit. Vielmehr nimmt es der AGV billigend in Kauf, dass Arbeitnehmer trotz ihrer guten oder sehr guten Leistungen für das gesamte Kalenderjahr kein Weihnachtsgeld erhalten.

Da wir den AGV zur ersatzlosen Streichung der Ausschlussklausel nicht zwingen können, informieren wir auf diesem Weg über die kaum bekannte Regelung und wie die Nachteile vermieden werden können:

  • Erst Ausspruch der Eigenkündigung nach Auszahlung des Weihnachtsgeldes
  • Vereinbarung eines Aufhebungsvertrages anstelle einer Eigenkündigung
  • Der Auszahlungszeitpunkt des Weihnachtsgeldes wird vorgezogen. Dies können jedoch nur die Be-triebsräte erzwingen.

Tarifverhandlungen 2017 - ein kurzer Blick hinter die Kulissen
Ja, es geht wieder um eine angemessene Vergütung der Versicherungsangestellten für die nächsten zwei bis drei Jahre. Ja, der AGV wird in der ersten Verhandlungsrunde den „Untergang des Abendlandes“ bemühen, um die aus seiner Sicht prekäre Lage der Versicherungskonzerne und Gesellschaften zu veranschaulichen. Schlussendlich wird es eine Einigung geben, die vor allem den weiter zunehmenden Arbeitsdruck der Angestellten angemessen honorieren muss.

Aber es geht noch um andere Dinge: Seit Jahrzehnten sind Gesetzgeber und Rechtsprechung noch nie so aktiv geworden wie in dieser Legislaturperiode.
Unsere Tarifkommission analysiert die gegenwärtigen und zukünftigen gesetzlichen Neuregelungen sowie die Rechtsprechung und prüft deren Auswirkungen in der Versicherungswirtschaft. Soweit Handlungsbedarf besteht, treten wir in den Dialog mit dem AGV.

Zwei Themen drängen sich jetzt schon auf, über die wir ggf. noch ausführlich berichten werden. Diese sind:

  • Berechnung des Jahresurlaubsanspruchs bei vorübergehender Veränderung der Arbeitszeit im Kalenderjahr
  • Veränderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes und dessen Auswirkungen auf die Unterneh-mensmitbestimmung

Über diese und weitere Themen beraten wir in der Bundestarifkommissionssitzung am 3. November 2016.

Gehaltstabelle ab 1.10.2016

 

In der DHV-Tarifkommission verhandeln:

Peter Abend, Gothaer Krankenversicherung AG, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Privates Versicherungsgewerbe
Martin Adam, Hallesche Krankenversicherung AG
Michael Böhme, SIGNAL IDUNA Gruppe
Peter Daniel Forster, NÜRNBERGER Lebensversicherung AG
Manuela Franz-Fiedler, Sparkassenversicherung Sachsen
Peter Heckel, Gothaer Allgemeine Sachversicherung AG
Rosemarie Henning, Gothaer Finanzholding AG
Ute Koser, NÜRNBERGER Lebensversicherung AG
Matthias Rickel, Talanx / HDI
Henning Röders, DHV-Bundesvorsitzender
Matthias Rottwinkel, Gothaer Krankenversicherung  AG
Rose-Maria Sommer, Allianz Versicherung
Roland Maria Weigt, Allianz SE

Talanx Deutschland: Aktive Mittagspause gegen Stellenabbau bei Talanx in Hannover

Unter Beteiligung der DHV protestierten gestern am 7. Juli 2016 rund 250 Beschäftigte in ihrer Mittagspause gegen den geplanten Stellenabbau bei Talanx Deutschland (HDI). Matthias Rickel, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender des Zentralbetriebs in Hannover und Aufsichtsratsmitglied in der HDI Kundenservice AG sowie DHV-Landesgeschäftsführer Alexander Henf zeigten mit den anderen Kollegen Flagge, um auf die Folgen des Kurses von Vorstand und Geschäftsführung hinzuweisen. Denn erst sind die Kolleginnen und Kollegen vom Schrumpfkurs infolge unternehmerischer Fehlentscheidungen betroffen, dann die Kunden – die sich dann anderen Anbietern  zuwenden. Diese Abwärtsspirale gilt es mit weiteren Aktionen abzuwenden!

Hallesche Krankenversicherung: Für eine kundenorientierte Umstrukturierung – gegen Standortschließungen auf dem Rücken der Beschäftigten!

Die Berufsgewerkschaft DHV verurteilt die von der Halleschen Krankenversicherung angekündigten Standortschließungen der Service Center Betriebe in Hamburg, München und Frankfurt zum 31.12.2017 als einen Schritt in die falsche Richtung. Die Schließung von Service Centern in Ballungszentren spricht der Pressemitteilung der Halleschen Krankenversicherung vom 17.09.2015 Hohn: Der Eindruck drängt sich auf, dass eben nicht die konsequentere Ausrichtung der Produkte, Vertriebskanäle und Betriebsprozesse auf die Kunden im Blickpunkt steht, wie es die Pressemitteilung suggerieren will, sondern die rigorose Einsparung von Verwaltungs- und Personalkosten auf dem Rücken der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter! Den Werten eines maklerorientierten Serviceversicherers wird die Hallesche Krankenversicherung mit der Ausdünnung ihres Servicebereichs in den Ballungsräumen eben nicht gerecht!

Noch am 22. Juli 2015 hob die Hallesche Krankenversicherung in einer Pressemitteilung hervor, dass sie ihren Versicherten 62 Mio. Euro an Beiträgen rückerstatten will und das Unternehmen aufgrund seiner starken Finanzkraft seine nachhaltige Geschäftspolitik im Interesse der Kunden fortsetzen kann. Zur nachhaltigen Geschäftspolitik im Interesse der Kunden gehört die Präsenz in der Fläche und nicht die Aufgabe von Servicestandorten!

Betroffen sind 150 Beschäftigte an den drei Standorten Hamburg, München und Frankfurt. Allen soll laut Aussage der Unternehmensführung ein Weiterbeschäftigungsangebot gemacht werden. Bloß was sind solche Zusagen wert, wenn die betroffenen Beschäftigten in andere Ecken der Republik versetzt werden sollen mit der Folge, dass sie vor der Frage stehen, ob sie umziehen oder das Schicksal eines Wochenendpendlers ertragen sollen? Gerade für ältere Beschäftigte ist ein solches Weiterbeschäftigungsangebot eine Zumutung. Sie, die zu einem großen Teil über Jahrzehnte hinweg dem Unternehmen in guten und schlechten Zeiten die Treue gehalten haben, werden faktisch zum Verlassen des Unternehmens gedrängt.

Ein Unternehmen, das sich leisten kann, 62 Mio. Euro an Beitragsrückerstattungen an die Kunden zu zahlen, kann sich auch den Erhalt von Servicestandorten in den Ballungszentren leisten! Wenn das Unternehmen meint, eine Umstrukturierung vornehmen zu müssen, dann soll sie eine solche vornehmen, die auch dem Wert Kundenorientierung gerecht wird!

Die Berufsgewerkschaft DHV unterstützt die Beschäftigten, die Betriebsräte und den Gesamtbetriebsrat bei ihren Bemühungen um den Erhalt der Arbeitsplätze. Als Gewerkschaft bieten wir unseren Mitgliedern kostenlos Rechtsschutz. Nehmen Sie unser Angebot an und werden Sie Mitglied der DHV – der Gewerkschaft, die Ihre Interessen kompetent vertritt!

V.i.S.d.P. Henning Rödes

Gehaltstarifabschluss Innendienst privates Versicherungsgewerbe: 2,4 % ab 01.09.2015

In den frühen Morgenstunden des 23.05.2015 einigten sich DHV und AGV auf folgenden Tarifabschluss:

  • Gehaltserhöhungen: 2,4 % zum 01.09.2015 und 2,1 % zum 01.10.2016
  • Erhöhung der Verantwortungs- und Tätigkeitszulagen entsprechend der linearen Gehaltserhöhungen
  • Erhöhung der Auszubildendenvergütungen in Höhe von 25 € je Lehrjahr ab 01.09.2015 und ab 01.10.2016
  • 5 Nullmonate
  • Einmalzahlungen für die Gehaltsgruppen A und B in Höhe von jeweils 100 € zum 01.09.2015 und zum 01.09.2016
  • Laufzeit des Gehaltstarifvertrages bis zum 31.03.2017
  • Verlängerung des Altersteilzeitabkommens bis zum 31.12.2017
  • Verlängerung des Arbeitszeitkorridors bis zum 31.12.2017

Der Abschluss befindet sich am Rande eines tragfähigen Kompromisses. Insbesondere ist ernüchternd, dass ein Tarifabschluss mit einer höheren linearen Gehaltserhöhung in Verbindung mit einer eventuellen längeren Laufzeit nicht möglich war. Die DHV war mit dem Angebot einer Laufzeit von 33 Monaten in Verbindung mit zwei Gehaltserhöhungen von über 3 % in die Verhandlungen gegangen. Eine lineare Gehaltserhöhung mit einer 3 vor dem Komma in der ersten Stufe wäre bei einer längeren Laufzeit durchaus möglich gewesen. Das wären die Arbeitnehmer allemal wert gewesen! Aber es gab eine Gewerkschaft, die lieber eine kürzere Laufzeit als eine höhere Gehaltserhöhung bevorzugte.

Ernüchternd ist auch die Tatsache, dass der Tarifvertrag 5 Leermonate ohne Einmalzahlung beinhaltet.

Die DHV sieht diesen Kompromiss vor allem deswegen als noch tragfähig an, weil sie die Herausforderungen, vor denen das private Versicherungsgewerbe steht, anerkennt. Der Abschluss bedeutet auch einen Reallohnzuwachs für die Beschäftigten.

Immerhin haben wir die Verlängerung des Altersteilzeitabkommens ohne materielle Abstriche vollständig durchgesetzt. Positiv ist auch die Einmalzahlung für die Gehaltsgruppen A und B.

V.i.S.d.P.: Henning Röders